Ungebremstes Cloud-Wachstum oder schwindendes Vertrauen in die Cloud amerikanischer Anbieter?

Digitale Migration: Aktuelle Cloud-Trends

Die einen – vor allem Analysten und Studien im Auftrag von Cloud-Anbietern – sehen ein ungebremstes Wachstum im Cloud-Markt. Die anderen sehen angesichts des US Cloud Act dunkle Wolken am Horizont und schwindendes Vertrauen in “die Cloud”. Michael Kroker schreibt in seinem Rant angesichts besagtem Cloud Acts und der Einstellung des Verfahrens zwischen Microsoft und der US-Regierung davon, dass mit einem Schlag das Vertrauen verloren gehen könnte.

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Alle Anbieter in eine Schublade

Einige der großen Cloud-Anbieter versuchen mit einem Bekenntnis zum Datenschutz hier gegenzuwirken. Wir haben berichtet. Doch zurück zu Kroker:

Das Problem für alle Unternehmen, die beim Cloud Computing auf amerikanische Anbieter wie Microsoft, aber auch Amazon, Salesforce oder IBM setzen: Der neue Cloud Act sieht vor, dass Cloud-Anbieter im Verdachtsfall Kundendaten herausgeben müssen – und zwar egal wo die Daten physisch gespeichert sind.

Zwar können die Cloud-Provider Widerspruch einlegen, wenn die Herausgabe der Daten gegen das jeweilige Recht vor Ort widerspricht, in dem die Daten gespeichert sind. Dies ist etwa nach der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bei US-Anbietern der Fall, Cloud-Rechenzentren in Europa betreiben.

Das bedeutet: Die Cloud ist für Unternehmenskunden weiter unsicher.

via Krokers RAM: Die dunkle Wolken über dem Cloud Computing bleiben! | Kroker’s Look @ IT

Generell sind mir die Aussagen etwas generisch und zu platt. Alle Anbieter werden über einen Kamm geschoren, statt sich die Thematik differenziert anzuschauen und besagte Cloud-Provider an ihren Taten und Aussagen zu messen. Aber natürlich ist es so einfacher … Schade.

Als IBM-nahe Plattform hier einige Artikel zum Thema IBM und Cloud:

Dennoch wachsende Cloud

Die geschätzten Kollegen von IT-Rebellen zitieren demgegenüber eine neue Studie von McAfee, die von wachsendem Vertrauen in die Cloud spricht:

Das Vertrauen in die Cloud bei deutschen Unternehmen nimmt weiter zu. 96 Prozent haben inzwischen Cloud-Dienste im Einsatz, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum letzten Jahr bedeutet (94 %). …

Im Durchschnitt haben deutsche Unternehmen 28 Cloud-Services im Einsatz. 85 Prozent gaben an, Cloud-Computing genieße inzwischen ein höheres Vertrauen im Unternehmen als noch vor 12 Monaten. Dieses spiegelt sich auch darin wieder, dass 75 Prozent der Unternehmen ihre sensiblen Daten bereits in der Public Cloud lagern.

via Vertrauen in Cloud-Computing wächst: Hybrid Cloud ist am beliebtesten | IT-Rebellen

Bedenken haben die Kunden – so die McAfee-Studie laut IT-Rebellen – wegen potentiellem Datenverlust durch Hacker, Schatten-IT bei IaaS und mangelnde Sichtbarkeit darüber, welche Daten in SaaS-Anwendungen gelagert sind. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) habe nur wenig Einfluss auf den Cloud-Ausbau.

Vielleicht stimmt ja die Aussage von Dr. Ulrich Kampffmeyer:

Die Entwicklung wird für die Akzeptanz der Cloud noch einmal kritisch – aber wie hieß es so schön – Bequemlichkeit schlägt Datenschutzbedenken

via EuGH kippt Safe Harbor – wohin nun mit den Daten? | PROJECT CONSULT Unternehmensberatung Dr. Ulrich Kampffmeyer GmbH

Warum sollen sich Unternehmen anders benehmen als Privatpersonen? Da sind wir ja auch bequem …

Sicherlich wird das Thema Cloud, Sicherheit und EU-DSGVO auch ein Thema in unserem IBM LiVESTUDIO@CEBIT sein. Ulrich Kampffmeyer ist auf jeden Fall schon einmal zu einem Gespräch eingeladen!

(Stefan Pfeiffer)

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