Multi- und Hybrid-Cloud: Der Zoo muss beherrschbar sein

Mit SaaS, Public Cloud und hybriden Clouds als Komponenten einer modernen IT-Infrastruktur ist Multi-Cloud-Computing in Unternehmen angekommen. Die Vorteile: schnellere Bereitstellung von Applikationen, niedrigere Kosten und höhere Agilität. Doch das Management mehrerer verschiedener Cloud-Plattformen stellt CIOs vor spezielle Herausforderungen.

Für jedes Einsatzszenario der passende Cloud Service, kein Vendor Lock-in, hohe Ausfallsicherheit bei bestmöglicher Performance – Unternehmen erkennen auf ihrem Weg der digitalen Transformation die Vorteile einer Multi-Cloud-Strategie. IDC beispielsweise prognostiziert, dass sich bis 2018 mehr als 85 Prozent der IT-Organisationen in Unternehmen für Multi-Cloud-Architekturen entscheiden werden, in der mehrere unterschiedliche Cloud-Technologien kombiniert werden, so die Studie “Worldwide Cloud 2017 Predictions“. Einen Indikator dafür, dass der Multi-Cloud-Nutzung die Zukunft gehört, liefert auch eine Umfrage von RightScale: Ihr zufolge betreiben Unternehmen schon heute durchschnittlich 1,8 Public Clouds und 2,3 Private Clouds.

„Multi-Cloud-Computing ist in erster Linie eine Implementierungs- und Managementstrategie, die wohl durchdacht sein muss“, erklärt Georg Ember, IBM Cloud – Technical Sales. Denn die Nutzung heterogener Cloud-Umgebungen hat so ihre Tücken: Sie betreffen vor allem das Management der technologischen Komplexität, der Datenintegration, der Abrechnungsmodelle und der Datensicherheit.

Am Anfang steht der strategische Ansatz

„CIOs müssen den Aufbau einer Multi-Cloud-Umgebung im Unternehmen mit einem strategischen Ansatz steuern und orchestrieren“, konstatiert Ember. Ein zentraler Schritt für ein erfolgreiches Multi-Cloud-Computing ist für den IBM-Experten die Etablierung der IT als Broker aller Cloud-Services. „Mit den richtigen Lösungen und dem richtigen Partner schaffen IT-Organisationen eine effiziente Multi-Cloud-Umgebung, die fehleranfällige, manuelle Prozesse minimiert, der Schatten-IT einen Riegel vorschiebt, Self Service ermöglicht und gleichzeitig Sicherheit auch über Cloud-Grenzen hinweg garantiert.“

CIOs müssen den Aufbau einer Multi-Cloud-Umgebung im Unternehmen mit einem strategischen Ansatz steuern

Zunächst sollten dabei Anforderungen und Bedarf im Unternehmen und in den Fachabteilungen ausgelotet werden, um sich dann für die entsprechenden Anbieter entscheiden zu können. Das ist keine einmalige Sache, sondern ein kontinuierlicher Prozess, da sich die Anforderungen der Fachabteilungen und damit der Cloud-Bedarf schnell ändern können – ebenso wie die Angebote und Preise der Cloud-Anbieter.

Hier unterstützen Cloud-Management-Systeme, die den Schwerpunkten von IT-Verantwortlichen und Leiter Anwendungsentwicklung in Fachbereichen gerecht werden: Denn während IT-Manager oft den Fokus auf die schnelle, automatisierte Bereitstellung von Cloud-Diensten legen, ist für die Anwendungsentwicklung die bessere Kostenkontrolle und Abrechenbarkeit wichtig. Über ein zentralisiertes Management der Cloud-Services lassen sich die komplexen Abläufe effizient steuern: Dazu zählen Aufgaben wie Bedarfsanalyse ebenso wie Beschaffung, Nutzungs- und Nutzerverwaltung sowie Abrechnung.

Alles unter Kontrolle

Wenn Unternehmen mehrere Clouds kombinieren, kann das Gesamtbild leicht aus den Augen geraten, denn ein zuvor zentralisierter und effektiver Ansatz für IT-Management und -Governance greift oft nicht mehr. Und neue Cloud-Services werden mit jeweils eigenen Tools bereitgestellt, die zu mehr Komplexität beitragen. Ember nennt Beispiele:  “Verschiedene Fachabteilungen lizenzieren verschiedene Cloud-Umgebungen, ohne sich darum Gedanken zu machen, ob und wie die Angebote in die Enterprise-IT-Architektur passen.“

Multi-Cloud-Umgebungen erfordern neue Managementlösungen, mit denen die Leistung optimiert, die Kosten kontrolliert und die komplizierte Kombination aus Anwendungen und Umgebungen eines Unternehmens geschützt werden können – unabhängig davon, ob sie sich im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud befinden. „Es muss es eine zentrale Kontrollinstanz geben“, so Ember.

IBM bietet verschiedene Cloud-Managementlösungen, die ein einheitliches Management der IT-Ressourcen ermöglichen. Dazu zählen:

  • Bereitstellung
  • Koordination
  • Workflow-Management
  • Rechnungsstellung
  • Messung
  • Cloud-Brokering
  • Nutzungsberichte
  • Dashboards für Führungskräfte

Über IBM Cloud Brokerage Services lassen sich beispielsweise kundenspezifische Multi-Cloud-Strategien erstellen – samt Anwendungsbeurteilungen, Cloudvergleichen, Migration und Bereitstellung in laufendem Betrieb.

Und über die eine zentrale Cloud-Management-Plattform IBM Cloud Automation Manager lässt sich der Rollout von Cloud-Services automatisieren. Er beinhaltet eine Provisioning-Engine, die sowohl in öffentlichen Clouds als auch in virtuellen Umgebungen eingesetzt werden kann. Die Engine unterstützt verschiedene Cloud-Anbieter als externe “manage to”-Cloud. Enthalten sind eine umfangreiche Bibliothek mit Anwendungen, um die Bereitstellung und den laufenden Betrieb vieler Workloads zu automatisieren.

IT-Abteilung als Vermittler

Ember fasst zusammen: „IBM-Produkte verbinden Clouds. Die Lösungen schaffen sowohl auf der Infrastrukturebene eine Anbindung und sie provisionieren dann auch Services, virtuelle Maschinen oder Container, weil sie Zugriff auf den Katalog in ihrem Bereich haben – und sie verknüpfen die provisionierten Applikationen über APIs mit Anwendungen, die im Backend laufen.“

Für Ember steht fest: Die IT-Organisation muss zum Vermittler von Services über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg werden, um Endanwendern höchstmögliche Freiheiten und Flexibilität bieten zu können und Abteilungen sich nicht um Sicherheit, Skalierbarkeit und Governance kümmern müssen.

„Alle Herausforderungen sind zu meistern. Basis ist die richtige Vernetzung und die richtige Auswahl der Schnittstellen. Dann klappt es auch mit der Datenintegration“, so sein Fazit.

Erfahren Sie auf dem CIO Kurator, warum auch die Vössing Ingenieurgesellschaft in die Cloud migriert ist.

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