Wie (privat) muss die Cloud sein?

Cloud-Technologien haben sich in den vergangenen Jahren etabliert – laut Bitkom Cloud Monitor 2017 nutzen mittlerweile 65 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud-Technologien. Nicht nur Startups profitieren von der Flexibilität von Cloud-Infrastrukturen zur Entwicklung neuer Anwendungen, auch im Enterprise Umfeld sind sie längst Standard geworden.
Microservices stärken die Innovationkraft der Cloud

Lag in der Vergangenheit der Nutzen einer Cloud-Infrastruktur hauptsächlich in der uneingeschränkten Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Bereitstellungsgeschwindigkeit von Rechenleistung, Netzwerk und Speicher, so hat sich dieses Bild nun deutlich verändert. Dem Entwickler stehen heute in einem kaum überschaubaren Maß Microservices zur Verfügung, die einfach in Anwendungen integriert werden können. Diese Services werden von Teams unabhängig und eigenständig entworfen und weiterentwickelt. So entstehen zahlreiche Cloud Native Apps, die die Applikationslandschaften entscheidend mitprägen.

Diese Möglichkeit, einmal gefundene Problemlösungen auch in eigene bestehende Anwendungen zu integrieren ist eine wesentliche Grundlage für die Innovationskraft der Cloud. Heute nutzen Unternehmen Cloud-Infrastrukturen vor allem aus dem Grund, um ihr Geschäftsmodell anzupassen und Innovationen schnell in den Markt zu bringen. Der Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit seinem Geschäftsmodell und auch dieses hat ein Verfallsdatum – nämlich dann, wenn der Markt sich ändert, neue Technologien entstehen oder neue Trends Wachstumsfelder öffnen. Da ist vor allem Schnelligkeit  vor dem Wettbewerb gefragt.

Die Cloud-Infrastruktur hilft zum einen bei dem Konsum von Diensten, zum anderen lassen sich auch Dienste zur Verfügung stellen, um anderen Anwendern den Nutzen eigener Innovationen zu ermöglichen. Gerade dieser Punkt, Bereitstellung eigener Geschäftsmodelle über APIs zur Nutzung durch Dritte, ist ein höchst spannender Aspekt – gute Beispiele einer solchen API Integration sind die Bezahlung über PayPal oder die Integration von Wetterdaten.

Auch neue Arbeitsmodelle wie agile Entwicklungsmethoden unterstützen das Konzept der eigenständigen unabhängigen Microservices im idealen Maße. Nach und nach stellen Unternehmen Ihre Bestandssysteme auf moderne Architekturen um und beschleunigen somit diese Entwicklung und die eigene Fähigkeit, sich an neue Marktgegebenheiten anzupassen oder den Markt zu beeinflussen.

Zusammengefasst ist die Cloud-Infrastruktur heute die Basis für den Zugang zu Innovationen, um neue Geschäftsmodelle und Ideen rasch umzusetzen und ein Werkzeug, das in idealer Weise agile Arbeitsmethoden unterstützt.

Ab in die Public Cloud?

Der Markt für Public Cloud Services wächst stetig weiter – 2017 soll der Gesamtumsatz mit Public Cloud-Angeboten gemäß Gartner um 18,5 Prozent wachsen. Bis Ende des Jahres steige das Marktvolumen auf 260 Milliarden US-Dollar – von knapp 220 Milliarden Dollar Ende 2016. Nun gibt es jedoch Gründe für Unternehmen, nicht ausschließlich auf eine Public Cloud-Infrastruktur zu setzen:

  • Unternehmen betreiben nach wie vor eine große Anzahl von nicht Cloud-fähigen Bestandssystemen, in denen die wertschöpfenden Geschäftsprozesse abgebildet sind.
  • Governance- und Sicherheitsanforderungen erlauben es in vielen Fällen nicht, Daten und Anwendungen in eine öffentliche Cloud-Infrastruktur zu geben.
  • Unternehmen haben Bedenken, geschäftskritische Informationen in eine Infrastruktur außerhalb des eigenen Unternehmens zu stellen.
  • Die Betriebskosten in einem eigenen Rechenzentrum sind für bestimmte Workloads unter Umständen deutlich günstiger.
  • Es bestehen technische Hürden, Systeme, die sehr geringen Latenzzeiten und bestimmte Performance-Kriterien erfordern, in die Cloud zu heben.

Hybride Landschaften vereinen das Beste aus beiden Welten

Unternehmen sind heute in der Lage, Microservices aus der Public Cloud in Anwendungen zu nutzen, die im eigenen Rechenzentrum betrieben werden und die auf lokale Daten zurückgreifen. Die interne Anwendungsentwicklung nutzt agile Entwicklungsmethoden und erstellt eigenverantwortlich interne Cloud Services, die in beliebigen Projekten genutzt werden können. So erstellte Microservices können in den lokalen Bestandssystemen genutzt werden und bestehende Anwendungen lassen sich über diesem Weg schrittweise modernisieren.

Eigene Services können in der Private Cloud Infrastruktur betrieben und Dritten über API Schnittstellen kontrolliert und sicher zur Verfügung gestellt werden. Dieses Verfahren ermöglicht neue Wege bei der Kapitalisierung eigener Geschäftsmodelle.

Die interne Infrastruktur lässt sich flexibel den Anforderungen einzelner Workloads zuordnen und bei Bedarf flexibel in die Public Cloud skalieren. Einzelne Workloads können auf diesem Weg beliebig zwischen einer Private- und einer Public Cloud-Infrastruktur verschoben werden, um der jeweils vorherrschenden Situation gerecht zu werden. Und das Unternehmen hat die vollständige Kontrolle über die verwendeten Daten und Infrastrukturkomponenten. Beliebige Cloud Services lassen sich bedarfsgerecht hinzufügen, überwachen und managen.

 

 

Brückenschlag von der Private zur Public Cloud

IBM Cloud Private stellt eine vollständige Entwicklungsplattform für die Erstellung von Cloud Native Apps oder für die Modernisierung bestehender Applikationen zur Verfügung, in der Unternehmen Miroservices erstellen und managen können. Sie beschleunigt die Entwicklung und Integration von Apps in Multi-Cloud-Umgebungen und nutzt Ressourcen aus Private und Public Cloud.

Die Plattform unterstützt Cloud Foundry, Docker Container und Kubernetes. Dies umfasst auch weitere führende Open Source-Entwicklerprodukte, die entsprechend der Gegebenheiten des Unternehmens erweitert werden können. In IBM Cloud Private sind die Kompetenzen, Tools und Methoden zusammengefasst,die notwendig sind, um Hybride Cloud-Infrastrukturen zu managen und zu betreiben, beispielsweise Monitoring.

Kernelement sind weiterhin die sichere Anbindung von Daten und Services an das eigene Datencenter der Kunden, um oben genannte Innovationen zu ermöglichen. Bestehende Infrastrukturen und Investitionen in Hardware und Lizenzen (BYOL) können genutzt werden und erleichtern so den Einstieg in neue Technologien.

Fazit: Mit den Möglichkeiten der IBM Cloud Private erschließt sich auch den früher der Cloud gegenüber zurückhaltenden Kunden eine neue Welt und der Schlüssel, sich nicht nur dem Markt anzupassen, sondern als Innovationsführer Marktanteile dazu zu gewinnen.

Autor: Ingolf Hohensee, IBM Cloud DevOps Sales Leader DACH

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