Mobile World Congress – die Zukunft der Business Apps

Beim Mobile World Congress in Barcelona geht es längst nicht mehr (nur) um die aktuellsten Smartphones, sondern vor allem auch um zukunftsweisende Themen rum um das Mobile Business: IoT, Chatbots, Künstliche Intelligenz oder Sicherheit. Und natürlich um Apps. Jeder Handynutzer scheint gefühlt mindestens 100 Apps gleichzeitig zu benutzen. Und dieses subjektive Gefühl scheint mit Zahlen durchaus belegbar:

Die App-Analytics-Firma App Annie erwartet bis 2021 eine Verdoppelung auf weltweit 6,3 Milliarden App-Nutzer. Und die deutschen Nutzer haben die Nase relativ weit vorn bei der Nutzung von Shopping Apps: Ca. 80 Minuten durchschnittlich nutzen sie diese pro Monat, und liegen damit auf Platz 4 hinter so technikaffinen Ländern wie Südkorea, Japan und Indien. Generell betrachtet nimmt die private  App-Nutzung aktuell jedoch in einigen Ländern wie USA eher ab, oder stagniert zumindest.

Großes Thema auf dem Mobile World Congress: Business Apps

Ganz anders sieht es jedoch im Unternehmens-Bereich oder Kundenservice aus. Hier werden Mobile Services in immer mehr Bereichen eingesetzt. Mit klarer Zielsetzung: Mobile Anwendungen sollen Arbeitsprozesse etwa innerhalb von Teams effizienter gestalten und den App-Nutzern alle notwendigen Informationen an die Hand – oder besser gesagt: auf die Hand –  geben, die sie in ihrem Arbeitsablauf benötigen.

Der IBM THINK Blog nennt dazu ein aktuelles Beispiel aus der Schweiz, das auch auf dem Mobile World Congress vorgestellt wird:

„Die Migros, der größte Einzelhändler der Schweiz, revolutionierte die Arbeit von Produkt-Promotern grundlegend. Im Rahmen ihrer digitalen Transformation stellte M-Industry mehr als 300 Mitarbeitern iPads mit IBM MobileFirst für iOS-Apps zur Verfügung. Diese Apps geben den Promotern unmittelbaren Zugriff auf Informationen, mit denen sie ihre In-Store-Werbeaktionen besser koordinieren, durchführen und abschließen können. Heißt: die Kommunikation wurde vereinfacht und  Zugriff auf alle relevanten Informationen an einem Ort gegeben. Dadurch wird ermöglicht, dass sich Promoter besser auf ihre Einsätze vorbereiten und die Kunden noch besser beraten können.“

Neben dem Einzelhandel bieten Branchen, die mit Mobilität zu tun haben,  gute Anwendungsfelder für Business-Apps. Wo würden mobile Services auch besser passen als in der Mobilitäts-Branche? Fluggesellschaften nutzen etwa Apps für ihre Flugbegleiter, mit denen sie bereits während des Fluges alternative Anschlussflüge für Passagiere suchen können, die ihren Anschlussflug verpassen.

Aber auch die „Bahn macht mobil“ – in diesem Fall passt es so gut, dass hier ausnahmsweise auch mal ein Werbeslogan zitiert wird. Manfred Bremmer erläutert in der Computerwoche ein Projekt des ÖBB, der Österreichischen Bahn mit IBM und Apple:

„Da neben der Vereinfachung und Beschleunigung der Arbeitsschritte auch eine bessere Bedienbarkeit im Mittelpunkt stand, wurden die Aufgaben des Zugbegleiters außerdem auf drei Apps verteilt: My Train, My Passenger und My Ticket. Die Anwendungen sind erster Ansprechpartner für die Fahrgäste, geben Fahrplan- und Preisauskünfte sowie Informationen zu Anschlussverbindungen und Unregelmäßigkeiten. Außerdem können sicherheitsrelevante Aufgaben wie etwa Checklisten oder Mängelmeldungen künftig papierlos über die Apps abgewickelt werden.“

Was bringt die Zukunft für Business Apps?

Das Einsatzfeld von Business Apps ist mindestens genauso vielfältig wie in der privaten Nutzung. Doch was erwarten Führungskräfte vom Einsatz solcher Apps konkret? Unter anderem Innovation und Umsatzsteigerung: Laut einer IBM-Studie geben 85 Prozent der Führungskräfte an, dass ihnen mobile Geräte als Katalysator für unternehmensweite Innovationen dienen. 21 Prozent erwarten, dass der Umsatz dadurch um mindestens 10 Prozent steigen wird.

Meine Einschätzung: Inwieweit sich diese Erwartungen in den nächsten Jahren bestätigen werden, wird sich noch zeigen. Vielleicht werden sich die momentan noch sehr vielfältigen Anwendungsfelder etwas konsolidieren. Aber es ist durchaus zu vermuten, dass in vielen Branchen Business Apps bald genauso selbstverständlich genutzt werden, wie wir heute zum Beispiel alle privat unsere Verkehrsverbindung mit einer Öffi-App nachschauen.

Und ein Veranstaltungstipp: Sind Sie dieses Jahr auch auf dem Mobile World Congress? Auf der dortigen IBM-Konferenz am Montag, den 26.2., geht es darum wie mobile Technologien die digitale Transformation von Unternehmen beschleunigen können.

Und was kann der CIO vom Apple App Store eigentlich sonst noch so lernen? Lesen Sie dazu den CIO Kurator Beitrag von Stefan Pfeiffer.

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