Wieder mal die KI: Potential zur HR-Revolution?

Künstliche Intelligenz für CIOs

In den letzten Jahren ist es besonders auf Führungsebene ein heiß diskutiertes Thema: Künstliche Intelligenz (KI). Während Sie in unseren Häusern bereits schleichend Einzug nimmt (zum Beispiel durch Siri oder Alexa) wehren sich noch viele große Firmen dagegen, künstliche Intelligenz ganze Arbeitsbereiche überwachen oder gar lenken zu lassen. Das wird sich laut einer Studie der IBM aber wohl bald signifikant ändern. Vor allem ein Bereich gilt als sehr relevant: Human Ressources!
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Die nächsten 5 Jahre noch unwahrscheinlich

In der Umfrage der IBM unter 6.000 Führungskräften glaubten 66 Prozent der CEOs, dass kognitives Computing eine hohe Bedeutung im HR-Bereich erlangen kann. Besonders Personal-Führungskräfte gaben dabei sogar zu 54 Prozent an, dass sie sich künstliche Intelligenz als Schlüsselrolle in der Organisation vorstellen können.

“About 36 percent believe their organization was too small to do so, while 28 percent said their senior leadership did not see the need for such technology.”

Dennoch ist die momentane Umsetzung ein sehr komplizierter Prozess. Noch niemand hat sich so wirklich getraut. Und laut einer Studie der Human Resources Professional Association (HRPA) wird sich das in den nächsten fünf Jahren auch nicht ändern. 52 Prozent der Befragten aus dem HR-Bereich sahen in diesem Zeitraum keine Umsetzungsmöglichkeit.

Dabei soll dieser Beitrag doch irgendwie die Förderung künstlicher Intelligenz im HR-Bereich unterstützen. Warum? Naja, weil gewisse Vorzüge nicht von der Hand zu weisen sind. So arbeitet schon IBM Watson, der momentane Vorreiter einer solchen KI-Software, im HR-Bereich mit vielen sinnvollen und unterstützenden Maßnahmen:

  • Urlaubsanträge können digital geprüft werden. Die Personaler werden bei dieser Aufgabe nur noch überwachend eingesetzt, da ein KI-System die Urlaubsanträge bereits einträgt und nach der Wahrscheinlichkeit einer Bestätigung sortiert. Die Urlaubsplanung kostet also keine all zu lange Zeit mehr für die HR.
  • Kognitive Systeme wie IBM Watson können HR-Leitern verschiedenste Datenquellen zur Verfügung stellen, um ein Kandidatenprofil noch genauer erstellen zu können. Dadurch erreicht die Ausschreibung alle Wunschkandidaten und die Anpassung ist optimal.
  • Dadurch entsteht eine große Zeitersparnis.

Und apropos Zeit:

Zeitersparnis in diesen Aufgabenstellungen kann HR-Teams dabei helfen sich auf Mehrwertarbeit wie Mentoring und kontinuierliches Feedback zu konzentrieren. Mit dieser Aussage liefert Kate Guarino ein Totschlag-Argument. Die HR-Direktorin von Pegasystems sieht also den großen Vorteil in gewonnenen Zeit für Mehrwertarbeit. Und wer möchte das nicht. Auch Rob May, CEO und Mitgründer von Talla, sieht den größten Pluspunkt von künstlicher Intelligenz im Human Resources bei der Zeitersparnis:

“free to do more of the creative and strategic work that has a bigger impact on the success of their companies”

Woran hängt es denn dann noch?

Solch ein großer Sprung – von menschlicher auf technischer Kontrolle – erfordert nicht nur eine genaue Planung dieses Schrittes, sondern auch das passende Unternehmen. So wird es vermutlich eine Implementierung solch einer KI erst einmal in einem kleineren Unternehmen brauchen, damit auch die Global Players aufspringen.

Und wenn wir es schon die ganze Zeit von Zeitersparnis hatten: es ist nur noch eine Frage der Zeit. Denn möglich wäre es bereits. Es ist wohl die Scheu vor Neuem, auch wenn Innovationen wie Pflanzen aus dem Boden sprießen.

Um das Ganze noch ein wenig träumerischer abzuschließen lässt sich in (leider noch weiter) Zukunft von einem Recuiting-System schwärmen, das unbewusste Voreingenommenheiten des Personalers bei einem Gespräch völlig ignorieren kann.

“These biases find their way into job descriptions, as well as resume selections. Now, thanks to AI, algorithms can be designed to help employers identify and remove these bias patterns.”

Führungskräfte suchen nach einer Persona mit ähnlichen Eigenschaften wie sie selbst: kein Problem.
Recruiter können sich die Traumpersonalie nicht vorstellen, wodurch eine genaue Ausschreibung nicht möglich ist: kein Problem. May vertraut in die Algorithmen.

Letztendlich liegt die Antwort auf die Frage der Überschrift dieses Kapitels doch auf der Hand: Menschen geben ungern Kontrolle ab. Vor allem wenn sie so weitreichend ist wie im HR-Bereich. KI ersetzt hier jedoch nicht den Menschen, sondern ergänzt diesen um sinnvolle Eigenschaften. Dadurch wird die Position keineswegs gestrichen, sondern modernisiert. Ja, das Bauchgefühl stirbt dadurch aus, doch auch das war nicht immer zu 100 Prozent ein Garant für das Finden des richtigen Bewerbers.

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