Auf die KI-Marketingtricks des Silicon Valley nicht reinfallen – Ist das @DFKI als nationaler Champion perdu? @DietmarHarhoff @St_Heumann

Die alte Welt, in der eine Organisation, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), unangefochten als nationaler Champion dastand, sei perdu. Das meinen jedenfalls Dietmar Harhoff und Stefan Heumann in einem Beitrag für das Handelsblatt.

Über den Wettbewerb um Fördermittel drohe der Blick aufs große Ganze verloren zu gehen.

“Forschungsförderung ist zweifelsohne wichtig. Aber starke Forschung allein wird nicht zum Erfolg führen. Wenn Deutschland wirklich vom Nachzügler zum Vorreiter werden will, muss es eine breit angelegte Strategie entwickeln, die Aufbau und Förderung eines starken KI-Ökosystems in den Mittelpunkt stellt”, so Harhoff und Heumann.

Weltweit führende KI-Standorte würden wichtigere Merkmale als nur eine großzügige staatlich finanzierte Forschungsförderung aufweisen.

“Sie zeichnen sich durch enge Netzwerke, Austausch und Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Unternehmen, Start-ups und Investoren aus. Sie bieten Zugang zu den für die Forschung benötigten Trainingsdaten und zu Spitzentechnologie sowie Experimentierräume zur Erprobung neuer Anwendungsmöglichkeiten. Aber sie setzen auch auf Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Forschungsansätzen und Anwendungsideen. Solche Ökosysteme ziehen weltweit die besten KI-Experten an und sind untereinander wieder international offen und vernetzt.”

Was haben die Autoren eigentlich in den vergangenen zehn oder fünfzehn Jahren in Deutschland wirklich an KI-Forschung untersucht? Ich will an dieser Stelle nicht abstreiten, dass wir in der Breite mehr KI-Aktivitäten benötigen. Da sind Wissenschaft, Wirtschaft und auch Politik gefordert.

Aber man sollte den Marketingsprüchen von Kurzweil und Co. nicht auf den Leim gehen und glauben, dass die Visionen, die im Silicon Valley im Minutentakt herausblasen werden, wirklich belastbar sind.

Vom Smart Car über das Smart Home bis zu Chatbots haben DFKI und andere Einrichtungen in Deutschland schon vor Jahren bahnbrechende Entwicklungen in die Praxis gebracht, die heute von Amazon und anderen Hightech-Firmen als Weltsensation gepriesen werden. Vielleicht sollten die Handelsblatt-Autoren mal etwas genauer hinter die Kulissen schauen.

Im Interview auf der Cebit sind DFKI-Chef Professor Wolfgang Wahlster und Dirk Wittkopp, Geschäftsführer der IBM Deutschland Research & Development GmbH, auf einige Mythen zur KI-Forschung eingegangen.

Auf dieser Grundlage würde ich gerne Harhoff und Heumann zu einem Live-Gespräch via Skype einladen.

Siehe auch: Eckpunkte einer nationalen Strategie für Künstliche Intelligenz

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