Was Facebook-Chef #Zuckerberg so alles über seinen Laden nicht weiß

Am Dienstagabend fand die erste Anhörung von Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress statt. Martin Giesler vom Social Media Watchblog hat sich das Ganze angeschaut. Über 40 Senatoren haben Mark Zuckerberg mehr als fünf Stunden lang zum Fall Cambridge Analytica, zu russischer Einflussnahme auf US-Wahlen und zu Facebooks grundsätzlichem Geschäftsmodell gegrillt befragt. Die Notizen von Giesler:

“Facebook bedauert, dass sie nicht genug getan haben, um Nutzer vor dem Absaugen von Daten durch Dritte geschützt zu haben.
Facebook hat bereits vieles in die Wege geleitet, damit Ähnliches nicht erneut passieren kann.
Facebook ist grundsätzlich offen für eine Form der Regulierung – über die Details müsse aber natürlich intensiv gerungen werden.
Die Nutzer haben volle Kontrolle über ihre Daten.”

Die erste große Überraschung der Anhörung: “Allem Anschein nach überlegt Facebook tatsächlich, ob es nicht auch eine bezahlte Variante der FB-App geben sollte. Wörtlich sagte Zuckerberg:

“Es wird immer eine Version von Facebook geben, die kostenfrei ist.” Bedeutet also im Umkehrschluss: Facebook schließt nicht aus, dass es eine Paid-Version geben könnte. Der Vorteil der Paid-Version könnte darin liegen, nicht getrackt zu werden. Aber wie Kollege Torsten so schön schreibt: In der Bezahlvariante von Facebook könnt ihr sehen, wer euer Profil besucht hat”, so Giesler.

Weitere Punkte: Offenkundig hae der Sonderermittler in Sachen russische Beeinflussung der US-Wahl Facebook um Hilfe bei den Ermittlungen gebeten und einige Mitarbeiter befragt.

“Mark Zuckerberg antwortet auf die Frage des Senatoren zunächst, dass dies der Fall gewesen sei, korrigierte sich kurz darauf, um es dann doch wieder zu bejahen. Da steckt was drin.”

Einige weitere, spannende Themen, die angesprochen wurden und was man darüber wissen sollte:

Trackt Facebook Nutzer über Geräte hinweg?

Mark Zuckerberg gibt zu Protokoll, dass er das nicht so genau wisse.

Ob Facebook Nutzer auch außerhalb von Facebook tracken würde:

“Mark Zuckerberg konnte in diesem Zusammenhang noch nicht einmal so richtig erklären, wie das mit den Cookies, respektive mit dem Like-Button funktioniert, die das Surfverhalten der Nutzer dokumentieren. Da müsse er sein Team fragen. Könnte er aber doch eigentlich wissen – geht nämlich so. Dabei ist Facebook sogar so ausgefuchst, dass sie Nutzer in der echten Welt tracken”, schreibt Giesler.

Ist Facebook ein Monopol?

Mark Zuckerberg erklärt hierzu, dass es sich definitiv nicht so anfühlen würde.
Allerdings könne er auch keinen direkten Konkurrenten nennen. Uff. Erst einmal ein großes Lob an Martin Giesler für die Analyse der Marathon-Anhörung.

Da gibt es Gesprächsbedarf spätestens in unserer Dienstagssendung #9vor9 via Facebook Live 😉

Auch dieser Punkt sollte vertieft werden:

Kommentare sind sehr willkommen