Wilsberg: Predictive Analytics hat es bis ins deutsche Fernsehen geschafft

Predictive Analytics hat es bis ins deutsche Fernsehen geschafft. In der ZDF-Krimiserie Wilsberg nutzt Overbeck, Assistent von Hauptkommissarin Springer, als „Mann der Tat“ und jemand, der ganz vorne dabei ist, Predictive Analytics:

Overbeck ist derweil voll damit beschäftigt, eine Software zur Verbrechensprävention zu testen. Auch wenn Springer nichts davon hält – wenig später gelingt Overbeck ein Volltreffer. Mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit hatte das Programm eine schwere Straftat in einem bestimmten Gebiet vorhergesagt, in dem im Morgengrauen tatsächlich eine Leiche gefunden wird

via Wilsberg – Prognose Mord – ZDFmediathek

Der Krimi ist laut bis zum 1. Juni 2018 online zu sehen,

Eigentlich geht es um Predictive Policing, vorhersagende Polizeiarbeit, mit der man auf Basis der Analyse von Falldaten künftige Straftaten vorberechnet. Auf jeden Fall ist Overbeck ganz vorne dabei. Im “wirklichen Leben” wird Predictive Policing kontrovers diskutiert und ist umstritten. Sascha Lobo hat in einem Beitrag auf Spiegel Online auf die Gefahren hingewiesen:

Die automatische Berechnung möglicher künftiger Täter

Superseehofer aber wird das unter seiner Führung entstandene, bayerische Konzept im Bund verankern wollen, ach was: unter dem selbstbefeuerten Druck des Superboulevards müssen. Schon weil es die perfekte Grundlage für den digitalen Exekutivtrend “Predictive Policing” darstellt.

Dabei werden alle möglichen Datenströme ausgewertet, um Wahrscheinlichkeiten zu berechnen, wo, wann und wie ein Verbrechen geschieht. Natürlich war Bayern unter Seehofer das erste Bundesland, das diese Technologie einführte. Das Mannheimer Experiment gehört auch in diese Kategorie, allerdings die simpelste Variante, ortsbasiertes Predictive Policing, das zur Steuerung der Einsatzorte verwendet wird.

Der bayerische Gesetzentwurf als Vorbild für Superseehofer jedoch schafft die Grundlage für ein Verdächtigen-basiertes “Predictive Policing”. Die Polizei versucht dabei nicht nur vorherzuberechnen, wo ein Verbrechen geschieht, sondern auch, wer es verübt. Präziser: wer es verüben könnte, nach Meinung eines Algorithmus, für den es bisher keine ausreichende rechtsstaatliche Kontrolle gibt. Private Anbieter solcher Software dürfen etwa Teile ihrer Software als “Geschäftsgeheimnis” von jeder Nachvollziehbarkeit ausschließen. In den USA werden längst auch soziale Netzwerke und digitale Kommunikation bei der Berechnung möglicher künftiger Täter verwendet.

Source: Horst Seehofer und das Super-Innenministerium: Überwachung im großen Stil – SPIEGEL ONLINE

(Stefan Pfeiffer)

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