Was ist IBM Watson? Ein kognitiver Werkzeugkasten für unterschiedliche Aufgaben

Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, kann man es irgendwann nicht mehr hören: „der Supercomputer IBM Watson“. Dr Wolfgang Hildesheim, den wir hier auf dem CIOKurator auch schon interviewt haben, stellt nochmals klar, um was es bei IBM Watson und den verschiedenen Services wirklich geht.

Es  wird allerhöchste Zeit, ein weit verbreitetes Missverständnis aus dem Weg zu räumen:  IBM Watson ist kein Großrechner, kein monolithisches „KI-Großhirn“! IBM Watson ist vielmehr eine modular aufgebaute Plattform mit vielfältigen, KI-basierten Services. Services, die Organisationen, Unternehmen und einzelnen Anwendern zur Verfügung gestellt werden können, um damit ihre individuellen Aufgabenstellungen und Probleme zu lösen: Mit Sprach-, Bild- oder Textanalysen, mit Übersetzungsleistungen oder Konversations-Hilfen. Diese vielfältigen Services basieren auf Algorithmen, die kognitiv, also im weitesten Sinne „lernfähig“ sind und die im Kontext ihres Einsatzes individuell trainiert werden müssen, um ihre spezifischen Aufgaben erledigen zu können.

Watson ist folglich ein KI-basierter Werkzeugkasten, bestehend aus unterschiedlichen kognitiven Software-Lösungen, die IBM grundsätzlich über die Cloud zur Verfügung stellt.  Einige Services, beispielsweise der Watson Explorer, können je nach Bedarf in einer Organisation im Einzelfall auch vor Ort („on premise“) implementiert und genutzt werden.

Wie gut, wie „intelligent“ und wie „lernfähig“ diese einzelnen Services tatsächlich sind, wird immer wieder nach streng wissenschaftlichen, objektiven Kriterien getestet, ihre Leistungsfähigkeit verglichen, gemessen und bewertet. So wurde zum Beispiel vor einigen Wochen der Watson Visual Recognition Service mit anderen Lösungen verglichen. Das Ergebnis war deutlich und eindeutig: Watson Visual Recognition war überlegen im Hinblick auf Erkennungsraten, Erkennungsgeschwindigkeit und Trainingseffizienz. Vergleichbare messbare Leistungsmerkmale und Ergebnisse gibt es für viele andere Watson Services auch.

Watson ist keine fertige Lösung

Der modulare Aufbau lässt verschiedene Möglichkeiten zu, wie die einzelnen Watson Services genutzt werden können: entweder als solitäre Lösungen für eine einzelne, sehr spezifische Aufgabenstellungen, als größere „Pakete“, in denen verschiedene Fähigkeiten zusammengeschnürt werden oder aber auch als integrale Bestandteile von umfassenden Software-Paketen, ohne dass dies explizit wird:  Watson ist dann gewissermaßen drin, steht aber nicht drauf.

Damit ist klar: Auch wenn Watson bei der Quizshow Jeopardy! im Jahr 2011 als monolithisches „KI-Großhirn“ zum ersten Mal in Erscheinung trat, so hat dieser Auftritt kaum noch etwas mit der heutigen Watson Plattform zu tun. Es gibt keinen singulären, fertigen Watson Super-Computer, keine fertige Lösung! Stattdessen einen Werkzeugkasten mit vielen einzelnen Komponenten, die immer wieder zu neuen Lösungen zusammengebaut werden können.

Vielfältige Anwendungsgebiete und -gruppen

Ebenso vielfältig wie die Services und Kombinationen sind die Anwendungsgebiete und Anwendergruppen von Watson. Dabei gilt: Die unterschiedlichen Fähigkeiten von Watson sind für praktisch alle Branchen und Fachbereiche interessant. Ebenso sieht es auch aus mit den Anwendergruppen: Einzelne Nutzer, Watson Business Partner, Mitarbeiter bei Kunden oder IBM, auch Schüler, Studenten, Programmierer, Data Scientists oder Machine Learning Experten gehören dazu.

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