Charta of Trust: IBM und weitere Firmen starten Sicherheits-Initiative

Heute beginnt die Münchner Sicherheitskonferenz. Während in der Münchner Innenstadt 4.000 Polizisten für die äußere Sicherheit sorgen, diskutieren im Hotel Bayrischer Hof mehr als 500 Politiker und Experten die internationale Sicherheitslage.

Und ein Thema gehört zu dieser Sicherheitslage ganz klar dazu: Cybersecurity. Schließlich ist digitale Sicherheit immer weniger zu trennen von allgemeinen Bedrohungslagen, und neben Unternehmen sind zunehmend auch Staaten Angriffsziel von Hackern. Deshalb müssen auf internationaler Ebene institutionalisierte Abwehrmechanismen entwickelt werden – dies ist eine Forderung einer neuen Sicherheits-Charta. Diese Charta of Trust wurde auf Initiative der SiKo und Siemens heute unterzeichnet. IBM ist Teil dieser Offensive gegen Cyber-Kriminalität und gehört zu den Unterzeichnern der ersten Stunde, neben  Siemens, Airbus, Daimler, Allianz, IBM, NXP, Deutsche Telekom und SGS.

Und die Charta of Trust für Cybersecurity hat bereits Interesse in den USA geweckt, wie die FAZ berichtet:

„Geht es nach ihnen, soll die Liste schnell länger werden und möglichst viele Namen aus aller Welt tragen. Jeder ist eingeladen, beizutreten. Tatsächlich besteht jetzt schon großes  Interesse,  nicht nur aus Europa, „Big Player“ aus den Vereinigten Staaten hätten  angefragt und stünden kurz vor dem Einstieg in dieses bislang einmalige Vorhaben, heißt es.“

Unterstützt wird die Charta unter anderem auch von der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland und Elzibieta Bienkowska, EU-Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum.

Charta of Trust für Cybersecurity fordert Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft

Heise fasst die Mission der Charta of Trust zusammen:

“Um mit der rasanten technologischen Entwicklung und den Bedrohungen durch kriminelle Elemente Schritt zu halten, müssen Unternehmen und Regierungen an einem Strang ziehen und gezielt handeln. Sie müssen alles dafür tun, Daten und Vermögenswerte von Einzelnen und Unternehmen zu schützen, Menschen, Unternehmen und Infrastrukturen vor Schaden zu bewahren und eine zuverlässige Basis für das Vertrauen in eine vernetzte und digitale Welt zu schaffen”, heißt es im Einleitungstext der Charta.“

Zu den zehn Punkte  der Charta of Trust gehören unter anderem die Forderung, die Verantwortung für Cybersecurity auf den höchsten Leveln in Regierung und Wirtschaft zu verorten , in den Händen von Ministerien und CISOS. Darüber hinaus muss Sicherheit in der gesamten digitalen Verwertungskette und  im gesamten IoT-Ökosystem verankert werden, etwa durch Identity Management, Verschlüsselung und ständig aktuelle Sicherheits-Updates.

Sicherheit in der digitalen Verwertungskette und bei IoT ist eine wichtige Forderung der Charta of Trust von Siemens, IBM und anderen Unternehmen

 

Daran schließt sich die Forderung an, dass Sicherheit und Datenschutz bei der Entwicklung von Produkten von Anfang an eine zentrale Rolle spielen müssen. Die Zusammenarbeit von Regierung und Wirtschaft ist ein weiterer wichtiger Punkt, um ständige Innovationen auf dem Sicherheitsmarkt zu gewährleisten. Nicht nur „Security by Design”, sondern quasi auch “Security by Education”: Die Unterzeichner der Charta fordern auch, dass IT-Sicherheit Bestandteil von Schul- und Universitätslehrplänen wird.

Um die Ziele der Charta umzusetzen, möchten die Gründungsmitglieder eine branchenübergreifende und transparentes IT-Sicherheits-Organisation installieren, ähnlich wie es auch der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD vorsieht. Die FAZ erläutert, wie die Charta ungesetzt werden soll:

„Die Charta zeigt in insgesamt zehn Handlungsfelder für Politik und Industrie auf. Sie konzentriert sich aber nicht nur auf die Forderungen an die Politik. Die unterzeichnenden Unternehmen leben vielmehr das vor, was am Ende auch international auf politischer Ebene  aufgebaut werden soll.“

Für IBM hat Ginni Rommetty, Chairman, President und Chief Executive Officer von IBM  unterzeichnet. In ihrem Statement zur Charta betont sie die Wichtigkeit von Datenschutz:

 “…responsibility means protecting the data you own, manage, store or handle. It means employing strong encryption and security strategies – and constantly challenging and evolving them.”

Lesen Sie zum Thema Politik und Sicherheit auch den Post von Gunnar Sohn:  #GROKO WILL BUNDES-CIO STÄRKEN.

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