Der Arbeitsplatz der Zukunft in einer IoT-Welt: Was kommt (nicht nur) auf den CIO zu?

Die nächste Welle der Technifizierung am Arbeistplatz der Zukunft oder Digital Workplace rollt in unseren Büros auf uns, nicht nur in den gerade modernen Großraumbüros, wo agile gearbeitet werden soll, auch an den Heimarbeitsplätzen, den Home Offices. Wir bewegen uns langsam aber sicher aus der Phase der Videokonferenzräume, die mit teurer, proprietärer, oft nicht mit anderen Systemen kompatiblen ausgestattet sind, hin zu Geräten und Tools, die wir als Konsumenten kennen. Und das ist auch gut so. Doch wird der Arbeitsplatz der Zukunft dadurch wirklich benutzerfreundlicher?

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Nur zu oft Realität heute: “… soon the videoconferencing TV just became a TV used to watch the occasional football game”

Nachdem Alexa & Co dabei sind, das private Heim zu erobern, geht Amazon daran, mit Alexa for Business auch den Arbeitsplatz der Zukunft zu erobern. Heute soll es nicht um mein Lieblingsthema Datenschutz gehen, sondern um die neuen Werkzeuge, deren Einsatzgebiete und Sinnhaftigkeit. Sprachassistenten wie Alexa/Echo werden ganz sicher auch in Büros und Konferenzräumen eingesetzt, denn Sprache ist – wie hier schon geschrieben – die natürlichste und vermeintlich einfachste Form der Interaktion mit IT-Systemen am Arbeitsplatz der Zukunft.

Besonders wertvoll werden Sprachassistenten, wenn sie nicht nur komfortable Eingabewerkzeuge sind, mit denen ich Befehle wie “Starte die Videokonferenz” oder “Ruf Tom an” gebe, sondern wenn zusätzlicher Mehrwert und Nutzen generiert wird. Tom Zeizel hat in seinem Freitags-Blog einen Ausblick darauf gegeben, wie eine hoffentlich nicht allzu künftige Version des IBM Konversationswerkzeugs Watson Workspace, das gerade mit der Audio-/Videolösung von Zoom verheiratet wurde, automatisch Besprechungsprotokolle erstellen kann. Die Beiträge der einzelnen Sprecher sollen transkribiert und zusammengefasst werden können. Genau das sind die Lösungen und intelligenten Assistenzsysteme, die wir brauchen, unabhängig übrigens ob im Büro oder im Home Office.

Mehr Intelligenz und einfache Benutzung gefragt

Der Ruf nach unterstützenden und vor allem einfach zu bedienenden Lösungen am Arbeitsplatz der Zukunft ist groß. Nicht nur die jüngeren Anwender von heute wollen Lösungen, die ebenso intuitiv sind wie die Tools, mit denen sie privat kommunizieren und Informationen teilen, am Computer wie auch am Smartphone. Kein Wunder, dass Anwender beispielsweise nach Konferenzsystemen wie Zoom schreien, während sie traditionellere Lösungen eher ablehnen. Das gilt auch für die teuer ausgestatteten Konferenzräume. Dort werden künftig neue und günstigere Lösungen zum Einsatz kommen, die Whiteboarding ebenso unterstützen wie Videokonferenzen. Angeboten werden solche Lösungen bereits von Cisco, Google, Microsoft oder Samsung. Aber auch hier erhöhte Obacht für den optimalen Arbeitsplatz der Zukunft: Bevor man die neuen Tools kauft, sollte man möglichst sicher sein, dass sie nicht nur Spielzeuge bleiben. Und schauen, dass sie offen sind und nicht nur mit den Werkzeugen des Herstellers zusammenarbeiten. Vendor LockIn ist auch hier nicht selten.

Forrester-Analyst J. P. Gownder  sieht gerade in solch neuen Technologien im Büro eine große Chance, dort produktiver zu arbeiten. Der Unterstützung mobiler Arbeit habe der CIO genug Zeit geschenkt. Nun solle er an das smarte Büro gehen.

“CIOs have succeeded in helping employees be more successful while on the road, at client sites, or even at home, … Yet they’ve spent relatively less time optimising working conditions within the office, relying upon sub-optimal technologies like traditional videoconferencing and audioconferencing, and non-digital whiteboards.”

via Can a smart office make your team more productive too? | ZDNet

Ich bin nur teilweise bei Gownder. Ja, auch die Büros müssen mit modernen Werkzeugen zur Kommunikation und Zusammenarbeit ausgestattet werden. Wichtig, ja unverzichtbar ist aber, dass hier nicht wieder losgelöste Inseln entstehen, sondern stattdessen die Lösungen mit den eingesetzten Werkzeugen zur Kollaboration voll kompatibel und integriert sind. Mitarbeiter im Büro und unterwegs – am Heimarbeitsplatz, Bahnhof oder beim Kunden – sollten, ja müssen nahtlos kommunizieren und zusammenarbeiten können.

Die Heirat von Technologie und Mitarbeiter

Das smarte Büro optimieren: Die Heirat von Technologie und Mitarbeitern, so ist der Titel eines Beitrags im Rahmen des Ziff Davis-Schwerpunkts zum smarten Büro. Zum idealen smarten Büro gehören demzufolge höhenverstellbare Schreibtische ebenso wie das zu bevorzugende Office Design – Einzelbüros versus/und Open Spaces – oder auch all die Faktoren von Temperatur bis zu Zugangskontrolle und Sicherheit. Klar wird, dass das Internet of Things auch in den Büros Einzug halten wird, in größerer Ausprägung in den Büros in der Firma, aber durchaus auch in Home Offices.

Smart Tech am Arbeitsplatz der Zukunft

Image: Smart offices: A 2017 vision for the future (British Land/Worktech Academy)

Dave Lounsbury, Chief Technical Officer der The Open Group, macht den CIO darauf aufmerksam, dass eben dieses Internet of Things die Büros massiv verändern werde.

“From smart lighting and 3D printing, to large-format touchscreens and voice-controlled agents, the office of the future is being reshaped by connected technologies. …

CIOs will need to ensure that they have the necessary development methodologies, tools and infrastructures in place to make sure they can meet business needs. In addition, CIOs will need to ensure valuable corporate data is collected and protected, and to make sure the data and infrastructure is used across the business.”

via Can a smart office make your team more productive too? | ZDNet

Wie auch in anderen Szenarien, zu Hause oder in der Industrie 4.0, wird das Internet der Dinge auch in den Büros neue Herausforderungen an Interoperabilität und Datenaustausch ebenso wie an Datenschutz und Datensicherheit stellen.

Der CIO muss gleichzeitig an das moderne Smart Office und mobiles Arbeiten denken

Wichtig ist mir, dass aber die Perspektive des CIO umfassend ist: Sowohl die Büroumgebung in den Unternehmen muss bedacht werden wie auch das mobile Arbeiten und die Heimarbeitsplätze. Der Mix wird weiter entscheidend sein. Und jenseits des Modehypes, Mitarbeiter wieder zurück in die Büros zu holen oder zu zwingen, ist verteiltes, standortübergreifendes Arbeiten eine nicht zu leugnende Realität und Wunsch, ja Bedingung vieler “High Potentials”, für ein Unternehmen zu arbeiten.

(Stefan Pfeiffer)

 

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