Möglichkeiten von Quantencomputern erforschen – IBM Q Network mit Daimler AG und 11 weiteren Partnern

Quantencomputer sind eine der technologischen Zukunftstrends, die derzeit in aller Munde sind – auch wir haben berichtet. IBM hat kürzlich hier einen deutlichen Schritt nach vorne getan und nun die Kopperation mit den ersten zwölf Unternehmen und Organisationen bekanntgegeben, die im Rahmen des IBM Q Networks das Ziel verfolgen, Quantentechnologie zu fördern und erste kommerzielle Anwendungen zu entwickeln.

Unter den Gründungsmitglieder des IBM Q Network ist auch die Daimler AG, die gemeinsam mit IBM daran arbeitet, potenzielle Anwendungsfälle der Quantentechnologie für die Automobil- und Transportindustrie voranzutreiben. “Das intelligente, vernetzte Auto der Zukunft braucht Rechenleistung, die heute nicht zur Verfügung steht,“ so Ola Källenjus, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Leiter des Bereichs Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung. „Wir glauben, dass Quantencomputer eine wichtige Rolle bei der Schaffung von nachhaltiger und sehr effizienter Mobilität spielen könnten.“ In einigen Forschungsbereichen werden mithilfe von Quantenchemie neue Materialien für mobile Anwendungen gesucht und entwickelt. Weitere Schwerpunkte sind komplexe Optimierungsprobleme wie beispielsweise bei Fertigungsprozessen, Tourenplanung für Fuhrparklogistik, autonomen/selbstfahrenden Fahrzeugen sowie die Verbindung zwischen Quantentechnologie und maschinellen Lernen, um die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz zu verbessern.

Desweiteren gehören (in alphabetischer Reihenfolge) zum IBM Q Network: Barclays, Daimler AG, Hitachi Metals, Honda, JP Morgan Chase, JSR, Nagase, Oakridge National Lab, Samsung, sowie die Universitäten Oxford, Keio (Tokio) und Melbourne.

Das Netzwerk bietet einen cloudbasierten Zugang zu dem momentan modernsten Quantenrechner, einem 20 Qubit IBM Q-System sowie entsprechenden Technologien. IBM hat unlängst den ersten funktionierenden 50-Qubit Prozessor-Prototyp gefertigt und getestet; er wird in der nächsten Generation der IBM Q Systeme verfügbar sein. Die Gründungsmitglieder fördern ein Ökosystem rund um Quantentechnologien, das auf Open-Source-Quanten-Software sowie den entsprechenden Entwicklungswerkzeugen von IBM basiert.

IBM Q Network Partner arbeiten direkt mit Wissenschaftlern und Ingenieuren von IBM zusammen, um der Quantentechnologie in ihren jeweiligen Branchen über den Zugang zu IBM Q Systemen den Weg zu ebnen. Jeder einzelne der IBM Q Network-Partner wird praktische Anwendungen der Quantentechnologie auf unterschiedlichen Gebieten erforschen, die mit ihr schneller oder effizienter gelöst werden können als mit einem klassischen Computer.

(Stefan Pfeiffer)

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