Chance für die Wirtschaft in Deutschland: Künstliche Intelligenz maßgeschneidert anwenden

Andreas Liebl weiß nach einem Bericht der Wirtschaftswoche, warum die künstliche Intelligenz noch nicht abhebt in der deutschen Wirtschaft. Er werde von Mittelständlern nur so gelöchert mit Fragen zur künstlichen Intelligenz:

“Sie haben oft großartige Ideen. Aber sie wissen nicht, wie sie sie umsetzen können.”

Liebl habe deshalb im vergangenen Herbst die appliedAI Initiative gestartet, eine Art Thinktank für den Einsatz von KI. “Die Partner – Dax-Konzerne, Forschungsinstitute, Tech-Unternehmen – schulen Mitarbeiter in Machine Learning, teilen ihre Erfahrungen und testen ihre Ideen auf den schnellen Rechnern in den Labors der Münchner. Die KI-Technologie entwickelt sich so schnell, dass sich Forscherteams in Unternehmen einmal pro Woche über die aktuellen Entwicklungen austauschen, sagt Liebl”, so die Wirtschaftswoche.

“Die große Chance der deutschen Industrie liege darin, KI maßgeschneidert anzuwenden, um in einzelnen Branchen beste Lösungen zu erzielen. Google oder Amazon verfügten zwar über eine Menge Daten, riesige Rechner und kluge Programmierer. Deutsche Maschinenbauer oder Autozulieferer aber wüssten alles über Produktionsprozesse. Sie hätten Fachwissen. Und benötigten nur noch zündende Ideen und ausreichend Geld, um ihr Geschäft mit KI produktiver und wertvoller zu machen”, führt das Wirtschaftsmagazin weiter aus.

Das entspricht der Analyse von Hidden Champions-Kenner Professor Hermann Simon:

„Google, Apple, Facebook, Amazon und Co. orientieren sich fast ausnahmslos auf Massenmärkte für Endkunden. Auf dem Markt für Geschäftskunden haben wir eine unendlich große Zahl von Nischenmärkten, die sehr tief gehen. Sie sind für die Netzikonen der USA relativ uninteressant“, so Simon.

KI hilft beispielsweise bei Schaeffler, in der Vielzahl der Kräfte, die auf eine Windturbine wirken, relevante Muster zu erkennen: Wie wirkt Wind von hinten, wie von der Seite? Schädigen häufige, kurze Böen aus wechselnden Richtungen das Getriebe mehr oder weniger als lang anhaltender Starkwind? Und welchen Einfluss haben Regen, Schnee und hohe Temperaturunterschiede? Prozessoptimierung und IT-basierte Automatisierung gebe es schon lange, so die Wirtschaftswoche. Doch erst durch den Einsatz KI-Tools habe Schaeffler die Ausfälle von Produktionsmaschinen in seinen Fabriken um einen zweistelligen Prozentsatz verringert.

Warum wir in Deutschland auf einer guten Basis in der KI-Forschung aufbauen können, erläutern Professor Wolfgang Wahlster, technisch-wissenschaftlicher Direktor und Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI, und Dirk Wittkopp, Geschäftsführer der IBM Deutschland Research & Development GmbH:

Habt Ihr weitere positive Beispiele auf Lager?

Siehe auch:

Sind wir in Deutschland nun so schlecht in der Forschung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz, wie es FDP-Bundestagsabgeordneter Thomas Sattelberger und nun auch Stefan Heumann von der Stiftung Neue Verantwortung insinuieren?

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