Blockchain in der öffentlichen Verwaltung: Der Erfolg in konkreten Zahlen

Manche Länder sind innovativer als andere. In diesem Fall geht es nicht um die USA, Südkorea oder Deutschland. Sondern: um Estland. In der Tat gibt es kaum ein anderes Land, das die Digitalisierung in Verwaltung und öffentlichem Leben so konsequent umgesetzt hat. Beispielsweise geben Bürger dort bereits seit zwölf Jahren via Internet bei Wahlen ihre Stimme ab, wie Matthias Kolb in der Süddeutschen berichtet hat. Und sogar Ausländer können der Republik virtuell beitreten – als „E-Resident“.  Dabei geht es allerdings nicht um eine Staatsbürgerschaft, sondern eher um eine geschickte PR-Strategie.

Dennoch: Andere Länder und Verwaltungen können von den Esten in punkto Digitalisierung sicherlich einiges abschauen. Nicht jedes  Land möchte wahrscheinlich Online-Wahlen durchführen – aber wie sieht es mit der Blockchain-Technologie aus, um Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten?

Dieselben Prioritäten: Verwaltung und Blockchain

 

Blockchain und Verwaltung passen per se gut zusammen: Schließlich ermöglicht die Technologie von allen Beteiligten einsehbare, manipulations- und ausfallsichere Transaktionen; das dabei verwendete Register ist fälschungssicher. Genau solche Vorgänge und Prozesse sind ja auch die Kernkompetenz von Behörden. Stephan Zimprich, Leiter der Kompetenzgruppe Blockchain im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. äußert sich dazu:

„Öffentliche Verwaltungen pflegen Listen, beispielsweise der Einwohner einer Kommune oder der dort zugelassenen Fahrzeuge. Das Grundbuch ist ein Register, das die Rechte der Bürger an bestimmten Immobilien auflistet. „Dies alles ließe sich heute schon mithilfe der Blockchain-Technologie fälschungssicher, automatisch und effizient führen“, sagt Zimprich. Eine weitere Stärke der Blockchain: Sie kann die Umsetzung von Prozessen und die Durchsetzung von Rechtsnormen automatisieren. „Rechtlich zwingende Verfahrensabläufe ließen sich als Smart Contracts in die Blockchain einprogrammieren und so deren Einhaltung quasi erzwingen, sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind“, sagt Stephan Zimprich.“

Blockchain hat also viele Vorteile für Verwaltungen. Inwieweit wird die Technologie jedoch bereits genutzt? Das IBM Institute for Business Value hat in der Studie “Building trust in government” dazu einige Zahlen vorgelegt. Es wurden dabei 200 Verantwortliche in 16 Ländern befragt. Die Studie zeigt, dass der Verwaltungssektor der Blockchain-Technologie gegenüber sehr aufgeschlossen ist:

Our research revealed that government organizations are looking at how blockchain technology can positively impact operations in a number of areas. For example, nine in ten government organizations plan to invest in blockchain for use in financial transaction management, asset management, contract management and regulatory compliance by 2018. And seven in ten government executives predict blockchain will significantly disrupt the area of contract management, which is often the intersection of the public and private sectors.

In der Studie wurde auch eine besonders innovationsfreudige Gruppe identifiziert, die sogenannten Trailblazers. Hier die Ergebnisse nochmal etwas genauer aufgeschlüsselt:

 

  • 14% of government institutions – the Trailblazers – expect to have blockchains in production and at scale by 2017.
  • 7 in 10 government executives expect blockchain will deliver the greatest cost, time and risk reductionbenefits in regulatory compliance.
  • 9 in 10 government executives plan to make blockchain investments in financial transaction, asset management, contract management and regulatory compliance by 2018.

 

Es spricht also einiges dafür, dass Bürger auch in Deutschland in absehbarer Zeit zwar nicht online wählen werden, dafür aber bei Behördengängen zumindest mittelbar mit der Blockchain-Technologie in Berührung kommen werden.

Zum Thema Blockchain und Studienergebnisse gibt es weitere Posts auf dem CIO Kurator: und zwar hinsichtlich Blockchain und Banken, und Blockchain und Gesundheitsindustrie.

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