LinkedIn statt Fachmedien? Plattform wird für die Unternehmenskommunikation immer attraktiver #TopVoices

“Vielleicht sollten wir Social- und Audience-Engagement-Leute auch mehr mit dieser Plattform beschäftigen, statt immer nur Instagram und Snapchat”, kommentiert Daniel Fiene auf Facebook und meint LinkedIn.

Im Interview mit dem LinkedIn-Experten Stephan Koß vertieft er das Thema. Medien könnten nach Auffassung von Koß LinkedIn gut für die Verbreitung von Fachthemen nutzen. Allerdings müsse man auf die Zielgruppe achten.

“LinkedIn ist stark B2B orientiert. So kann man Themen wie Projektmanagement, SAP oder andere Fachthemen gut platzieren, Consumerprodukte würden eher nerven”, so Koß.

Ähnliches äußerte Winfried Felser bei meinem gestrigen Live-Interview mit dem TV- und Hörfunkjournalisten Kai Rüsberg aka @ruhrnalist. Da haben wir uns zu den Medientrends 2018 ausgelassen und auch über den Niedergang der klassischen Fachmedien diskutiert.

Auch Klaus Eck von der Agentur d.Tales hat sich zu dieser Problematik geäußert. Etwa in der IT-Industrie?

“Wie viele Zeitschriften gibt es da noch? Man möchte als Kommunikator gerne mit Medien zusammenarbeiten. Es fehlen aber die Anschlussstellen“, sagt Eck.

Er findet es schade, dass Medien viele Themen nicht mehr aufgreifen.

“Mit den radikal ausgedünnten Redaktionen kann man nicht mehr umfassend berichten.”

Besonders trüb sehe es im Fachjournalismus aus.

“Im Durchschnitt werden dort die Publikationen von 1,5 Personen gemacht. Ein Chefredakteur und vielleicht noch eine halbe Schreibkraft. Das wird dann kompensiert mit vielen ‘freien’ Autoren. Die kommen überwiegend von Unternehmen, die in den Fachmedien ihre Artikel ‚platzieren’. Die Content-Produktion wird ausgelagert“, weiß Eck.

Folge: Auch Fachmedien machen sich überflüssig, weil Unternehmen auf die Idee kommen, solche Formate selbst auf die Beine zu stellen. Die Kompetenz, die Unternehmen bei Fachthemen haben, gehen viel tiefer. Es sei leichter, aus einer fachlichen Kompetenz eine journalistische Kompetenz zu machen als umgekehrt.

Für Felser ist LinkedIn eine geeignete Kompensation.

Michael Kroker verweist auf die steigende Relevanz der Business Plattform, erkennbar an der Auszeichnung Top Voices, die im vergangenen Jahr erstmalig auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz gestartet wurde.In anderen Märkten wie etwa Großbritannien findet das bereits seit einigen Jahren statt.

“Um die Top Voices-Liste zu erstellen, hat LinkedIn laut eigener Aussage eine Kombination aus Daten und redaktionellen Kriterien genutzt. Berücksichtigt worden sei insbesondere, wie häufig Artikel, Kurzbeiträge und Videos eines Mitglieds geliked, kommentiert und geteilt wurden. Zudem ist in die Bewertung mit eingeflossen, wie sehr das Follower-Wachstum von den Veröffentlichungen auf LinkedIn beeinflusst wurde und wie oft ihre Inhalte in die Redaktionsplattform des Netzwerks aufgenommen wurden – laut LinkedIn ein Zeichen für hohe Qualität. Für mich schließt sich mit der Auszeichnung gewissermaßen der Kreis: Denn vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich damit begonnen, meine Blog-Beiträge von ‘Kroker’s Look @ IT’ auf LinkedIn quer zu posten. Und von September 2015 an war ich dann Beta-Tester der Pulse-Technologie in Deutschland – einem Algorithmus, der Beiträge kontext- und schlagwortbasiert an Leser außerhalb des eigenen Netzwerks verbreitet. Bereits damals konnte ich eine deutliche Zunahme meiner Reichweite feststellen. Heute, fast 550 Beiträge später, freue ich mich über knapp 20.000 Follower meiner Blog-Beiträge auf LinkedIn”, schreibt Wiwo-Redakteur Kroker.

Die fünf Top-Influencer des Jahres 2017 auf LinkedIn sind übrigens Daimler-Chef Dieter Zetsche, Wiwo-Herausgeberin Miriam Meckel, Innogy-CEO Peter Terium, Martina Koederitz (im vergangenen Jahr IBM General Manager DACH, sie übernimmt die weltweite Führung des Industrie- und Automobilsektors bei IBM) und MyMuesli-Mitgründer Max Wittrock.

An der Zusammensetzung merkt man schon, wie stark der Fokus auf den Unternehmenssektor liegt. Wie sieht es mit den CIOs aus? Wird LinkedIn für diese Zielgruppe relevanter? Meinung gefragt. Machen wir Live-Interviews via Skype zu diesem Thema und diskutieren über Kommunikationsstrategien.

2 comments

  • Haufe nimmt acquisa vom Markt – passt ja wie die Faust aufs Auge:
    Mit der Ausgabe am 14. Februar 2018 erscheint acquisa, die Fachzeitschrift für Marketing und Vertrieb, nach fast 30 Jahren zum letzten Mal. Das dazugehörige Portal http://www.acquisa.de wird zum 28. Februar 2018 ebenfalls eingestellt.

    “Damit führt die Haufe Group ihre strategische Ausrichtung auf Kernzielgruppen und ihr Digitalportfolio konsequent fort”, teilt der Verlag mit.

    Also das Einstampfen eines Printmagazins ist eine strategische Ausrichtung auf Kernzielgruppen?????

    Joachim Rotzinger, Geschäftsführer in der Haufe Group, erklärt die Hintergründe dieser Entwicklung:

    „Die Einstellung von acquisa ist eine gesamtwirtschaftliche Entscheidung, mit der wir konsequent unserer Strategie folgen und uns auf unsere strategisch relevanten Angebote konzentrieren. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich an neuen innovativen Formaten für unsere Kunden.”

    Merkwürdiges Statement.

    Für die meisten Mitarbeiter wurden andere Aufgaben innerhalb der Haufe Group gefunden. Der bisherige acquisa-Chefredakteur Christoph Pause arbeitet bereits an neuen digitalen Projekten. Da soll es wohl eine Schnittmenge zu LinkedIn geben 😉

  • Pingback: Wie nutzen CIOs die Business-Plattform LInkedIn? Starte Interviewreihe -  CIO Kurator 

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