Bundes-Dropbox auf Basis Open Source im Anmarsch

Dieser Tage haben wir hier (und in meinem privaten Blog) über die nennenswerten Kosten von € 250 Millionen berichtet, die die deutsche Verwaltung für Lizenzen von Microsoft ausgibt. Wie der SPIEGEL jetzt berichtet, geht die Bundesverwaltung jetzt im Bereich Dokumenten- und Dateienaustausch einen anderen Weg. Dem Bericht zufolge baut man auf eine Open Source-Lösung:

Wie der SPIEGEL erfuhr, wird die geplante Plattform für Dateiaustausch und Zusammenarbeit auf der Open-Source-Software der deutschen Firma Nextcloud basieren. …Gemäß der Ausschreibung wird die Bundescloud vom zentralen IT-Dienstleister der Bundesverwaltung selbst betrieben, dem Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund).

Dessen Sprecher teilte mit, die Firma Computacenter aus Ratingen habe die Ausschreibung gewonnen, und “diese setzt die Firma Nextcloud GmbH als Unterauftragnehmer ein.” Nextcloud wiederum ist ein Stuttgarter Unternehmen, das 2016 aus dem Open-Source-Projekt ownCloud hervorgegangenen ist.

via Open-Source-Software: Nextcloud baut die Bundescloud – SPIEGEL ONLINE

Wie es bei Open Source üblich ist, ist der Code jederzeit einsehbar, kann auf Sicherheitslücken geprüft und wenn nötig geändert werden. Laut SPIEGEL sollen 300.000 Menschen in Ministerien und anderen Bundesbehörden besagte Lösung nutzen. Der Vertrag mit dem ITZBund laufe zunächst über drei Jahre und bringe Nextcloud eine siebenstellige Summe für den Support und ähnliche Dienstleistungen ein.

Nextcloud betreibe seine Clouddienste nur in eigenen Rechenzentren oder denen besonderer Vertragspartner:

“Gegenstand des Vergabeverfahrens war der Aufbau einer privaten Cloud für den Bund”, schrieb der Sprecher in einer E-Mail. Deshalb sei es “nicht verwunderlich”, dass sich weder Microsoft, noch andere große US-Cloudanbieter wie Amazon oder Google um den Auftrag beworben hatten.

via Open-Source-Software: Nextcloud baut die Bundescloud – SPIEGEL ONLINE

heise und das Linux Magazin haben unterdessen auch berichtet.

(Stefan Pfeiffer)

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