Künstliche Intelligenz 2018: Weniger Hype und heisse Luft, dafür viel mehr Bewegung, aber auch gescheiterte Projekte

Bernard Marr, Bestsellerautor und Keynote Sprecher, hat auf Forbes in 5 Thesen seine Vorhersagen zum Thema KI getroffen, die wir hier kurz zusammenfassen:

  1. Weniger Hype und heisse Luft, dafür viel mehr Bewegung, so lautet seine erste These. 2018 sei die Sau durchs Dorf getrieben worden – wir erlauben es zuzuspitzen -, in 2018 sollte wir mehr wirklichen Fortschritt in Richtung der Ziele und Versprechungen von künstlicher Intelligenz sehen. Marr rechnet 2018 mit vielen kleinen, aber relevanten Schritten in dem Bereich Machine Learning und neurale Netzwerke, durch die Routineaufgaben erledigt werden könnten.
  2. Wie noch nie zuvor werden 2018 Unternehmen in Projekte der künstlichen Intelligenz investieren. Echter Fortschritt sei zu sehen – Beispiel autonomes Fahren – und CEO und CIO wollten nichts verpassen.
  3. Und in 2018 werden viele Projekte der künstlichen Intelligenz mit hohen Ausgaben scheitern. Die harte Wahrheit sei nun einmal, dass künstliche Intelligenz noch ein schweres und zähes Thema sei, das auch Geld koste. Von “Plug and Play” und As-a-Service-Lösungen sei man noch weit entfernt. Deshalb sei ein durchdachter Plan mit klaren Messkriterien (Key Performance Indikactors, KPIs) unverzichtbar.
  4. Mit den Systemen und Computern werden immer mehr mit und in Sprache kommunizieren. Siri, Echo und Alexa zeigen den Weg.
  5. Die fünfte Vorhersage mag eher noch für den amerikanischen Markt gelten: Roboter werden immer mehr im Gesundheitswesen und auch in der Pflege zu hause Einzug halten. Da scheint uns in Deutschland noch ein weiterer Weg bevor zu stehen.

Auch Sam Ransbotham, Associate Professor of Information Systems auf der Carroll School of Management am Boston College, nimmt sich des Thema künstliche Intelligenz, Hype und Chancen in seinem Beitrag an. Künstliche Intelligenz sei ja nicht neu, sondern sei seit Dekaden präsent. Warum solle ein Manager also jetzt dem Thema Aufmerksamkeit beimessen? Nur ein Hype und alter Wein in neuen Schläuchen?

Ransbotham arbeitet die Unterschiede heraus: Ein wesentlicher Aspekt sei, dass jetzt endlich die Rechenleistung für die Entwicklung von Lösungen der künstlichen Intelligenz verfügbar und erschwinglich seien, die das, was früher in der Theorie vorgedacht wurde, in die Praxis umsetzen lasse. Auch habe man sich von regelbasierten zu datengetriebenen Ansätzen weiterentwickelt. Besonders wichtig sei auch die heutige Vernetzung, die es nun ermögliche, dass künstliche Intelligenz direkt an die digitalen Schnittstellen andocken können.

Der Professor diagnostiziert durchaus einen Hype rund um künstliche Intelligenz, konstatiert aber gleichzeitig Substanz hinter dem Thema. Genau das sei die Herausforderung an die Manager von heute. Man müsse die beiden Gesichter der künstlichen Intelligenz im Auge behalten. Und hier trifft sich Sam Ransbotham mit Bernhard Marr.

Was sind Ihre/was sind Eure Vorhersagen für 2018 rund im künstliche Intelligenz?

(Stefan Pfeiffer)

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