Social Collaboration für mehr Leistung

“Deutschland braucht da immer ein wenig länger”. Ich habe den Eindruck, dass diese Aussage von vielen verwendet wird, die über bargeldloses Bezahlen sprechen, private Taxis wie Uber oder elektrische Autos. Dabei ist Deutschland doch mit Blick auf die restlichen europäischen Länder in vielem weit voraus. Campana Schott, eine internationale Management- und Technologieberatung mit Sitz in München, hat sich dieser Aussage mit Blick auf Social Collaboration am Arbeitsplatz gewidmet. Ist Deutschland wirklich etwas langsamer, vor allem im Digital Workspace? Anscheinend nicht: Eine ausführliche Studie platziert Deutschland im oberen Drittel.

Social Collaboration und ihre Vor- und Nachteile

Unter Social Collaboration versteht man alle technikgestützten Maßnahmen für eine optimale Zusammenarbeit zeitlich und/oder räumlich getrennter Teams. Vor 100 Jahren wäre das erfolgreichste Social Collaboration Tool wohl das Telefon gewesen. Heute immer noch unumstritten weit vorne, wird es dennoch durch computerbasierte Programme überholt, die mit einem schnellen Datentransfer, einer übersichtlichen Planung oder als Kommunikationskanal verschiedene Teams verbinden.

IBM Watson Workspace oder Microsoft Teams sind Tools für vielfältige Business Anwendungen, im Fall von Watson Workspace unterstützt von kognitiven Technologien. Aber auch Start Ups fassten Fuß und überzeugen mit Management-Tools wie Trello, Redbooth oder Bitrix. Für die Kommunikation ist heute mehr Skype zuständig als das Telefon und die Aufgabenverteilung übernimmt keine physische To-Do-List mehr, sondern Wunderlist oder Kickoff.

Die Produktivität wird durch die Verwendung von Social Collaboration Tools definitiv gesteigert, weshalb die Nutzung unausweichlich ist. Mir ist jedoch ein Dorn im Auge, dass Informationen dadurch an Wichtigkeit verlieren. Was normalerweise in einer aufwendigen Mail verpackt wurde wird heute aufgeteilt in die drei Links der Quellen und einfach per Copy-Paste in den Chat gestellt: “Hier bitte, macht damit was ihr wollt, ich bin es los!” Die Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber wichtigen Informationen gehen verloren.

Insgesamt überwiegen aber offensichtlich die Vorteile. Ein Dokument schnell im Chat teilen, ein Meeting über Skype abhalten und der Chef weißt die Aufgaben per Tool zu.

Studie sieht Social Collaboration im Kommen

Auch die Social Collaboration Studie von Campara Schott zeigt, dass Social Collaboration schon lange ein Thema ist:

„Aktuelle technologische Trends sorgen für eine wesentliche Veränderung des digitalen Arbeitsplatzes.“

via Campara Schott – Social Collaboration Studie 2018

Dies ist eine Kernaussage der Studie, die knapp 1.400 Mitarbeiter befragte. Gelungen finde ich dabei die Unterscheidung der verschiedenen Interaktionen im großen Feld der Social Collaboration. So wurden in acht Szenarien zu dem aktuellen Stand der Dinge geforscht:

  • Suche nach Experten
  • Mobiles Arbeiten
  • Der Austausch in Interessengruppen
  • Firmeninterne Informationen und Neuigkeiten
  • Austausch von Dokumenten
  • Kommunikation und Abstimmung im Team
  • Auf der Suche nach Wissen
  • Anträge und Formulare

Szenarienübergreifend wurde festgestellt, dass Social-Collaboration-Tools den Arbeitsplatz verändern.

“Die Nutzung von SC-Tools beeinflusst die Kultur eines Unternehmens.”

Und dies liegt vor allem an einer Erkenntnis: SC Tools vernetzen verschiedenen Hierarchie-Ebenen, was die Unternehmensstruktur flacher macht. Außerdem wird die Motivation der Mitarbeiter durch solch einfache Tools gesteigert.

“Social-Collaboration-Tools können die Innovativität von Unternehmen erhöhen.”

Das ist zurückzuführen auf das besonders große Potential von Enterprise Social Networks, so die Studie von Campara Schott. Die Entwicklung von Metawissen á la “Was wissen meine Kollegen?” fördert das Kombinieren verschiedener Ideen. Es wurde festgestellt, dass ESNs zielgerichtet eingeführt werden und Unternehmen deutlich von deren Nutzung profitieren.

Die Nutzung von Social Collaboration hat sich an den Arbeitsplätzen unseres Landes bereits etabliert und nahezu jede Firma nutzt ein Social-Collaboration-Tool. Deutschland ist also gar nicht so weit hintendran wie gedacht. Wusst ich’s doch!

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