Künstliche Intelligenz erstellt Inhalte – Naht das Ende der Redaktion und des CIOKuratoriums?

Content-Marketing via KI – Naht das Ende der Redaktion? – so titelt Franziska Kunz. auf Handelskraft,. Im Beitrag wird eine Spielzusammenfassung  von Hertha BSC – RB Leipzig zitiert, automatisch durch eine Software generiert. Und nicht nur die Redaktion Handelskraft stellt sich da die Frage, ob das Ende ihrer Redaktion naht. Auch wir auf CIOKurator, die ja den Anspruch haben für den CIO and andere IT-Interessierte, relevante Informationen zu selektieren und zu kommentieren, kriegen da kalte Füße? Sogar Hertha-Fan Gunnar Sohn, nicht nur, wenn er den Spielbericht liest?

Und es kommt ja noch schlimmer und sogar mein Arbeitgeber kommt ins Spiel. Ganze Zeitungen können schon von künstlichen Intelligenzen erstellt werden:

Schon im Jahr 2016 gestaltete der Supercomputer Watson von IBM eine eigene komplette Ausgabe des britischen Marketings-Magazins »The Drum«. Dazu gehörten auch die Aufgaben eines Chefredakteurs: die Themenauswahl, die Suche nach passenden Bildern, die visuelle Gestaltung der Zeitung und das Verfassen von Texten. Watson erledigte die Aufgabe mit Bravour und die Ausgabe ging mit einer Auflage von 1000 Stück in den Druck. Die temporär arbeitslosen Journalisten des Magazins nahmen die Auszeit mit Humor und entspannten derweil an ihren Arbeitsplätzen.

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Nebenbemerkung, weil es immer wieder geschrieben wird und falsch ist: Watson ist kein Supercomputer. Watson ist eine Reihe von Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz, die man nutzen kann: Texterkennung, Bilderkennung, Sprache in Textumwandlung, Mustererkennung und vieles andere … Damit bauen IBM und Partner wir beispielsweise Chatbots, die ja gerade in aller Munde sind. Das ist aber nur ein Einsatzgebiet und ein anderes Thema.

Und im Beitrag wird logischer- und korrekterweise die Frage gestellt, ob denn dann Journalisten überflüssig werden. Da schreie auch ich als gelernter Journalist und passionierter Schreiberling auf. Nein, nie, denn wir können einordnen, Zusammenhänge herstellen, kommentieren, auch mal Emotionen zeigen. Uns Journalisten – und Kuratoren – muss und wird es immer geben.

Aber die Sache ist etwas differenzierter, finde ich. Es gibt viele, viele Bereiche, in denen ich gerne Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz nutzen würde. Ich bin beispielsweise ein Informationsjunkie. Mein RSS Reader ist rappelvoll. Zudem habe ich noch einige Newsletter abonniert und Talkwalker Alerts zu meinen Themen (in der Rolle als Marketier bei IBM) eingerichtet. Liebend gerne hätte ich ein System der künstlichen Intelligenz, dass für mich alle Informationsquellen bewertet und die wichtigsten Informationen und Artikel heraussucht, zeitnah und präzise. Ich kann sie dann hier auf CIOKurator – oder im “Hauptjob” bewerten und verwenden. Dies wäre eine riesige Arbeitserleichterung. Momentan ist das in hohem Maße manuelle Arbeit.

Und warum soll mich ein solches System nicht auf Muster, Zusammenhänge und Trends aufmerksam machen. Darüber wäre ich glücklich. Und es gibt viele, viele andere Einsatzgebiete für den Journalisten und auch den Marketier, wo Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz assistieren und so helfen können. Das ganze Thema Content Management bleibt ein Thema und muss endlich intelligenter genutzt werden. Passende Bilder und Illustrationen unter dem richtigen Schlagwort finden, ein anderes, das ich gleich wieder habe werde. Warum soll mir da nicht Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz helfen? Ich rate dazu, konstruktiv und offensiv mit dem Thema umzugehen, auszuprobieren – und das nicht, weil ich bei der IBM arbeite.

Und das große Fass KI und Arbeitsplätze mache ich hier bewusst nicht auf.

(Stefan Pfeiffer)

 

 

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