Respekt oder Desinteresse – Industrie 4.0 auf der Hannover Messe

Hannover Messe

Die diesjährige Hannover Messe steht unter denselben Fragen wie die letzten Jahre schon: Wo führt uns die Digitalisierung der Produktion hin? Wann ist ein Endstadium der Industrie 4.0 erreicht und wie ziehen deutsche Unternehmen in diesem Prozess mit? Während ein Endstadium weder vorherzusehen, noch in (sehr) baldiger Nähe liegt, so ist die Beteiligung und das Interesse der deutschen Unternehmen sehr wohl messbar.

So stellte das Handelsblatt fest, dass für nur noch 9 Prozent der Firmen das Internet der Dinge kein Thema sein wird. So sind im Umkehrschluss also 91 Prozent bereits dabei, oder offen gegenüber Neuerungen der digitalen Welt.

“Das Geschäft von morgen ist aber ausschließlich digital und darauf müssen wir uns jetzt entschlossen vorbereiten.”

Dabei liegt die Herausforderung in der richtigen Implementierung, meint Bitkom-Präsident Achim Berg. Vor allem für Mittelständler ist die Umstellung äußerst schwierig: Was heute noch ohne Technik die Kassen füllt, kann morgen schon veraltet sein. Das nachträgliche Aufholen ist dann nahezu unmöglich.

Ausgeklügelte Produktionssysteme, voll vernetzte Fabrikhallen und die Verbindung zwischen Mensch und Maschine müssen bereits heute in Angriff genommen werden. Dabei schrecken viele noch vor dem hohen Kostenfaktor zurück. Auch wenn viele attraktive Angebote auf der Hannover Messe ausgestellt werden, ist der Respekt davor einfach noch spürbar.

“Das Budget macht im Schnitt nur fünf Prozent des Gesamtumsatzes aus. Auch mangelndes Fachpersonal stellt viele vor ein Problem.”

So stellte Berg vor allem zwei Faktoren fest, die ihn die deutsche Digitalisierung in der Industrie 4.0 als “Light”-Version bezeichnen lassen. Auf der einen Seite fehle qualifiziertes Personal. Hier sollte das Wissen jedoch mit der nach und nach aufgestockten Technik wachsen, meine ich. Sind die Technologien erst einmal vorhanden wird es sicher den ein oder anderen geben, der durch die Hersteller entsprechend gebrieft oder gar ausgebildet werden kann.

Anders ist das bei dem eingeplanten Budget. Mit nur fünf Prozent Investition ist keine ausreichende Nachrüstung der Technik gegeben.

Dabei muss nicht zwangsläufig mit großen Maschinen angefangen werden, wie viele es sich womöglich vorstellen. So liefern große Unternehmen wie Siemens, Bosch, aber vor allem auch IBM bereits kluge Software-Lösungen, die die Arbeitsproduktivität durch künstliche Intelligenz erheblich steigern. Wer sich selbst davon überzeugen möchte kann die neusten Entwicklungen von IBM natürlich auf der Hannover Messe begutachten:

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