Pilgern Google und Co. zum deutschen Forschungszentrum für KI oder wandern unsere Forscher ab zu Google und Co.? @th_sattelberger @DFKI @cebit

Es gebe einige Personen auf der anderen Atlantik-Seite, die gar nicht so sehr in der Forschung für Künstliche Intelligenz tätig sind, aber um so stärker die Marketing-Maschine bedienen und dabei zum Teil pseudo-wissenschaftlich agieren, kritisiert Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken. Dazu zähle Ray Kurzweil, der verrückte Thesen ohne eine gewisse Substanz vorlegt. Das habe Folgen:

“Das größte KI-Zentrum findet man nicht mehr in den USA, sondern mit dem DFKI in Deutschland. Dass liegt daran, dass wir versuchen, als Ingenieure auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Wir definieren KI als künftige Informatik. Wir gehen an das Limit des Machbaren. Wir machen keine falschen Versprechen an die Industrie oder an den Staat. Wir bleiben auf dem Teppich. Das hat sich bewährt”, so Wahlster im Gespräch mit dem Technoloy Review-Chefredakteur Robert Thielicke.

Man sollte sich davor hüten, extrem überzogene Hoffnungen zu wecken, die dann nur Enttäuschungen hervorrufen.

“Google, Intel & Co. kommen nach Deutschland, weil es in den USA zu viele Marktschreier gibt. Die nehmen die Klappe zu voll. Die deutsche Mentalität ist zurückhaltender und pragmatischer”, resümiert Wahlster.

Auf der Kölner Konferenz NextAct2020 äußerte FDP-Bundestagsabgeordneter Thomas Sattelberger eine gegenteilige Einschätzung. Die besten KI-Forscher würden abwandern und landen bei internationalen Konzernen. Zudem möge man sich mal die Zahl der Ausgründungen anschauen, die aus dem DFKI in den vergangenen zehn Jahren gekommen sind.

“Das ist eine vernachlässigbare Größe. Skaliert hat keine einzige”, moniert Sattelberger.

Das seien Forschungseinrichtungen, wo das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse vor dem Verwertungsinteresse dominiert.

“Forschung soll nicht nur verwertungsorientiert sein. Wir brauchen eine vernünftige Balance zwischen zitiert werden in A+ Journals und dem gesellschaftlichen Nutzen”, fordert der forschungs- und innovationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.

Das verlangt nach einer Debatte zwischen Sattelberger und Wahlster.

Im Livestudio von ciokurator.com auf der Cebit vom 11. bis 15. Juni 2018 könnten wir dafür eine Plattform bieten.

Siehe auch: Wie gefährlich ist künstliche Intelligenz?

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