Digitale Migration: Aktuelle Cloud-Trends

Die Nutzung von Cloud Computing-Diensten und -Anwendungen nimmt weiterhin rapide zu, was zur Entstehung riesiger Cloud-Rechenzentren führt. Laut aktuellen Daten der Synergy Research Group sind die Ausgaben für Cloud-Infrastruktur-Services im letzten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahr um 46 Prozent gestiegen.

Laut Gartner werden die Ausgaben allein für Public Cloud Services 2018 auf 186,4 Milliarden US-Dollar ansteigen. Erst vor wenigen Jahren rückten Cloud-Lösungen in den Mainstream auf – heute dominieren sie längst viele Bereiche des IT-Marktes. Der aktuelle Global Cloud Index von Cisco prognostiziert für das Jahr 2021 nahezu eine komplette Dominanz von Cloud-Computing: 94 Prozent aller Workloads werden demnach in der Cloud verarbeitet.

Sowohl Consumer- als auch Business-Anwendungen tragen zur wachsenden Dominanz von Cloud-Services bei. Für Endverbraucher gehören Video Streaming, Social Networking und Internet-Suche zu den beliebtesten Cloud-Anwendungen. Für Business-Anwender sind Enterprise Resource Planning (ERP), Collaboration und Analytics die wichtigsten Wachstumsbereiche, so die Studie von Cisco.

Überblick über den Cloud Markt

Die Expansion des Cloud Marktes wurde zu einem großen Teil durch das aggressive Wachstum der großen Anbieter getrieben: Laut den Marktbeobachtern von RightScale verbucht Amazon Web Service im Moment den größten Marktanteil für sich. Aber Google, IBM und Microsoft lassen nicht lange auf sich warten und starten die große Aufholjagd. Zu beachten ist außerdem, dass lediglich 9 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1000 Angestellten nur auf einen Cloud-Anbieter setzen. Die übrigen 81 Prozent vertrauen auf eine hybride Multi-Anbieter-Strategie und nutzen durchschnittlich gleich fünf verschiedene public und private Clouds.

Betrachtet man das Cloud-Wachstum im Jahresvergleich, so ist IBM mit 50 Prozent klarer Sieger und dabei vor Microsoft (35 Prozent) und Google (26 Prozent). Der Marktführer AWS verbucht lediglich 15 Prozent für sich.

Die gestiegenen Ausgaben für Cloud-Services zeigen sich auch in der Bereitschaft der Unternehmen mehr zu investieren: Laut der Untersuchung von RightScale wollen ganze 66 Prozent der Befragten ihre Investitionen in Cloud-Services um 20 oder mehr Prozent erhöhen. Die Cloud-Ausgaben mindestens verdoppeln will sogar knapp ein Fünftel. Lediglich 18 Prozent möchten ihre Ausgaben nicht erhöhen beziehungsweise senken. Von den Investitionen in neue Services erhoffen sich die Unternehmen zum einen ihre bestehenden Cloud-Services zu verbessern und gleichzeitig mehr Workloads in die Cloud zu migrieren.

Aber welches Cloud-Modell – public, private, hybrid – ist für Unternehmen besonders geeignet? Und welche Cloud-Trends sind momentan relevant?

 

Digitale Migration: Aktuelle Cloud-Trends

Private, public oder hybrid? Welche Cloud ist die richtige für mich?

Die Nutzung der Public Cloud – diese ist über einen frei zugänglichen Provider, der seine Dienste offen über das Internet für jedermann zugänglich macht, erhältlich – ist bereits zum Mainstream geworden. Dem gegenüber stehen Private Cloud Dienste. Aus Gründen von Datenschutz und IT-Sicherheit ziehen es Unternehmen häufig vor, ihre IT-Dienste weiterhin selbst zu betreiben und ausschließlich ihren eigenen Mitarbeitern zugänglich zu machen. Mit Hybrid Clouds werden Mischformen dieser beiden Ansätze bezeichnet. So laufen bestimmte Services bei öffentlichen Anbietern über das Internet, während datenschutzkritische Anwendungen und Daten im Unternehmen betrieben und verarbeitet werden.

Neuerdings wird die Gewichtung der Public Cloud innerhalb der Hybrid Cloud immer größer, da dort neben Skalierbarkeit viele weitere Anwendungen kosteneffizienter genutzt werden können. Hybrid Cloud Umgebungen helfen dabei, die Vorteile des Cloud Computing in einer existierenden IT- und Anwendungslandschaft zu nutzen.

