Wie die Blockchain Geschäftsprozesse in Unternehmen unterstützt

Blockchain und ihre Konflikte

Irving Wladawsky-Berger vom Wallstreet Journal definiert drei Phasen bei der Entwicklung der IT in Unternehmen hinsichtlich der Geschäftsprozesse. IT-gesteuerte Geschäftsprozesse betrafen zu Beginn der technischen Entwicklung die Prozessautomatisierung, anschließend das Prozessmanagement. Dabei war das Ziel eine vollständige Integration verschiedener Geschäftsprozesse in ein abgerundetes, unternehmensinternes System einzupflegen. Nun ist die dritte Phase angebrochen, bei der “unternehmensintern” nicht mehr ausreicht. Und hierbei kann die Blockchain eine wichtige Rolle spielen.

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Transaktionen zwischen Unternehmen sind durch das Internet deutlich vereinfacht worden. Das brachte mit sich, dass die Interaktionen rapide anstiegen und dabei verschiedenste Systeme aufeinandertrafen. Nun soll die Optimierung der Prozessintegrationen nicht mehr nur unternehmensintern vorgenommen werden, sondern den gesamten globalen Markt und deren hohes Volumen an Zusammenarbeit verbessern. Das senkt Reibungsverluste und somit die Kosten aller Beteiligten. Doch das Durchsetzen solch einer weltweiten Blockchain gestaltet sich als schwierig. Schließlich müssen alle Interessenten den Prozess unterstützen.

Die Zusammenarbeit zur Implementierung ist eine riesige Hürde

Wladawsky-Berger erwähnt eine Aufstellung der IBM, die 3 Hauptkonflikte der Implementierung einer Blockchain feststellt:

  • Informationskonflikte

“Participants in a transaction don’t have access to the same information; the required information is not easily accessible; and security and privacy risks keep rising, – e.g., hacking, cybercrime, identity theft.”

Klar, viele Systeme prallen aufeinander. Die Schnelligkeit einer Transaktion wird dadurch gehemmt, was eine allumfassende Blockchain beheben könnte. Da dafür aber alle Institutionen, also Banken, Unternehmen, Teilhaber, etc. an einem Strang ziehen müssen, um die Blockchain entsprechend zu optimieren, ist bereits klar, dass das einen enormen Zeitaufwand in Anspruch nehmen wird. Ganz zu schweigen von der Bereitschaft aller, gerade mit Bezug auf die Sicherheit. Dazu auch Punkt 2:

  • Interaktionskonflikte

“Intermediaries are needed to help deal with growing scale and complexity; transactions take longer due to arcane global processes; and a lack of trusted marketplaces in many economies around the world.”

  • Innovationskonflikte

“These include legacy systems, bureaucratic processes and institutional inertia; restrictive regulations that stifle innovation and change; and growing uncertainties and threats that make it harder to move forward.”

Die angesprochene Trägheit Innovationen gegenüber erscheint mir besonders in Deutschland sehr hoch zu sein. Das hat weniger mit fehlendem Entwicklungswunsch zu tun, als mit der Tatsache, dass die Sicherheit in unserem Land sehr groß geschrieben wird. Passt das so wirklich mit dem Datenschutz, ist das System dann noch sicher und bringt uns das wirklich weiter, sind hier wohl die entsprechenden (berechtigten) Fragen.

Um das Potential wissen viele

Es scheint mir eine seltene Mischung aus Innovationsgeist und Fortschrittswunsch sowie aus Angst und Ungewissheit zu sein, die den großen Begriff der Blockchain noch ummanteln. So ist sich jeder über das Potential einer solchen Blockchain bewusst. Doch offensichtlich gibt es einfach noch zu viele Probleme in der Umsetzung.

IBM stellt eine weitere Problematik vor. Nämlich, dass die vielen unternehmensübergreifenden Prozesse nur kurz und unzureichend dokumentiert werden. Die Ledger, in denen die Prozesse festgehalten werden, sind zu knapp gehalten. So verkauft eine Bank einen Kredit für ein Haus, was mit dem Geld jedoch weiter geschieht wird nirgends vermerkt.

Blockchains haben das Potential eine genaue Aufzeichnung der gesamten Prozesskette zu erstellen, wodurch Fehler und Probleme viel früher erkannt werden können. Zudem ist menschliches Versagen und Manipulation unwahrscheinlicher.

Das klingt vielversprechend. Doch die Hürde der nötigen Zusammenarbeit aller Interessensgruppen ist, momentan zumindest, noch zu hoch. Man kann gespannt sein ob, und vor allem wie dieses Problem gelöst werden soll. Beziehungsweise wann die allgemeine Bewegung hin zur Blockchain tendiert. Denn dies ist der erste Schritt Richtung Implementierung. Und ist dieses Bewusstsein ausreichend vorhanden, kann es schneller gehen, als man denkt. Hoffentlich.

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