Quantencomputer hebeln jegliche Verschlüsselungen aus

Pseudonymisierung

Der Computer, auf dem Sie diesen Artikel nun lesen, basiert auf den Gesetzen der klassischen Physik. Alle Vorgänge laufen also mechanisch oder elektrodynamisch ab. Quantencomputer hingegen arbeiten – wie der Name schon sagt – auf der Quantenebene, also im Größenbereich der Atome. Diese Technik erlaubt es, dass die Rechenleistung enorm gesteigert wird. Google veröffentlichte, dass sie in zwei Jahren einen Quantencomputer fertigstellen wollen, der 100 Millionen mal schneller ist, als herkömmliche PCs. Auch IBM arbeitet im Lab IBM Q bereits jetzt  am kommerziellen Einsatz von Qantencomputern. Das Potenzial von Quantencomputern ist immens, aber wie bei vielen Technologien kann gerade dieses Potenzial auch ein Risiko bedeuten.

Arvind Krishna, Direktor von IBM Research, äußerte bei einem Treffen des Churchill Clubs in San Francisco Bedenken, dass ein Quantencomputer in spätestens fünf  Jahren eine momentan als sicher geltende Verschlüsselung innerhalb weniger Sekunden knacken wird.

INHALT

Wir brauchen viele neue Algorithmen

ZDnet zitiert Arvind Krishna:

“Anyone that wants to make sure that their data is protected for longer than 10 years should move to alternate forms of encryption now,” said Arvind Krishna, director of IBM Research.”

Kam Moler, Physikprofessorin in Stanford, wird ebenfalls von zdnet zitiert:

“I do think that’s scary.”

Sie äußerte ihre Ängste gegenüber den Rechenmonstern, die binnen Sekunden alle heutigen Sicherheitsmaßnahmen, vor allem Primfaktorzerlegungen, zerstören können.

Dabei geht es jedoch nicht nur um Bedenken vor möglichen Datenangriffen durch Quantencomputer, sondern eben gerade auch um deren Potenzial. So ist man sich schon seit den 80er Jahren über die enormen Möglichkeiten von Quantencomputern bewusst. Jedoch ließen es die Fortschritte in der Tieftemperaturphysik und bei neuartigen Materialien erst jetzt zu, dass die nächste Computer-Revolution vor der Tür steht.

Noch fehlen gewisse Schlüsselfaktoren, wie beispielsweise spezielle Materialien, die am absoluten Nullpunkt arbeiten können. Auch die Kompatibilität mit der heutigen Technik und  Algorithmen fehlt noch in manchen Arbeitsbereichen.

IBM Q erkennt das Potential

“We still don’t know which applications will be best to run on quantum computers.”

Diese Aussage von Kam Moler spiegelt wiederum das positive Potenzial von Quantencomputern wider. Da die genaue Nutzung eines solchen Hochleistungs-PCs noch nicht vollständig erkundet wurde, stellt IBM bei IBM Q eine cloud-basierte Schnittstelle: Mehr als 80.000 Entwickler können daran teilnehmen, Quantencomputer kommerziell zu nutzen. Es ist jedoch so, dass eine klare Vorhersage der Nutzung noch nicht möglich ist. Fakt ist aber: Die Schnelligkeit ist beeindruckend und beängstigend zugleich.

Aus diesem Grund setzt sich IBM nicht nur für das Vorantreiben der schnelleren Computer ein, die natürlich auch unglaublich viele positive Aspekte mit sich bringen, sondern auch für den Schutz der Daten. So beweist das Unternehmen nicht nur mit der aktuellen Lösung der Daten-Pseudonymisierung, dass es großen Wert auf Datensicherheit legt.

Dennoch steht die Verschlüsselung der Daten im Vordergrund

Und das gilt auch für das Feld Quantencomputing: IBM forscht und experimentiert mit der sogenannten Lattice Field Technik. Dieser Ansatz erlaubt es, Daten vor Quantencomputer-Angriffen zu schützen. Ich bin momentan mehr von dem Potenzial der nicht-mechanischen Computer beeindruckt, als dass ich Angst vor den Gefahren hätte, und deshalb auch guter Dinge, dass sich die Sicherheitstechnologie ebenfalls weiterentwickeln wird. Fakt ist zudem, dass ein Aufhalten dieser Technik vermutlich nicht mehr möglich sein wird – und auch gar nicht wünschenswert ist. 

Konkrete Nutzen für CIOS

Gartner hat die disruptive Technologie aus dem Blickwinkel der CIOs beleuchtet und stellt einen Guide zum Thema Quantumcomputer vor. Hauptsächlich geht daraus hervor, dass vor allem Machine Learning und Künstliche Intelligenz wegen der großen Rechenleistung davon profitieren werden.

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