Coden mit Spaß – Digitale Kompetenz in Schulen vermitteln mit Lego-Robotik und Calliope #WRO

Beim Watson Summit in Luzern demonstrierte Peter Kusterer eindrucksvoll, wie man mit der World Robot Olympiad Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren für Informatik begeistern kann.

“Lernen, wie man mit Code umgeht und auch Spaß dabei hat. In einer digitalisierten Welt, wo man mit Chatbots und ähnlichem unterwegs ist, kommt es darauf an, ein Gefühl zu entwickeln, was denn hinter den Systemen steckt.”

An Schulen fehlen die dafür nötigen finanziellen Mittel und die technische Ausstattung.

“Noch dramatischer sind die Lehrpläne, die so etwas überhaupt nicht vorsehen”, kritisiert Kusterer.

Anschlussfähig für die Roboter-Wettbewerbe seien meistens nur AGs oder Projekttage.

“Coden müsste mehr zum ‘Kerngeschäft’ von Schulen zählen.”

Generell sei mehr Unterstützung von allen Beteiligten in der Bildungspolitik vonnöten. Einer Initiative wie Calliope werden viel zu viele Steine in den Weg gelegt. Die Bedenkenträger reichen von den Gewerkschaften bis zu den Schulgremien. Moniert wird etwa die Rolle von Google als Sponsor von Calliope.

“Google will mit Calliope nichts verkaufen”, sagt Kusterer.

Spannend ist der interdisziplinäre Einsatz des Geräts. Das beschreibt Anke Domscheit Berg in ihrem Blog:

“Mit Hilfe eines PCs können kleine Programme geschrieben werden, die dann autark vom Calliope Mini ausgeführt werden. Es können auch sehr einfach Feuchtigkeitssensoren oder Temperaturfühler angeschlossen werden, um zum Beispiel in der freien Natur Messungen vorzunehmen. Oder man schließt einen oder mehrere Motoren an, z.B. um ein selbstfahrendes Auto damit zu bauen. Auch eine Wetterstation, ein Schere-Stein-Papier-Spiel, ein Zufallszahlengenerator für den Matheunterricht oder ein Metronom für den Musikunterricht lassen sich mit dem Calliope Mini konstruieren. Mit dem Calliope Mini erschließt sich Kindern so ein spielerischer Zugang zur Funktionsweise der digitalen Welt.”

Es gibt mittlerweile eine Lehrer-Handreichung vom Cornelsen-Verlag, eine für Grundschüler “und wir haben verschiedene Institutionen, die unter offener Lizenz Lehrmaterial entwickeln, zum Beispiel die App Camps. Nach einer eintägigen Schulung können Lehrer eigentlich gleich loslegen in dem Fach, das sie unterrichten, ob das nun Mathe oder Sachkunde ist. Trotzdem ist die psychologische Hürde hoch, das merke ich in Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern. Wer glaubt, schon mit seinem Handy überfordert zu sein, schaut vielleicht auf die Platine, die er als Gerätekategorie gar nicht kennt und denkt, ‘jetzt muss ich auch noch programmieren'”, erläutert Design-Professorin Gesche Joost im Zeit-Interview. Sie zählt zu den Gesellschaftern von Calliope.

Die öffentliche Kritik an der Förderung von Calliope von Unternehmen wie Google weist sie zurück:

“Wir sind eine gemeinnützige GmbH. Alle Gründer arbeiten seit über einem Jahr ohne Entlohnung. Unser Satzungszweck ist, die Hardware und Schulungsmaterialien kostenfrei für die Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse zu verteilen. Digitale Bildung darf nicht an Kostenbarrieren scheitern. Das Ganze ist Open Source, die Unterrichtsmaterialien sind Open Educational Resources (OER). Dafür brauchen wir natürlich eine Finanzierung. Die kam zunächst vom Bundeswirtschaftsministerium, sonst hätten wir gar nicht anfangen können. Dann haben wir Stiftungen und Unternehmen gesucht, die uns mit Spenden unterstützen wollen. Spende heißt: ohne Gegenleistung. Sie haben keinen Einfluss auf die Inhalte, keinen Kontakt zu den Schulen und Schülern.”

Das Negative an der Kritik sei, dass der Kampfschauplatz verlagert wird. Lehrerverbände seien besonders skeptisch.

“Es ist ja nachvollziehbar, dass viele Lehrer überfordert sind, auch dieses Thema nun noch schultern zu müssen. Daher lobbyieren auch deren Vertreter naturgemäß gegen digitale Bildung: Erst mal sollten die Dächer der Schulen repariert werden. Als ob sich das widerspräche. Es ist schade, dass es diese konservative, ablehnende Haltung gibt und diese so plakativ mit Google verbunden wird”, so Joost.

Peter Kusterer hat im #CIOKuratorLive übrigens angeregt, die Roboter-Olympiade nach Deutschland zu holen. CIO-Kurator wird das unterstützen. Auch das geht nicht ohne Sponsoren. Wer das Projekt gut findet und fördern möchte, sollte sich einfach bei uns melden 🙂

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