CIOs sorgen mit Wechselfreudigkeit für Lücken bei großen Unternehmen

CIOs

Das Wall Street Journal berichtet von einer Untersuchung des US-amerikanischen Personaldienstleisters Korn/Ferry International zur Dauer des Vertragsverhältnisses von CIOs. Und wer hätte es gedacht: Über die Hälfte der CIOs verlassen ihr Unternehmen bereits innerhalb der ersten drei Jahre. Hierfür sei der technische Vorsprung anderer Firmen der Grund. Andersrum ausgedrückt sind eben nicht alle Global Player zu einer Investition in große digitale Projekte bereit oder geben sich mit der bestehenden Technik zufrieden. Aus heutiger Sicht unverständlich.

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“CIOs want to be part of leading change. Some companies don’t have the appetite or leadership for it, or can’t devote the capital required”

In der Aussage von Gerry McNamara, Global Managing Director bei Korn/Ferry, steckt mehr nackte Wahrheit als auf den ersten Blick ersichtlich. Zum einen sehen sich CIOs (zurecht) in einer tragenden Führungsrolle. Das wird jedoch (noch) nicht von jedem internationalen Unternehmen unterstützt. Sprich: den entsprechenden Unternehmen „fehlt der Appetit“, nötiges Kapital in diese Führungsschiene zu investieren. Und ohne Kapital herrscht meistens auch wenig Führung. Mit kapitalen Folgen.

Ganze 58 Prozent der befragten CIOs sehen sich innerhalb der nächsten drei Jahre bei einer anderen Firma. Während diese Bewegung nun im Ansatz begründet wurde, ist es umso unverständlicher, dass 48 Prozent der CIOs keinen erkennenbaren Leitfaden für deren Nachfolger parat haben. Hier scheint es eine große Informationslücke zu geben, die der Erbe der Position in mühseliger Kleinarbeit erst wieder auffrischen muss. Zeigt das den momentanen Stellenwert des CIOs?

Anders in der Pharma- und Autoindustrie

Nicht in diese Beschreibung passend sind Firmen der Auto- und Pharmaindustrie, so McNamara. Ein so hoch technologisierter Prozess wie der Bau eines Autos oder das Herstellen von Arznei verlangt eine entsprechende digitale Grundlage. Aus diesem Grund passierte es in der Vergangenheit häufig, dass ein CEO großen digitalen Aufgabenstellungen ausgesetzt war. Um dies in Zukunft zu vermeiden, wurden hier schon lange die notwendigen Investitionen unternommen, um CEOs mit Hilfe von Experten zu entlasten. Lediglich Ford bricht mit der bisher nicht besetzten Stelle des CIOs aus der Norm aus. Vor allem die Gesundheitsindustrie tut es in dieser Hinsicht dem großen US-Unternehmen gleich und hängt -wie in so vielen anderen Bereichen auch- hinterher.

“the executive search world is a frothy market and everyone’s coming and going”

Es bleibt mit diesem Zitat von Martha Heller, Präsidentin von Heller Search Associates, festzuhalten, dass der Markt von Führungskräften ein schnelllebiger Markt ist. Auch durch die unterschiedlichen Umgangsweise der Unternehmen mit Information Officern.

So bestärkt eine weitere Statistik von Korn/Ferry über die Amtszeit von CIOs, dass die Aussage von Heller der Wahrheit entspricht: Information Officer verbringen im Schnitt 4,3 Jahre bei ein und dem selben Unternehmen. Das ist definitiv kürzer als Chief Executives, die mit 8 Jahren fast das doppelte an Amtszeit bei einem Arbeitsgeber sammeln. Chief Financials sind mit 5,1 Jahren ebenfalls länger in der selben Position.

Die Wichtigkeit der digitalen Führungsebene

Die Vorteile eines digitalen Lenkers sind jedoch mehr und mehr präsent.

“On the demand side, chief executives and board members at companies in nearly every industry are starting to realize that technology and data are the keys to business success”

Vor einigen Jahren hat Unternehmens-Software, wie SAP SE oder Oracle Corp., große Probleme bereitet. Viele Unternehmen stellten aus diesem Grund, meist widerwillig, CIOs ein. Der Wandel hin zu einer zuständigen Führungsperson im Bereich Digital ist also losgetreten, entwickelt sich jedoch im Vergleich zur Digitalisierung nur langsam (wie in Zukunft die Arbeit für CIOs einmal sein wird, wird in diesem Artikel genauer beleuchtet.). Doch es geht voran und mehr und mehr CIOs werden gesucht. McNamara schloss das ganze Thema ein wenig wortkager, aber keinesfalls weniger aussagekräftig ab: „Now it’s cyber!“ – CIOs liegen im Trend.

 

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