IBM schickt Watson zu den Grammys

IBM Watson hat seine Fähigkeiten das erste Mal 2011 bei der US-amerikanischen Sendung Jeopardy unter Beweis gestellt und seine menschlichen Gegner erfolgreich besiegt. Jetzt wagt er sich auf den roten Teppich unter die Stars und Sternchen der Musikbranche. Der Grammy, der als wichtigster US-amerikanische Musikpreis gilt, wird dieses Jahr zum 60. Mal im Madison Square Garden an herausragende Musiker, Liedautoren und andere Akteure des Musikgeschäfts verliehen. Zum ersten Mal nutzt die Recording Academy dabei die künstliche Intelligenz von IBM Watson, um einzigartige digitale Erlebnisse zu schaffen, die den Fans die Musik und die Musiker, die sie lieben, näher bringen sollen. Hinter dem Glanz und Glamour der Award-Verleihung arbeitet die Technologie hinter IBM Watson daran, dieses Erlebnis für Fans auf der ganzen Welt erlebbar zu machen. Noah Syken, Vice President Sports und Entertainment Partnerships, IBM betont:

“These capabilities have applications that range across industries. It is the same technology we use to help corporate marketing departments understand which content works and why. And the visual recognition and photo tagging is the same technology we use to help radiologists spot cancer.”

Events hautnah erleben Dank Künstlicher Intelligenz

Hinter den Kulissen wird die KI von Watson eingesetzt, um den digitalen Workflow der Recording Akademy zu optimieren. In der Vergangenheit verließen sich die Grammys auf Fotodienstleistungen von Drittanbietern, um die Bilder der fünfeinhalbstündigen Show zu sammeln und zu verteilen. Dieser Prozess ist natürlich sehr umständlich und viel zu langsam in einer Zeit, in der in den Sozialen Medien permanent in Echtzeit gepostet wird. Watson tritt also ein, um das Leben der Recording Academy zu erleichtern. Das vielseitige KI-System des Technikriesen IBM kuratiert und verteilt in Echtzeit Inhalte und Bilder der Awardshow sowie Bilder der beliebtesten Musikstars – direkt vom roten Teppich bis zu den Social Media Feeds der Fans. Während der Verleihung analysiert und kategorisiert Watson Media stundenlang Videos und fast 125.000 Fotos und markiert sie mit Gesichtserkennung, Gesichtsemotionen, Position und Farbdominanz. Und für die Musik selbst wird Watson den emotionalen Ton der Songtexte, die über die Jahrzehnte von den Grammys nominiert wurden, analysieren und eine einzigartige Datenvisualisierung für Fans auf grammy.com schaffen. Dabei wird die Technologie von Watson in den bestehenden Produktionsworkflow der Recording Academy integriert, wodurch das Content-Management-System effizienter wird und das Team einzigartige Fan-Erlebnisse schaffen kann. John Kent, Program Manager IBM Worldwide Sponsorship Marketing betonte gegenüber engadget.com:

“We do an overview of what Watson is and what Watson isn’t. What are the challenges? What is the audience? The big challenge with the red carpet is ‘how can we help the Recording Academy deal with the hundreds of thousands of photos taken on the red carpet? So in developing programs, we always make sure we are checking efficiency boxes and checking fan-experience boxes and making those happen.”

Watson Media – der mediale Allrounder

Watson Media ist ein erweitertes Portfolio von KI-Diensten speziell für Medieninhalte. Diese kommerziell erhältlichen Cloud-basierten Angebote können Bilder, Sprache, Stimmungen und Töne analysieren, um ein tieferes Verständnis für visuelle Inhalte im Medien-Workflow zu ermöglichen. Für die Grammys hat IBM dafür eigens ein System entwickelt, das Bilder vom roten Teppich von Getty aufnimmt und in Echtzeit analysiert, um die Personen auf den Fotos, die Farben der getragenen Outfits und die Emotionen der Menschen zu identifizieren und zu kategorisieren. Diese Informationen werden dann den Metadaten für jedes Bild hinzugefügt, während die Academy sie an die Medien und über ihre eigenen sozialen Kanäle sendet. Watson wird auch die Outfits, die in diesem Jahr getragen werden, mit denen vergangener Outfits vergleichen und den Fans eine Verbindung zu einigen ihrer Lieblingsmomente in der Geschichte der Show geben. Die Watson Tone Analyzer API des Unternehmens analysiert auch die Texte der nominierten Melodien und Alben und gruppiert sie in fünf Kategorien: Freude, Angst, Ekel, Wut und Traurigkeit. Wie bei den roten Teppich-Looks werden diese mit der Musik vergangener Jahre der diesjährigen Nominierten verglichen, fügte Kent im Interview mit engadget.com hinzu.

Die Grammy-Verlehung ist nicht das erste Großevent für IBM Watson: IBM entwirft, entwickelt und liefert KI-basierte Fan-Erlebnisse für viele globale Sportereignisse und Veranstaltungsorte, darunter The Masters, Wimbledon, US Open und Mercedes-Benz Stadion.

Ob nun Rihanna, Beyonce oder Taylor Swift (oder alle drei?) den begehrten Musikpreis ergattern – Watson ist in jedem Fall live vor Ort und wird das Event auf der ganzen Welt erlebbar machen.

Wenn Sie noch mehr über die Fähigkeiten von Watson erfahren möchten, empfehle ich Ihnen folgenden Beitrag auf dem CIO Kurator: Was ist IBM Watson? Ein kognitiver Werkzeugkasten für unterschiedliche Aufgaben.

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