Aus alt mach agil am Beispiel IBM und dem Mainframe

Mainframe, Agil, IBM Z

Die Wörter Agil und Mainframe sinnvoll in einem Satz zu verbinden, ist schon eine Herausforderung (außer in einem Satz wie diesem). Dieses Kunststück ist dem Magazin Forbes vor kurzem sogar in einer Überschrift gelungen. In dem dazugehörigen Artikel beleuchtet Roger Trapp grundsätzlich die Herausforderungen, die große, alteingesessene und oftmals wenig bewegliche Konzerne in modernen, digitalen Zeiten haben, in denen kleine Startups ihnen den Rang abzulaufen drohen, die sehr viel schneller, oder eben auch “agiler”, handeln können und Produkte entsprechend entwickeln.

Als konkretes Beispiel dieses Trends, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne, nennt der Journalist das Unternehmen IBM mit seinen Mainframes, die zwar eine Grundlage für die moderne IT-Infrastruktur der globalen, vernetzten Wirtschaft sind, die aber auch nicht gerade für Beweglichkeit und Flexibilität stehen:

“while the company has in the past been lauded for developing a solutions operation alongside the core mainframe business, recent results disappointed analysts, who were looking for more growth from activities associated with cloud computing, analytics and the like.”

Unter anderem ausgerechnet im Mainframe-Bereich arbeitet IBM seit einiger Zeit daran, sich auf die Herausforderungen der digitalen Welt einzustellen und zwar durch eine Herangehensweise, die agile Methoden und andere Konzepte wie Design Thinking integrieren (der Kollege Sebastian Thielke hat in einer Artikelserie diese und weitere Konzepte näher beschrieben):

“Mauri, a 38-year veteran of IBM, admits that he knows little about the theories behind design thinking, a concept associated with the design company IDEO and popularized by the management thinker Roger Martin. But he saw the potential in the concept after it was introduced at IBM a few years ago because of its requirement to involve the customer more closely in the design process. “We brought clients in so much earlier and we showed them things that were just ideas before we wrote the code. We dropped some features that they weren’t interested in and pressed harder on things that mattered.”

Konkret geht es bei der Weiterentwicklung des Mainframe-Geschäfts um einen ziemlich tiefen Spagat: Die traditionellen Vorteile, etwa in Sachen Zuverlässigkeit, beibehalten und gleichzeitig neue Anforderungen durch die sehr frühe Einbeziehung von Kunden-Feedback zu integrieren, zum Beispiel bzgl. Sicherheit der Daten. Und genau darum geht es, wenn IBM sich mit Hilfe agiler Methoden verändert:

“in embracing agility and a readiness to involve customers more closely in its processes, IBM has put itself in a better position to operate in a world of artificial intelligence, open sourcing and greater connectivity.”

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