Künstliche Intelligenz wird unterstützen – nicht ersetzen

künstliche Intelligenz versteht Menschen

Ralph Siepmann, Digital Reinvention Advisor bei IBM, stellt seine Auffassung der zukünftigen Arbeitsbereiche künstlicher Intelligenz deutlich dar: Automatisierung und Hilfe durch KI soll Mitarbeiter entlasten und Raum für neues Potential schaffen.

„Der Vorteil von KI liegt unter anderem darin, dass sie […] lernen kann, wie ein spezifischer Benutzer arbeitet und was er für seine tägliche Arbeit braucht.“

via funkschau: „Der Mensch soll nicht durch die Technik ersetzt werden“

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Und hierbei geht es Siepmann zurecht nicht nur um die enorme Zeitersparnis. So legt er zudem Wert darauf, dass das Verstehen des Kontexts einer Maschine einen bisher unvorstellbaren Vorteil bringen wird. Workflows werden dadurch optimiert, dass künstliche Intelligenz auch zwischen den Zeilen lesen kann und Routinetätigkeiten übernimmt, die ansonsten mit vielen Arbeitsstunden bezahlt werden müssen. Das Beantworten von E-Mails, deren Antworten auf der Hand liegen, das Erstellen von Aufgaben oder von Kalendereinträgen beispielsweise.

In diesem Bereich würde ich der KI noch keine allzu große Herausforderung zugestehen. Schließlich ist der Einsatz automatisierter E-Mails schon lange Usus und auch das Erstellen von Terminen wird durch bestimmte Schlüsselwörter bereits erleichtert.

Künstliche Intelligenz versteht den Umgang mit Menschen besser

„Bestimmte Schlüsselwörter“ ist hierbei jedoch genauer zu betrachten. Künstliche Intelligenz braucht nämlich genau diese nicht mehr, um zu verstehen, um was es geht. Sie versteht Sprache, wie wir sie verstehen und kann daher nicht nur den Termin eintragen, sondern auch an das Buchen der Flüge erinnern oder an das Mitnehmen von Sonnencreme, ging aus einer E-Mail hervor, dass es wohl in Urlaub in den Süden geht (ohne den Code „Ich fliege morgen in den Süden“).

Was Siepmann hier als verständliches Beispiel formulierte sollte noch etwas mehr Bezug auf das Arbeitswesen bekommen:

„Expertisenwissen kann besser skaliert werden“

Der „Digitale Assistent“ künstlicher Intelligenz wird keine großen Auswahllisten mehr zur Verfügung stellen, in denen entsprechender Content mühsam aus Tausenden Ergebnissen gefischt werden muss. Er spuckt präzise Treffer, perfekt auf den Bedarf zugeschnitten, aus. Denn im Gegensatz zu nicht intelligenten Analysetools wird aus dem Kontext herausgelesen, was relevant ist. Mehr noch: Es zeigt dem Nutzer gar an, was relevant ist, bevor dieser es möglicherweise selbst erkannt hat.

KI muss auch mit unstrukturierten Daten umgehen

Die Arbeitsweise der Künstlichen Intelligenz sei von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Logisch, schließlich ist KI in so ziemlich allen Arbeitsbereichen einsetzbar. Dabei stellte Siepmann richtig, dass durch Künstliche Intelligenz keine neuen Daten kreiert, sondern „lediglich“ vorhandene Daten in den richtigen Zusammenhang gebracht werden.

Watson KI (die Software von IBM) bietet bereits vortrainierte Systeme, welche beispielsweise für die medizinische Bildererkennung oder spezifische Bereiche wie Recht und dessen Dokumentation optimiert sind. Ein komplettes Anlernen von KI ist dadurch nicht notwendig. Informationsabläufe, Produktnamen, etc. müssen aber natürlich immer wieder neu gelernt werden.

Dabei liegt das größte Problem wohl immer noch beim Sprachverständnis. Verständlich, bedenkt man die meist sehr fachliche und unternehmenseigene Sprache vieler Bereiche. Hier schaffen APIs Abhilfe – zumindest bei Watson. APIs sind Schnittstellen, die das Einbinden ohne großen Aufwand von unternehmenseigenen Programmen in das KI-System ermöglichen.

Für mich klingt das alles schon sehr fortgeschritten. Und noch wichtiger: Die Aussagen handeln keineswegs von einem Ersetzen von Mitarbeitern oder dem besseren Erledigen des Jobs. Es geht um einen Digitalen Assistenten, der die Produktivität und Kreativität des Nutzers erheblich steigern wird.

Ganze Abläufe sollen unterstützt oder gar automatisiert werden

„Entscheidend aber ist, dass der Mensch nicht durch die Technik ersetzt werden soll, […] sondern es vielmehr darum geht, seine Fähigkeiten und sein Wissen zu erweitern oder zu ergänzen.“

Das klingt sehr vielversprechend. Siepmann unterstreicht diese Aussage mit einem gelungenen Beispiel: aironair.de ist ein Künstler, der zusammen mit einem neuronalen Netzwerk Bilder malt. Die KI erkennt seinen Stil und schlägt entsprechende Inspirationen vor – die künstliche Intelligenz fungiert hier sogar als Muse. Ein toller Arbeitsbereich, wie ich finde, um das Potential von KI über die bisher technischen Grenzen hinaus zu beschreiben.

Zu der bisher eher skeptischen Akzeptanz von KI zeigt sich der Digital Reinvention Advisor optimistisch. Es sei wichtig, die mögliche Hilfe der KI zu kommunizieren, dann werde diese Technologie auch breiter angenommen.

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