Digitalisierung ist Chefsache – Matthias Hartmann, General Manager IBM DACH, im Interview #HRFestival #rp18 #StudioZ

Künstliche Intelligenz

Digitalisierung ist Chefsache. Diesem Motto widmete sich Matthias Hartmann, IBM General Manager in Deutschland, Österreich und der Schweiz, bei seinem Auftritt auf der re:publica in Berlin und auch während des HR Festivals, das IBM am dritten Tag der re:publica veranstaltete. Mit Chefsache meint Hartmann dabei nicht nur seine persönliche Verantwortung, sondern die der gesamten Unternehmungsführung. Es geht also darum, wie sich Unternehmen in der digitalisierten Welt positionieren. Auf einen größeren Rahmen übertragen sieht Hartmann die Digitalisierung als Thema der gesamten Gesellschaft, wodurch sich auch die Politik, also Bundestag und Regierung, damit zu befassen hat.

In diesem Beitrag zitiere ich Auszüge aus dem Interview, das der Kollege Gunnar Sohn während des HR Festivals auf der re:publica mit Matthias Hartmann führte.

INHALT

Digitalisierung fängt bei der Expertise der Führungskräfte an

Die HTW Berlin veröffentlichte in einer Studie, dass nur ein geringer Teil von Führungskräften in DAX-Unternehmen wirkliche Expertise in Sachen Digitalisierung besitzt, ist da also noch Luft nach oben? Laut Hartmann steht das außer Frage:

“Definitiv! Das ist eine Governance-Frage, womit sich viele Unternehmen schwer tun. Wenn du die digitale Transformation in deinem Unternehmen natürlich auch bewegen musst- nicht nur mit deinen Mitarbeitern, sondern auch in deiner Governance: Wie du das Ganze also positionierst, welche Mittel du brauchst, aber auch welche Hebel du bewegen musst- dann ist das natürlich ein großes Thema. Ich glaube aber, dass dieses Thema aufgenommen wird.”

Bislang sind die Aufsichtsräte aber eben ausgerichtet auf Controlling, auf Kernkennzahlen, die erreicht werden müssen, so Gunnar Sohn. Und Digitalisierung sei auch ein nicht-monetäres Thema, das haben viele durch ihre Biografie vielleicht gar nicht auf dem Schirm. Hartmann sieht den Grund hierfür bei den Generationen:

“Auch ich bin ein Digital Immigrant. Man kann sich dennoch tief in den digitalen Sumpf hineinkämpfen. Doch bei allen Blockchains, Artificial Intelligence, selbstfahrenden Autos, Clouds, usw. besteht das Problem, dass die Menschen da draußen in einer tiefen Vertrauenskrise stecken.”

Die Vertrauenskrise überwinden

Diese Krise gilt es zu adressieren. In diesem Zuge nimmt Hartmann Stellung im Namen der IBM: Die EU-Kommission hat beispielsweise angekündigt, dass ein Rahmenwerk für künstliche Intelligenz verabschiedet werden wird. An dieser Verabschiedung arbeitet IBM aktiv mit. Der Gedanke, dass intelligente Maschinen irgendwann den Menschen ersetzen, muss aufgeklärt werden.

“Wir sagen ganz klar: Nein, das werden sie nicht!”

Hartmann und die IBM verstehen KI und Watson als eine sinnvolle Unterstützung der Menschen, sowohl in Unternehmen, als auch im Privatleben. Hier ist vor allem wichtig, dass eine Transparenz der Daten gegeben wird, wo diese denn herkommen und über welchen Algorithmus diese gefunden wurden. Für Unternehmen ist wichtig, dass der Algorithmus so trainiert wird, dass dessen ITler dieses Training auch nachvollziehen können. Nur so ist gewährleistet, dass erstens Vertrauen diesen Daten gegenüber offenbart wird und zweitens, dass ihnen ein Siegel verpasst wird.

Algorithmen entscheiden über Job-Einstellungen in der HR

“Es ist sehr, sehr wichtig: Je mehr Algorithmen einfach auch Entscheidungen treffen, wir sprechen hier von Einstellungen von Menschen -Hey, wie wichtig ist das denn!- desto wichtiger ist, dass man hier den Daten vertrauen kann. Dass man dem Algorithmus vertrauen kann und dass man der Cloud von IBM vertrauen kann. Und das können wir.”

Essentiell sei dabei, dass sowohl die Mitarbeiter daraufhin geschult werden, was solch eine Unterstützung alles liefert und wie sie das tut. Zusätzlich ist von enormer Wichtigkeit, dass eine klare Nachricht gesendet wird, wie mit den Daten umgegangen wird. IBM richtet sich also nicht nur nach den jeweiligen Datenrichtlinien, sondern ist auch stolz darauf eine Art Ethik für KI erschaffen zu haben, die Daten von Unternehmen auch dort belässt. Ohne Backdoors und ohne nicht erkennbare Backups.

Und hier nun das komplette Interview mit Matthias Hartmann:

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