Über alle Grenzen hinweg: Transparenter Welthandel mit Blockchain

Unzählige Produkte überqueren jeden Tag gleich mehrere Grenzen  – und dabei werden zu 90 Prozent in Containerschiffen transportiert. Was in punkto Logistik hocheffizient ist und uns erlaubt, jederzeit Zugriff auf Waren aus der ganzen Welt zu haben, ist im Bereich Transportmanagement jedoch hochkomplex. Die Warenwege müssen über alle Grenzen hinweg lückenlos nachvollziehbar sein, auch um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten und um Betrug auszuschließen.

Der Transport eines Containers von A nach B umfasst dabei oftmals mehr als 30 verschiedene Akteure – und hunderte verschiedener Interaktionen zwischen ihnen, wie die Antwerpener Hafenbehörde angibt.  Zu diesen Akteuren zählen etwa Transportunternehmen, Verlader, Spediteure und Fahrer.

Die Dokumentation dieser Vorgänge wird dabei überraschend oft noch relativ traditionell gehandhabt, sei es mit Emails, Telefonanrufen und sogar anhand der guten alten Exceltabelle und dem Fax. Dass so das lückenlose Nachvollziehen einer Lieferkette schwierig ist, lässt sich wiederum leicht gedanklich nachvollziehen. Deshalb: Blockchain, übernehmen Sie!

Blockchain bringt alle relevanten Player zusammen: Neues Joint Venture mit IBM und Maersk

Genauso wie die Blockchain-Technologie gerade das Supply Chain-Management in vielen Branchen revolutioniert – etwa dem Lebensmittelhandel – treibt sie auch die Digitalisierung in der Shipping-Branche voran. IBM und Maersk haben dazu ganz aktuell ein neues Joint Venture angekündigt, dass den globalen Handel durch Blockchain effizienter und sicherer gestalten soll. Das Ziel dieser neuen Firma ist, all relevanten Player aus der Industrie an einem Tisch zusammenzubringen – in diesem Fall eine offene digitale Plattform für globalen Handel. Diese kann innerhalb des kompletten Ökosystems über die gesamte Lieferkette hinweg genutzt werden, wodurch die Transparenz in der Lieferkette erhöht wird.

Zdnet listet relevante Aspekte des Joint Ventures auf:

 

  • Michael J. White, former president of Maersk Line in North America, will be CEO of the new company.
  • The company plans to commercialize a shipping information pipeline that will provide supply chain visibility in real time.
  • Another commercial opportunity for the joint venture will revolve around Paperless Trade, a product that aims to digitize and automate paperwork filings across companies and organization boundaries. Smart contract capabilities will also be based on blockchain.
  • The new company will be based in the New York area with products from the joint venture available within six months.

 

Michael White, der designierte CEO des IBM-Maersk Joint Venture erläutert auf dem IBM THINK Blog Details zur Plattform:

“It is about reducing global trade barriers and increasing efficiency across international supply chains, and bringing to market a trade platform for containerized shipping — connecting the entire supply chain ecosystem.

The platform is being built on an open technology stack and is underpinned by blockchain technology. The two main capabilities at launch will address current visibility and documentation challenges.”

Effizienz, Sicherheit und weniger Kosten

Neben erhöhter Transparenz und Sicherheit spricht auch der Kostenfaktor für Blockchain in der Schifffahrt: Analyst Noelle Acheson rechnet laut Deutsche Wirtschaftsnachrichten damit, dass die mit Blockchain erzielte Kostenreduzierung deutlich mehr Handel ermöglichen wird und einen Boom im gesamten Schiffssektor auslösen könnte. Dies wäre für viele Reedereien, die es momentan wirtschaftlich nicht ganz leicht haben, sicher eine gute Nachricht.

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