Deloitte-Studie: Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz war eines der großen Trend-Themen 2017. Es verging kein Tag, an dem nicht darüber in den Medien berichtet oder auf Messen und Kongressen hitzig darüber diskutiert wurde. Auch 2018 wird das Thema sicherlich nicht an Relevanz verlieren. Von Chatbots und digitalen Assistenten über selbstfahrende Autos und der Analyse riesiger Datenmengen: Künstliche Intelligenz ist bereits fest in unserem Alltag angekommen.

Aber wie wirkt sich diese Technologie ganz konkret auf Unternehmen und ihre Geschäfte aus? Und noch viel wichtiger: Gibt es überhaupt schon eine erkennbare Wirkung? In der Studie „2017 Cognitive Technologies Survey” geht das Beratungshaus Deloitte diesen Fragen auf den Grund.

Zentrale Ergebnisse der Cognitive Technologies Survey

Allein schon die Teilnehmerzahl der Untersuchung liefert interessante Erkenntnisse: Ursprünglich sollten 1.500 Senior Executives amerikanischer Unternehmen befragt werden. Im Verlauf der Umfrage mussten sich diese allerdings eingestehen, dass sie noch nicht so weit mit der Technologie und ihrer Verwendung im Unternehmen vertraut waren. Übrig blieben 250 Early Adopter, die die Technologie bereits erfolgreich einsetzen und mit den Anwendungen vertraut sind. 72 Prozent dieser Early Adopter sind C-Level-Führungskräfte, die restlichen 28 Prozent entweder CEOs, Präsidenten, Vorstände oder Besitzer / Partner. Alle vertretenen Unternehmen hatten mindestens 500 Mitarbeiter und ungefähr die Hälfte hatte mehr als 5.000 Angestellte.

Die Early Adopter blicken der Technologie zuversichtlich entgegen und erwarten, dass Künstliche Intelligenz nicht nur Unternehmen sondern ganze Branchen nachhaltig verändern wird. 87 Prozent der Befragten gaben an, dass Kognitive Technologien „wichtig“ beziehungsweise „sehr wichtig“ für ihre Produkt- und Serviceangebote sind. Ganze 92 Prozent denken, dass sie für die internen Prozesse ihres Unternehmens wichtig sind. Und 76 Prozent sind der Ansicht, dass Kognitive Technologien ihr Unternehmen in den nächsten drei Jahren „wesentlich verändern“ werden.

Mehr Leitung, bessere Produkte dank Künstlicher Intelligenz

Den größten Nutzen von Künstlicher Intelligenz sehen die Befragten in der „Verbesserung der Funktionen und / oder Leistungen der Produkte und Dienstleistungen.” 51 Prozent betrachten dies entweder als erste, zweite oder dritte Priorität. Kurz gesagt, Unternehmen versuchen den Wert ihrer Produkte oder Dienstleistungen zu steigern, indem sie sie „smarter” machen.

Deloitte-Studie: Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Obwohl die meisten Befragten Kognitiven Technologien gegenüber sehr positiv eingestellt sind, hapert es bei vielen noch an der Umsetzung. Die Integration mit bestehenden Systemen erachten 47 Prozent als zentrale Herausforderung. Auch die Kostenfrage stellt für viele Unternehmen ein Hindernis dar: Ganze 40 Prozent sind der Meinung, die Technologie sei zu teuer.

Deloitte-Studie: Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz schafft neue Möglichkeiten für den Arbeitsmarkt

Gefragt wurde auch nach dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt. Die Aussichten sind hier insgesamt sehr positiv: Eine deutliche Mehrheit der Befragten gab an, dass sie entweder neue Jobs im Zusammenhang mit kognitiven Technologien geschaffen haben oder dass nur sehr wenige oder keine Arbeitsplätze verloren gegangen seien. 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Künstliche Intelligenz in den nächsten drei Jahren minimalen bis gar keinen Arbeitsplatzabbau mit sich bringen wird und sogar neue Jobs schaffen wird. Ein großer Teil der Befragten denkt, dass sich mit der neuen Technologie Jobrollen und „Skills“ verändern werden.

Auch der Entwicklung in den nächsten zehn Jahren sehen die Befragten positiv entgegen: Mehr als die Hälfte ist der Ansicht, dass Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten für den Arbeitsmarkt schafft. 28 Prozent der Befragten erwarten das Aufkommen neuer Arbeitsweisen, während weitere 28 Prozent der Meinung sind, dass Kognitive Technologien völlig neue Jobs schaffen werden. Mehr als die Hälfte denkt, dass sich Mensch und Maschine in den nächsten drei Jahren gewinnbringend ergänzen werden. Erweiterung statt Verlust: Die meisten Unternehmen gaben an, dass die Automatisierung mehr neue Jobs schaffen wird als davon wegfallen.

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Wir befinden uns aktuell noch in einer sehr frühen Phase des Cognitive Computing – was in fünf Jahren gut läuft, kann sehr von den genannten Ansichten und Prognosen abweichen. Dennoch liefert die Studie interessante und durchaus optimistische Einblicke zum Status quo der Künstlichen Intelligenz.

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