IBM IBV Studie: Durch IoT gelingt die erfolgreiche digitale Transformation der Geschäftsabläufe

Daten wachsen exponentiell, ja sie scheinen geradezu zu explodieren. Jeder Mensch erzeugt heute täglich zwischen 600 und 700 Megabyte, bis 2020 soll der Datenverbrauch sogar auf 1,5 Gigabyte anwachsen. In unserer datengetriebenen Welt ist so gut wie alles miteinander vernetzt. Laut Gartner werden im Jahr 2021 7,6 Milliarden “Dinge” vernetzt sein, von denen 64 Prozent Verbraucheranwendungen sind. Aber wie können Unternehmen diese schier nicht zu bewältigende Anzahl an Daten und vernetzten Dingen für sich nutzen?

Wie können sie bessere Kundenbeziehungen herstellen und gleichzeitig die digitale Transformation ihrer Geschäftsabläufe voran treiben?  Das IBM Institute for Business Value hat in seiner Studie „Reinventing the enterprise with Intelligent IoT“ 3.158 C-Suite Führungskräfte aus 91 Ländern und 20 Branchen befragt, wie das Internet of Things (IoT) die digitale Neuerfindung ihres Unternehmens vorantreibt. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Erkenntnisse der Studie für Sie zusammen getragen.

Transformation des Unternehmens dank IoT

Viele der befragten C-Levels planen Elemente ihres bestehenden Geschäftsmodells zu modifizieren, um neue Wertschöpfungspotenziale in ihrem Markt zu erschließen und/oder die Position ihres Unternehmens in der industriellen Wertschöpfungskette zu verändern. Sie erkennen zunehmend die Notwendigkeit, ihre Unternehmen neu zu erfinden, indem sie Kommunikation und Interaktionen digitalisieren, als Teil eines Wandels von Produkt- und Dienstleistungsinnovationen hin zu außergewöhnlichen Kundenerlebnissen.

Ein wesentlicher Bestandteil in der Neupositionierung ihres Unternehmens stellt für die Mehrheit der befragten Führungskräfte IoT dar. 66 Prozent der Befragten planen derzeit, IoT in ihre Betriebsmodelle zu integrieren. Ein wichtiger Faktor dabei ist Künstliche Intelligenz, um Prozesse zu optimieren und weitere Erkenntnisse aus nahezu allen miteinander verbundenen Dingen zu gewinnen. So betont ein befragter Chief Information Officer:

“Revolutionary services and applications will be the biggest outcome of combining IoT and AI. Many standalone businesses will undergo reinvention and will become part of integrated networks.”

Allerdings gaben die befragten Führungskräfte auch signifikante Unterschiede in den Fähigkeiten, Strategien und der Agilität ihres Unternehmens an, wobei sich IBM zufolge vier Archetypen herauskristallisierten: Reinventors, Taktiker, Aspiranten und Beobachter. Die Reinventors (19 Prozent der befragten CxOs) haben die höchste IoT-Anwendungsrate und verfolgen einen visionären Ansatz für eine intelligente IoT-Strategie. Sie nutzen bereits eine breite Palette interner und externer Daten, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu erneuern und neue Kundenerlebnisse zu schaffen. Ihre Vision hinsichtlich künstlicher Intelligenz ist es, Echtzeit-Einblicke und “Vor-Ort”-Aktionen im gesamten Unternehmen zu ermöglichen, um letztendlich das Wachstum des Unternehmens zu fördern.

Collaboration: Durch Zusammenarbeit zum Erfolg

Die Wettbewerbsstrategie der Reinventors besteht darin, ihre Fähigkeiten, Produkte und Dienstleistungen zu modernisieren oder zu diversifizieren und innovative Vordenker zu sein. Um dies zu erreichen, greifen sie auf ihr Netzwerk von Geschäftspartnern zurück. 75 Prozent der Reinventors berichten, dass sie über das richtige Netzwerk von Partnern, Lieferanten und Distributoren verfügen, um ihre Geschäftsstrategie umzusetzen, verglichen mit nur 57 Prozent bei der Gruppe der Taktiker.

Und da machen sie keineswegs Halt: Denn sie nutzen auch ihre Konkurrenz gewinnbringend fürs Unternehmen. Obwohl es natürlich schwierig ist, die richtige Balance zwischen Vertrauen und Schutz des geistigen Eigentums zu finden, arbeiten fast drei Viertel der Reinventors selektiv mit ihren Konkurrenten zusammen. Viele von ihnen haben erkannt, dass Kooperationen – auch historisch gesehen – zu technologischen Innovationen innerhalb und zwischen den Branchen führen. Dies wird häufig durch eine gemeinsame Go-to-Market-Strategie und Kooperationsinvestitionen erreicht.

