IoT meets Blockchain Was passiert, wenn zwei der spannendsten IT-Trends aufeinander treffen?

Blockchain

Vor etwa drei Jahren wurde damit begonnen, analoge Prozesse in größerem Stil zu digitalisieren. Das Internet of Things (IoT) wurde dabei zum großen Hoffnungsträger für die vierte Industrielle Revolution: Dinge miteinander zu verbinden, dafür Plattformen und Netzwerke zu entwickeln, neue Anwendungen zu designen – das waren die Grundideen. Die Blockchain kann diesen Prozess weiter vorantreiben.

Doch die Geschichte geht weiter: Auf der Agenda stehen gegenwärtig die Digitalisierung kompletter Wertschöpfungsketten, neue digitale Geschäfts- und Bezahlmodelle, Losgröße 1 und agile Produktionsmethoden. Gleichzeitig werden Automatisierung und „As-a-Service“-Modelle zu wichtigen Schlüsselthemen – und die Blockchain zu einem nahezu unverzichtbaren „Enabler“.

Blockchain als Enabler für das Internet der Dinge

Warum ist das so? Blockchain-Technologie bietet eine relativ einfache Infrastruktur, über die verschiedene Instanzen – egal ob  Maschinen, Kühlschränke oder elektronische Geldbörsen – Daten oder Geld sicher, zuverlässig und kostengünstig miteinander austauschen können. Das heißt mit anderen Worten: Von Machine-as-a-Service bis zu Micro-Payments – die Blockchain reduziert Transaktionskosten und sorgt für mehr Sicherheit und Transparenz. Blockchains haben damit das Potenzial, als dezentrale, autonom arbeitende Technologien zu einem fundamentalen Bestandteil ganz unterschiedlicher IoT-Konzepte zu werden. Sie treten an die Stelle teurer, zentral angelegter Transaktionsmodelle, die heute meist von Intermediären und Zwischenhändlern gemanagt werden.

Der Wirtschaftswissenschaftler und MIT- (Massachusetts Institute of Technology) Professor Christian Catalini prognostizierte daher auch , dass die Technologie drastisch die “Kosten der Verifizierung” sowie die “Kosten des Networking” für alle Arten von Transaktionen, insbesondere auch im IoT-Umfeld, verringern werde, „ohne dabei die Kontrolle an eine einzelne Instanz abgeben zu müssen“. Ihre spezifische Funktionsweise könnten auch IoT-Netzwerke robuster gegenüber Angriffen machen.

Blockchain im IoT-Umfeld: Einsatzszenarien

Doch auch jenseits von Sicherheitsaspekten bietet der Einsatz von Blockchains im IoT-Umfeld neue Optionen:

  • Im Bereich der M2M Economy – also dem direkten Informationsaustausch zwischen den Maschinen. Die hohe Transaktionsfähigkeit der Blockchain könnte zum Beispiel dazu genutzt werden, dass Maschinen sich mit Hilfe ihrer eingebauten Predictive Maintenance Fähigkeiten bei Bedarf direkt ihren Wartungsspezialisten oder ihre eigenen Ersatzteile bestellen. Oder etwa ihre Produktionsleistung selbständig an bestimmte Vorgaben anpassen: dies sind zentrale Bausteine im Hinblick auf eine stärkere Automation der Produktionsprozesse.
  • Beim Thema Machine-as-a-Service in Kombination mit Micro-Payments: Hier könnten auf digitalen Marktplätzen ohne Intermediäre direkt freie Maschinenkapazitäten gehandelt und auch gleich bezahlt werden können. Damit rechnet sich beispielsweise auch die dezentrale Produktion von Kleinstchargen bis hin zur Losgröße 1.
  • Beim Einsatz von 3D-Druck: Die Blockchain kann genutzt werden unter anderem zur Verwaltung und Kontrolle der IP(Intellectual Property)-Rechte sowie der direkten Bezahlung von Druckaufträgen.

Darüber hinaus liefert Blockchain-Technologie eine perfekte Basis für das Management von Industrie-übergreifenden Supply-Chains bis hin zum Endverbraucher.

Für IBM haben Blockchain-Technologien eine strategische Bedeutung. Die Lösungen der IBM aus der Cloud sollen Unternehmen dabei helfen, eigene sichere Blockchain-Netzwerke aufzubauen. Im Zentrum steht dabei die IBM Blockchain Platform, mit der Business-Netzwerke, an denen viele Organisationen beteiligt sind, schneller entwickelt, betrieben und verwaltet werden können.

Zudem arbeitet die Blockchain Garage im Forschungs- und Entwicklungszentrumder IBM in Böblingen an einer Machine-as-a-Service Lösung für die Maschinenbau-Industrie. Über ein „Distributed Manufacturing Network“ können freie Maschinenkapazitäten gehandelt und auch bezahlt werden. Damit ist es möglich, einerseits bestehende Maschinen wesentlich besser auszulasten und andererseits neue Ideen und Prototypen sehr viel schneller ohne großen Investitionsaufwand umzusetzen oder in Kleinstserien zu produzieren.

Die Beispiele und Szenarien machen eines ganz deutlich: Das IoT gewinnt mit dem gezielten Einsatz von Blockchain weitreichende, zusätzliche Handlungsspielräume. Die Technologie macht Transaktionen nicht nur sicherer, transparenter und kostengünstiger, sondern leistet auch neuen Geschäftsmodellen und Innovationen weiteren Vorschub.

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Autor: Oliver Gahr, Program Director Innovation, Blockchain & IoT, IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum Böblingen

 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem deutschsprachigen IBM THINK Blog.

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