Der Tod des Marketings hat einen Namen: Alexa

Im vergangenen Jahr hat Professor Scott Galloway von der New York University eine deutliche Aussage getroffen:

“Death, for brands, has a name . . . Alexa.” Galloway argued that over the past 50 years, companies have spent billions building brands through packaging, store placement, ad creative, and many other methods. And while the digital landscape has altered that significantly, many of the same principles still applied. But with voice, that all goes away. No visual cues. No logo recognition. And a gatekeeper owned and operated by a vicious competitor (Amazon).

via IBM says data and utility are the keys to brand success in voice

Durch Alexa  – momentan quasi Synonym für und Marktführer bei smarten Lautsprechern im privaten Bereich – werde ein großer Teil des bisherigen Brandings und Marketings obsolet. Die Leute würden einfach per Sprache bestellen, sich nicht mehr um Logo, Produktplatzierung im Laden und viele andere traditionelle Werbemaßnahmen kümmern, die bisher Marketing im Fokus hatte.

Hmm, ist sicher was dran. Doch andere Werbedisziplinen werden wohl bleiben: Der nette TV-Spot – und der wird nicht mehr nur im “alten Fernsehen” laufen -, die “guten” Produktbewertungen auf Amazon (mehr und mehr “beeinflusst”) und andere Taktiken überleben.  Doch gibt es auch für viele Bereichen und Einsatzgebiete – vielleicht sogar generell –  Alternativen zu Alexa und sehr gute Gründe gerade für Marketingabteilungen, diese Alternativen näher zu betrachten

Marketier: Gib die Daten Deiner Kunden und Interessenten nicht einfach über Alexa weg

Vielen Unternehmen und Marketiers wird immer klarer, dass sie die Daten ihrer Interessenten und Kunden nicht einfach so Amazon oder anderen Anbietern von smarten Lautsprechern überlassen sollten, sondern das die dort gewonnenen Kundendaten der Rohstoff ist, mit dem die Marketingabteilung künftig arbeiten sollte und muss. Daten über Kunden und Interessenten werden eben nicht mehr – wie oben beschrieben – über viele der bekannten Taktiken gewonnen. Datenquellen wie Sprachassistenten,. Chatbots in Vertrieb und Service sind die neuen Quellen, die man nicht so einfach opfern und weggeben sollte. Das könnte fatale Folgen nicht nur für das Marketing eines Unternehmens haben.

Bob Lord, Chief Digital Officer der IBM, weist in oben zitierten Bericht natürlich auch aus Eigeninteresse – IBM bietet mit IBM Watson Asssistant eingene Sprachassistenzlösungen an – explizit auf das Thema Datenschutz hin, das meiner Meinung nach noch viel zu wenige Konsumenten interessiert (und leider auch interessieren wird):

“Because still to this day, whether it’s Facebook or Google or whomever, they keep the data on you. They give you results, but you rarely have any access to the raw data to get these consumer insights that you need. So if you create a tool with Watson Assistant, you’re going to get insights about your consumers that will allow you to outmaneuver your competition.”

via IBM says data and utility are the keys to brand success in voice

Zugespitzt formuliert: Wenn schon der “gemeine Konsument” sich nicht darum schert, dass Amazon über Alexa seine Daten absaugt, dann sollten sich doch Unternehmen und Marketingfachleute darum kümmern, ihre Kunden- und Interessentendaten “unter Kontrolle” zu haben, um besagte Kunden gezielt ansprechen und betreuen zu können. Lord nennt  das Beispiel des Münchener Flughafens, wo eine entsprechende IBM Watson-basierte Lösung in der Kundenbetreuung getestet wird und die Daten natürlich beom Flughafen bleiben. Die INTER Versicherung oder Mercedes sind andere Unternehmen, die genau aus besagten Gründen auf Lösungen setzen, die IBM Watson-Technologie nutzen. Doch ist es angesichts des Alexa-Hypes wohl noch ein längerer Weg bis diese Erkenntnis in vielen Marketingabteilungen angekommen ist.

(Stefan Pfeiffer)

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