Deshalb findet die Hybrid Cloud zunehmend Anklang bei Unternehmen: Laut einer Umfrage von Tech Pro Research haben bereits 68 Prozent der befragten Firmen eine Hybrid Cloud im Einsatz oder beschäftigen sich damit. Der Wechsel zur Hybrid Cloud hat für die Befragten viele Gründe, der Hauptgrund aber ist, dass sie bei der Hardware Geld sparen möchten. Fast alle Befragten (99 Prozent) gehen davon aus, dass einige ihrer Systeme und Anwendungen innerhalb der nächsten fünf Jahre Cloud-basiert sein werden.

Eine Cloud ist ist immer nur so leistungsfähig wie der Mainframe, auf dem sie basiert. In der offenen und vernetzten Umgebung der IBM Z Hybrid Cloud können Entwickler Plug-and-play-Optionen einsetzen, bestehendes Know-how und kognitive DevOps-Funktionalität nutzen, um Anwendungen cloud- und rechenzentrumsübergreifend ohne großen Aufwand zu erstellen und zu verwalten. Hier sehen Sie, wie die IBM Z Hybrid Cloud funktioniert:

 

Wenn Sie wissen möchten, was man bei der Umsetzung von Hybrid Cloud-Umgebungen beachten muss, empfehle ich Ihnen den Beitrag „Hybrid Cloud: Management und Integration nicht vergessen“ von Steffan Pfeiffer hier auf dem CIO Kurator.

Trend 1: die Multi-Cloud

Unternehmen setzen heute für ihre Datenspeicherung, Geschäftsprozesse und Anwendungen auch immer öfter auf Multi-Cloud-Ansätze, das heißt, dass Unternehmen für die verschiedenen Aufgabenfelder mehr als nur einen Cloud-Anbieter wählen. Das Ziel: Ihre Anwendungen zu modernisieren und gleichzeitig ältere Anwendungen zu integrieren. Laut einer aktuellen Umfrage von BMC, deren Ergebnisse auf Koker’s Look @IT nachzulesen sind, setzen 45 Prozent der befragten Unternehmen auf Multi-Cloud-Ansätze, dies vor allem aus Kostengründen. So betont Petra Schmietendorf, Director Software & Cloud bei Cisco Deutschland:

„Das Wachstum von Anwendungen in Rechenzentren explodiert geradezu in dieser neuen Multi-Cloud-Welt. Die vorhergesagte Steigerung erfordert weitere Innovationen, insbesondere in den Bereichen Public, Private und Hybrid Clouds.“

Trend 2: IoT als Wachstumstreiber der Cloud-Anwendungen

Durch die rapide Zunahme der Cloud-Nutzung steigt auch der Datenverkehr im Rechenzentrum rasant an: So schätzt Cisco, dass dieser bis 2021 auf 19,5 Zetabyte anwachsen wird, dies bedeutet einen Anstieg von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum von Internet of Things (IoT)-Anwendungen, wie z.B. Smart Cars, Smart Cities und vernetzte Wearables, erhöht auch die Anforderungen an Rechenzentren: Bis 2021 erwartet Cisco 13,7 Milliarden IoT-Verbindungen, gegenüber 5,8 Milliarden im Jahr 2016. Die Gesamtmenge der von jedem Gerät erzeugten (und nicht notwendigerweise gespeicherten) Daten wird bis 2021 auf 847 Zetabyte pro Jahr geschätzt, verglichen mit 218 Zetabyte pro Jahr in 2016.

Trend 3: Das Cloud-Rechenzentrum löst das traditionelle Rechenzentrum ab

Cisco prognostiziert außerdem, dass bis 2021 94 Prozent aller Workloads von Cloud-Rechenzentren verarbeitet werden, die restlichen sechs Prozent in traditionellen Rechenzentren. Aber was genau zeichnet ein Cloud-Rechenzentrum aus? Cisco hebt folgende Vorteile hervor:

“Cloud data centers offer increased performance, higher capacity, and greater ease of management compared with traditional data centers. Virtualization serves as a catalyst for hardware and software consolidation, greater automation, and an integrated security approach.”

Während sich die Gesamtauslastung von Rechenzentren und Server-Instanzen von 2016 bis 2021 mehr als verdoppeln wird (2,3-fach), werden sich Cloud-Workloads im gleichen Zeitraum nahezu verdreifachen (2,7-fach).

Trend 4: SaaS bleibt beliebtestes Cloud-Angebot

SaaS ist und bleibt das beliebteste Cloud-Service-Modell: 75 Prozent der gesamten Cloud-Workloads und -Server-Instanzen werden 2021 SaaS basiert sein. Die Nutzung von IaaS wird auf 16 Prozent aller Cloud Workloads geschätzt (gegenüber 21 Prozent im Jahr 2016). Die restlichen neun Prozent werden PaaS basiert sein.

Wenn Sie mehr zum Thema Cloud erfahren wollen, stöbern Sie doch gerne mal in unserer Kategorie „Cloud“ – hier finden Sie alles, was Sie zu dem Thema wissen müssen.

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