Mehr Mut zum Try-and-Fail-Prinzip – CIO-Wünsche

Welche Berichte sollte das CIO-Kuratorium verstärkt aufgreifen? Das fragte ich Dr. Andreas Rebetzky, CIO von Sto, zum Schluss des Interviews. Generell findet er ist toll, wenn Unternehmen ausdrücken, was sie machen.

„Ich würde mir wünschen, dass Unternehmen sich auch über das äußern, was nicht gut lief. Jeder erzählt gerne über seine Erfolge. Wir können aber aus Fehlern viel mehr lernen. So etwas sollte CIO-Kurator bringen. Wo seid Ihr mal auf die Nase gefallen. Solche Erfahrungen sollte man teilen.“

So sieht das auch der Gaming-Experte Christoph Deeg:

„Wir müssen akzeptieren, dass es nicht um die Tatsache geht, dass jemand einen Fehler gemacht hat. Es geht vielmehr darum gemeinsam aus diesen Fehlern zu lernen. Interessanterweise ist dieses Try-and-Fail-Prinzip ein elementarer Bestandteil des Gamings. Gamer sind es gewohnt, Fehler zu machen und sich in den jeweiligen Communitys darüber auszutauschen. Die Gamer sind uns also einen Schritt voraus. Natürlich weiß ich, dass es Dinge im Leben gibt, bei denen Try-and-Fail nicht funktioniert oder nicht wünschenswert ist. Natürlich möchte ich nicht, dass mein Chirurg mal Lust hat, etwas Neues auszuprobieren. Aber in der Breite fehlt uns die Bereitschaft Fehler anzuerkennen. Dass wir sie machen, ist klar – würden wir sie kommunizieren, würden wir alle und vor allem schneller lernen können.“

Man könnte auch von einer Lust am Flop, Debakel oder an der Blamage sprechen, wie der Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger.

Jeder Peinlichkeit wohnt eine Erleuchtung inne, und „während der Arbeiter im Weinberg der Kultur seine Erfolge rasch zu vergessen pflegt, hält sich die Erinnerung an einen Flop jahre-, wenn nicht jahrzehntelang mit geradezu blendender Intensität. Triumphe halten keine Lehren bereit, Misserfolge dagegen befördern die Erkenntnis auf mannigfaltige Art. Sie gewähren Einblick in die Produktionsbedingungen, Manieren und Usancen der relevanten Industrien und helfen dem Ahnungslosen, die Fallstricke, Minenfelder und Selbstschussanlagen einzuschätzen, mit denen er auf diesem Terrain zu rechnen hat“, schreibt Enzensberger in seinem Opus „Meine Lieblings-Flops, gefolgt von einem Ideen-Magazin“ (Suhrkamp Verlag).

Beim Format „Fuckup-Night“ wird das ja zelebriert. Ich finde so etwas sehr spannend.

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