CIO-Wünsche an die neue Bundesregierung: Digitale Aufbruchstimmung in die Unternehmen tragen – Rebetzky warnt vor Trägheit

Der Bundesverband VOICE versteht sich auch als Sprachrohr der IT-Anwender an die Politik. Das betonte Dr. Andreas Rebetzky, CIO der Firma Sto und Präsidiumsmitglied von VOICE, im Gespräch mit CIO-Kurator. Entsprechend werden auch Wünsche an die neue Bundesregierung gerichtet, die sich in den nächsten Wochen wohl bilden wird.

“Alle beklagen, dass Deutschland in der Digitalisierung hinterherhinkt. Wir machen das vor allem fest an der Zahl der Haushalte, die über einen Internetanschluss von über 50 Mbit pro Sekunde verfügt. Man braucht diese Infrastruktur. Das ist ein riesiges Investment. Die Politik muss versuchen, die Möglichkeiten der Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Bürokratie abzubauen”, so Rebetzky.

Wichtig sei auch, den Schutz der Privatsphäre nicht zu vernachlässigen. Und bei aller Notwendigkeit für eine moderne Infrastruktur sollte vor allem die digitale Aufbruchstimmung in die Unternehmen getragen werden. Die großen Unternehmen seien schon gut dabei.

“Probleme sehe ich bei den kleinen und mittleren Unternehmen, die vielleicht über zwei IT-Mitarbeiter verfügen. Für die ist die Digitalisierung wichtig, aber noch weit weg.”

Gute Ansätze bietet die Bundesregierung nach Ansicht von Rebetzky beim Aufbau von digitalen Labs, die sich speziell an kleine und mittelständische Firmen richten. So etwas sollte auch in Zukunft gefördert werden.

“Ich kenne kleine Firmen in den USA, die sind überhaupt nicht digital unterwegs”, weiß Rebetzky.

Da sollte man sich von dem Glanz des Silicon Valley nicht blenden lassen.

“Wir haben eine große Chance mit einem starken Mittelstand.”

Der Wunsch von VOICE: Nicht nur auf die großen Themen und Player schauen, sondern kleine und mittelständische Unternehmen intensiv bei der Digitalisierung unterstützen. Den Verband der IT-Anwender sieht er dafür als gute Plattform.

“Wir pflegen einen intensiven Austausch mit Unternehmen, mit Branchen, mit Regionen und auch bei branchenübergreifenden Themen. Wir brauchen diese Stimme, also VOICE, um nicht nachlässig zu werden bei der Digitalisierung. Wir sind in einer hervorragenden wirtschaftlichen Lage. Aber dieser Erfolg kann auch hinderlich sein für die Innovationsfähigkeit”, mahnt Rebetzky im #CIOKuratorTalk.

So seien die Auftragsbücher im Handwerk voll. In solch einer Gemengelage müsse man aufpassen: “Man wird träge.”

Siehe auch:

DER CIO DER ZUKUNFT IST MODERATOR UND BRÜCKENBAUER – INTERVIEW MIT DR. ANDREAS REBETZKY, CIO DER FIRMA STO

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