Und dann gehen sie sogar noch einen Schritt weiter: Sie bringen Kunden in die Diskussion mit ein, um gemeinsam an neuen Spezifikationen für das Produktdesign und an Serviceverbesserungen zu arbeiten. Die Unterstützung des Business-Ökosystems durch die Verknüpfung komplexer Netzwerke von Lieferanten, Distributoren, Kunden und sogar Wettbewerbern ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren, um das digitale Geschäftsmodell neu zu erfinden.

Erfolgreiche Verbindung von IoT mit Künstlicher Intelligenz

Die Reinventors haben sich zudem in einem kritischen Bereich viel weiter entwickelt als die anderen Gruppen: in der Schaffung einer hochgradig skalierbaren IoT-Infrastruktur. Da Konnektivität die Fähigkeiten der IoT-Produkte und -Dienste erhöht, wachsen auch die Komplexität des Netzwerks und die Datenmenge exponentiell. Das erfordert eine robuste Plattform. Diese IoT-Plattformen sind in der Lage, Milliarden von Geräten und Billionen von Nachrichten zu unterstützen, zu verarbeiten und an Endpunkte und andere Geräte weiterzuleiten. In diesem Zusammenhang hebt Frederik Soendergaard-Jensen, Managing Director Collabor8 hervor:

“The IoT allows us to collect vast amounts of data in real-time streams. Without intelligence, though, IoT is just sending in data from devices. AI can quickly find nuances and trends in that data to improve our decision-making and reveal new opportunities.”

Die Reinventors gaben an, dass sie im Durchschnitt umfangreicher in grundlegende Technologien wie Cloud, Mobile und IoT investiert haben. Sie zeigen zudem größere Bereitschaft als beispielsweise die Taktiker, in zukünftige Technologien wie KI und Machine Learning zu investieren.

Die Reinventors setzten ganz klar auf die Verbindung von IoT und KI: Zwei Drittel sind sich einig, dass das volle Potenzial von IoT nur mit der Einführung von KI-Technologien ausgeschöpft werden kann, im Vergleich zu nur einem von zehn Taktikern.

KI und Machine Learning

KI und Machine Learning können dabei helfen, die Grenzen herkömmlicher programmierbarer Computersysteme zu überwinden und Unternehmen dabei unterstützen, die Größe, Vielfalt und Komplexität des IoT besser zu managen: Mit KI und Machine Learning müssen Systeme nicht explizit programmiert werden. Sie lernen aus der Interaktion mit den Nutzern und Erfahrungen. Dies versetzt sie in die Lage, mit der Komplexität Schritt zu halten. Die Möglichkeit, Lernfähigkeiten in das Gerät selbst einzubetten und „devicecentric Insights“ mit Intelligenz in der Cloud zu verbinden, soll die Ergebnisse drastisch verbessern.

KI in Verbindung mit Machine Learning kann Intelligenz in Dinge, Systeme und Prozesse bringen, so dass die relevanten Daten integriert und analysiert werden können. Unter den Reinventors nutzen etwa 30 Prozent Intelligentes IoT – also die Kombination von IoT und AI – aktiv. In diesem Zusammenhang betont ein Chief Information Officer aus der Telekommunikations-Branche:

“By combining new analytical models, IoT data sources and cognitive machine learning, we can achieve new customer insights, and increase customer loyalty and stickiness.”

Übergreifende Zusammenarbeit gegen Silo-Denken

Eine starke Abstimmung zwischen IT-Strategie und Geschäftsstrategie begünstigt die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation. In dieser Hinsicht zeichnen sich die Reinventors mit überwältigender Mehrheit aus: 79 Prozent der befragten Führungskräfte praktizieren bereits übergreifende Zusammenarbeit, im Vergleich zu gerade einmal 48 Prozent bei den Taktikern.

Was macht die Gruppe der Reinventors so erfolgreich? Zum einen transformieren sie ihr Geschäft indem sie auf neue Technologien setzen und zum anderen setzen sie auf übergreifende Zusammenarbeit: Mit Partnern, Konkurrenten und Kunden.

Die komplette Studie in englischer Sprache können Sie hier herunterladen.

Vor kurzem hat das Institute for Business Value auch die Studie „The evolution of process automation“ veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse hat Stefan Pfeiffer hier auf dem CIO Kurator für Sie zusammen gefasst.

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