CIO Kurator 

Zwei Seiten einer Medaille: Datenkompetenz und Datentransparenz in Unternehmen, aber auch für Privatleute

Datenkompetenz ist ein Thema, das uns in diesem Jahr unter verschiedensten Aspekten. beschäftigt hat und weiter beschäftigen wird. Der amerikanische Datenanalyse-Anbieters Qlik hat jetzt mehr als 5000 europäische Arbeitnehmer befragt. Hier das Ergebnis in einer Infografik:

via Mangelnde Datenkompetenz in Europa: Nicht einmal jeder Fünfte geht souverän mit Daten um | Kroker’s Look @ IT

In Deutschland sieht die Lage besonders düster aus: Nur 14 Prozent der befragten Beschäftigten fühlen sich “datenkompetent”. Dabei glauben 85 Prozent der Befragtem ihren Job bei richtigem Datenzugriff besser machen zu können. Und es gibt ja auch Studien, dass schlechte Daten Unternehmen 20 Prozent ihres Umsatzes kosten.

Das Thema Datenkompetenz zieht sich quer durch Berufs- und Privatleben. Wer weiß schon privat wirklich, welcher Konzern, welche App und welcher Lautsprechern – wir haben hier gerade über Alexa und Echo diskutiert – seine Daten wie verwendet und wo speichert. Wer liest, kennt oder versteht schon die entsprechenden Paragraphen in den Nutzungsbedingungen der Anbieter?  Nicht umsonst hat sich auch Karl-Heinz Land in diesem Gespräch mit Gunnar Sohn für mehr Datenkompetenz ausgesprochen.

Was bleibt? Wir alle können immer nur wieder fordern, dass die Hersteller ihre Daten transparent machen und sich – so wie es IBM getan hat – zu entsprechenden Grundsätzen verpflichten. Die Frage der Datenkompetenz gehört untrennbar zum Thema der Datentransparenz. Auch gibt es hierbei kaum eine Trennlinie zwischen Job und Privatem. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung EU-DSGVO zieht sich beispielsweise quer durch. Sie soll die persönlichen Daten der Konsumenten und Kunden schützen und stellt deshalb unter Androhung von Strafen entsprechende Anforderungen an Unternehmen. Nebenbei bemerkt: Das beste Gesetz nutzt nichts, wenn man ignorant mit seinen eigenen Daten umgeht.

Sicherlich sind Datenkompetenz und Datentransparenz keine einfachen Themen. Jedoch müssen sich Unternehmen und auch Privatleute damit auseinandersetzen. Ich hoffe allerdings nicht, dass der Privatmensch deshalb zum Data Scientist werden muss. Die brauchen wiederum offensichtlich die Unternehmen, um dem Thema Datenqualität gerecht werden zu können, was im professionellen Umfeld eine Herausforderung zu sein scheint. Das Thema Datenschutz, das ebenfalls in diesen Zusammenhang gehört, sprechen wir heute nur am Rande an …

Nun denn, bohren wir auch hier weiter das dicke Brett dieser anspruchsvollen, aber auch dringend notwendigen sachlichen Auseinandersetzung mit dem Daten-Thema.

(Stefan Pfeiffer)