Cloud ebnet dem Textilverlag JAB ANSTOETZ den Weg ins digitale Zeitalter – Gespräch mit und Artikel von Patrick Kosche, CIO

Auf dem Watson Summit in Frankfurt haben wir uns mit mit Patrick Kosche, dem CIO der JAB Anstoetz Group unterhalten. Ein absolutes hörenswertes Gespräch:

Hier veröffentlichen wir als Hintergrundinformationen einen Beitrag von Patrick Kosche zur Lösung bei JAB Anstoetz, der zuerst auf dem IBM THINK Blog erschienen ist:

Schmetterlinge – Schmetterlinge sollten es sein, die den Vorhang zieren. So einfach der Wunsch der Kundin, so schwierig die Suche. Denn die Onlinesuche bei JAB ANSTOETZ hatte nur Optionen wie Farbe, Typ oder Material und wurde nicht fündig. Dabei gibt es unter den rund 35.000 Produkten des mittelständischen Textilverlages mehrere Vorhänge mit Schmetterlingsmuster – nur wo? Da die Kundin ihre erfolglose Suche bei der Geschäftsleitung von JAB ANSTOETZ meldete, trat sie eine Lawine los. Jetzt macht sich das Unternehmen intensiv Gedanken darüber, wie dank künstlicher Intelligenz (KI) zukünftig auch Schmetterlinge und andere ausgefallene Muster gefunden werden können.

Zentrale Plattform für Händler und Kunden

Problem der alten Suchmaschine: Sie ist auf Partner und Händler abgestimmt, die sich in der Produktwelt des Textilverlages auskennen und ein Vorwissen zu Stoffen, Teppichen und Tapeten haben. Die Händler geben meist den Produktnamen ein und finden so den Vorhang oder Stoff, den sich Kunden im Geschäft wünschen. Doch das Kundenverhalten hat sich verändert: Früher holten sie sich ihren Rat ausschließlich im Einrichtungshaus, heute informieren sie sich vorab im Internet und suchen dort auch mal nach – Schmetterlingen.

JAB ANSTOETZ hat sich für neue Wege in der Kundenberatung entschieden und den JAB Marketplace ins Leben gerufen. Er entwickelte sich zur zentralen Plattform, über die Partner, Händler und Kunden zusammenfinden. Der Marktplatz wurde mit Unterstützung von IBM realisiert und vereint den klassischen Online-Shop mit interaktiver Designberatung. Er bindet beispielsweise einen webbasierten Vorhang-Konfigurator ein, über den Kunden mit wenigen Klicks maßgeschneiderte Gardinen und Vorhänge auswählen können. Die Fensterdekoration wird in Handarbeit gefertigt und direkt nach Hause geliefert. Somit können Geschäftspartner den Marktplatz für ihre Kunden nutzen – bereits mehr als 500 Partner sind an Bord.

Intelligente Suchmaschine für alle

Bei der Umsetzung der KI-basierten Suchmaschine will JAB ANSTOETZ die kognitive Watson Technologie von IBM nutzen. Mit dem Watson Service „Visual Recognition“ lassen sich Bilder analysieren. Basis für die Suche sollen die Produktbilder sein, die es ohnehin von allen Stoffen, Teppichen oder Tapeten gibt. Der KI-basierte Service wird dann nicht nur Formen, Farben oder Designs erkennen, sondern auch Muster wie Häuser, Tiere oder Bäume auf den Stoffen. Zudem ist Watson eine lernende KI-Technologie und kann unbekannte Objekte aufnehmen und später in einen neuen Kontext stellen. Deshalb wird die Suchmaschine zukünftig wissen, wie Schmetterlinge aussehen und wo sie zu finden sind.

Mit Hilfe der IBM Cloud treibt der Textilverlag JAB ANSTOETZ die Digitalisierung voran.

Wohndesign hängt vom Wetter ab

Die intelligente Suchmaschine ist nur ein Beispiel dafür, wie JAB ANSTOETZ die digitale Transformation vorantreibt, um sich neue Geschäftsfelder und Märkte zu erschließen. Teil der Digitalstrategie ist außer dem JAB Marketplace auch die Gründung der Tochter SARAH & SUE. Das Start-up betreibt Filialen in Köln, Hamburg, Paderborn und Bielefeld sowie einen Onlineshop und bietet edles Wohndesign wie Kissen, Vorhänge und Accessoires. In der IBM Cloud werden KI-basierte Watson Analysen genutzt, um die Vorlieben der Kunden besser zu verstehen – abgestimmt auf Saison, Trends und individuelle Wünsche. Digitale Informationen werden ausgewertet, um Stoffe und Teppiche mit Accessoires zu kombinieren. Gefüttert mit Wetterdaten soll über Watson auch ermittelt werden, wie sich Sonne, Schnee oder Sturm auf den Verkauf von Plaids und Tischdecken auswirken.

Digitaler Weg vernetzt Händler mit Kunden

Über die Analysen in der IBM Cloud erhalten Sortimentsplaner auch Informationen darüber, welche Farben die Kunden bei Rollos, Vasen und Kerzen aktuell bevorzugen oder welche Produkte gekauft werden. Zudem wird JAB ANSTOETZ von IBM bei der App-Entwicklung und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt, um Cloud-Services zielgerichtet einzusetzen.

Der digitale Weg hat für JAB ANSTOETZ eine Dimension eröffnet, die bisher wenig genutzt wurde – die Vernetzung von Partnern, Händlern und Kunden. Egal ob es um die aktuelle Kollektion geht, trendige Tipps oder die Schmetterlinge auf der Gardine, JAB ANSTOETZ gestaltet mit der Cloud seine digitale Zukunft. Und bald schon wird eine intelligente Suchmaschine nur noch wenige Mausklicks vom individuellen Wohndesign entfernt sein, das sich Kunden wirklich wünschen.

(Patrick Kosche)

 

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