Studie: Digitalisierung in Deutschland und wer dafür verantwortlich ist

Die große Mehrheit innovativer, digitaler Projekte in deutschen Unternehmen wird von CIOs bzw. den IT-Abteilungen vorangetrieben. So sagen es zumindest die Befragten der Trendstudie Digitalisierung, die kürzlich von Tata Consultancy Services Deutschland in Zusammenarbeit mit Bitkom Research veröffentlicht wurde. Dafür wurden Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt, die für die Digitalisierung zuständig sind. Diese Entscheider saßen in ganz unterschiedlichen Abteilungen und Unternehmensbereichen, von der Geschäftsführung über IT-Abteilungen bis zu operativen Abteilungen oder, interessanterweise, Finanzen. Die Studienmacher gehen davon aus, dass die Ergebnisse für Unternehmen ab 100 Mitarbeitern in Deutschland repräsentativ sind.

Umfrage von TCS und Bitkom Research zum Stand der Digitalisierung in Deutschland

Interessanterweise ist die Verantwortung der Geschäftsführung für digitale Projekte seit letztem Jahr gesunken. 2016 waren noch bei über der Hälfte der Projekte die obersten Damen und Herren die Antreiberinnen. Laut der aktuellen Umfrage sind trifft dies nur noch bei 42% der Projekte zu. Wenig überraschend sind es vor allem die Bereiche, die den Kunden am nächsten sind, die das größte Potential für die Digitalisierung bieten, also im Marketing und Vertrieb, genauer etwa im Kundenservice (80%) oder in der Kundenakquise (76%).

Das Thema Sicherheit spielt auf vielen Ebenen der Digitalisierung eine sehr dominante Rolle in Deutschland. So sind es zum Beispiel mit großem Vorsprung IT-Sicherheitsberater, die von den Unternehmen vor allem gesucht werden, wenn es um Neueinstellungen im digitalen Bereich geht. Knapp 60% der befragten Unternehmensvertreter wollen vor allem im Sicherheitsbereich investieren und die IT-Sicherheit sehen fast die Hälfte der Unternehmen als die große Hürde an, die es zu überspringen gilt bei der digitalen Transformation.

Durchschnittlich investieren die deutschen Unternehmen etwas unter fünf Prozent ihres Gesamtumsatzes in die Digitalisierung, was mir grundsätzlich eher wenig vorkommt. Mehr als 20% investiert kein Unternehmen. Die große Mehrheit der befragten Führungskräfte, nämlich 73%, stehen der Digitalisierung nichtsdestotrotz insgesamt positiv und aufgeschlossen gegenüber.

In etwa einem Drittel der befragten Unternehmen gibt es bereits ein spezielles Team, welches sich um die Digitalisierung kümmert. Gegründet wurden diese Teams vorwiegend, in 78% der Fälle, aus der IT Abteilung heraus.

Digitalisierung Umfrage Deutschland

Umfrage von TCS und Bitkom Research zum Stand der Digitalisierung in Deutschland

Bei der Frage nach den digitalen Schlüsseltechnologien stehen Cloud Computing (73%) und Big Data Analytics (39%) an der Spitze der bereits eingesetzten Technologien bei Unternehmen in Deutschland. Künstliche Intelligenz (6%) und, vor allem, Blockchain, welches wir hier auf dem Kurator immer wieder diskutieren, stehen noch am Ende der Liste der Technologien, die die Macher der Studie abgefragt hatten.

In der Studie, die hier kostenlos zu bestellen ist, sind noch sehr viel weitere detaillierte Ergebnisse zu finden, unter andere genauere Angaben zu den Hürden und Potentialen sowie den Investitionsabsichten und auch zu Ergebnissen nach Branchen aufgeteilt.

Zum Schluss geben die Umfragemacher noch Empfehlungen an Unternehmen, die sich vor allem um die strategische und ganzheitliche Verankerung des Themas Digitalisierung in den Unternehmen drehen sowie um die Notwendigkeit, Kompetenzen im gesamten Unternehmen, also nicht nur in den IT-Abteilungen, aufzubauen:

„Vorstände und Geschäftsführer ziehen sich aus Innovationsprojekten zurück. Dabei ist es gerade jetzt entscheidend, unternehmensweite Initiativen für zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das erfordert zentral verankerte Top-down-Entscheidungen.“

 

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