Bitkom-Umfrage zu Künstliche Intelligenz: Welche Einsatzgebiete sehen die Deutschen?

“Bundesbürger geben Künstlicher Intelligenz große Chancen” – Unter dieser Überschrift hat der Digitalverband Bitkom am 15. November das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage veröffentlicht. Demnach kennen die Deutschen bereits so unterschiedliche Einsatzbereiche von Künstlicher Intelligenz (KI) wie Verkehrssteuerung, die Übertragung körperlich belastender Tätigkeiten auf Maschinen, Kundenservice, Verbrechensaufklärung oder Gesundheitsdiagnose. Eine Bandbreite, die mir zeigt, daß die Befragten KI in Alltag und Beruf bewußt wahrnehmen. Und für wichtig halten – für 69 Prozent der Bundesbürger ist KI entscheidend, damit deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind. Wohl deshalb wünscht sich jeder Zweite, dass die Politik die KI-Forschung hierzulande massiv fördert. Das sind vermutlich diejenigen 48 Prozent der Befragten, die KI als Chance wahrnehmen.
Ihnen stehen 47 Prozent der Deutschen gegenüber, die KI als Gefahr sehen. Drei Viertel glauben, dass der Einsatz von KI Machtmissbrauch und Manipulation Tür und Tor öffnet. Jeder Zweite fürchtet, dass KI den Menschen entmündigt oder sich die intelligenten Maschinen irgendwann gegen den Menschen richten. Ist hier vielleicht die Sorge um Arbeitsplätze mitgedacht? Direkt thematisiert wird sie in der Bitkom-Studie jedenfalls nicht.
KI als Chance und Gefahr halten sich also die Waage. Und jetzt wird’s spannend, denn gleichzeitig verlangen 57 Prozent von der Politik, den Ängsten der Bevölkerung beim Thema KI entgegenzuwirken. Das finde ich besonders interessant: KI macht Sorgen und die soll Vater Staat uns nehmen. Da sind sicher auch die Arbeitgeber gefordert, schließlich kann und soll KI ein Wettbewerbsvorteil sein, siehe oben. Wie wär’s mit “Ängste nehmen durch Aufklärung”? Wenn sich bspw. jeweils zwei von drei Bundesbürgern sorgen, dass KI die Vorurteile der Programmierer abbilde bzw. faktenbasierte Entscheidungen nur vorgaukele, ist ein Blick hinter den Vorhang nötig der zeigt, wie selbstlernende Systeme funktionieren.
Hier springt dann auch der umfangreiche Reader „Künstliche Intelligenz“ bei, mit dem Bitkom und Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) „wirtschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Herausforderungen und menschliche Verantwortung“ von KI beleuchten wollen. Ein weites Feld. Klar, dass für die beiden Herausgeber das KI-Glas mehr als halb voll ist. Entsprechend sind die Gewichte verteilt: zum Thema “automatisierte Entscheidungen” hat’s acht Seiten zur Ethik, aber vierzehn zu Recht und Regularien. Der Teufel liegt, wie so häufig, eben im Detail (beziehungsweise im Interessensausgleich). A propos  KI-Ethik – einige IT-Firmen haben sich bereits Verhaltenskodizes gegeben, darunter die IBM.

(Jörg Grafe)

Die Grafik zur Bitkom-Umfrage

Welche Einsatzgebiete sehen, ja erhoffen sich die Deutschen laut einer Bitkom-Umfrage für künstliche Intelligenz? Natürlich soll Künstlicher Intelligenz (KI) im Land der (Immer-noch-)Autofahrer dabei helfen, Staus zu reduzieren. Danach kommen die Roboter in der Fertigung, aber auch in der Verwaltung, in Forschung und Entwicklung sowie im Kundendienst werden Chancen von KI erkannt. Dem folgen Gesundheitswesen und der Einsatz bei der Polizei. Kunst und Kultur werden nicht sehr häufig genannt.

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via • Infografik: Deutsche geben künstlicher Intelligenz eine Chance | Statista

(Stefan Pfeiffer)

 

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