@axelopp Arbeitsplatz der Zukunft wird mit Gestern-Konzepten geplant

Es gibt bislang keine Konzeption für eine vernetzte Ökonomie jenseits der industriellen Massenfertigung aus den Zeiten des Fordismus. Übrigens auch nicht im linken Spektrum der Politik:

„Die Linke war historisch eine Befürworterin des Fortschritts, technologisch und sozial. Diese Rolle hat sie irgendwann verloren. Industrialisierung der Landwirtschaft war eine der zehn Forderungen des Kommunistischen Manifestes, eine damals unerhört futuristische Forderung. Wo ist heute eine Linke, die nur annähernd an solch visionäre Perspektive anknüpfen könnte? Die sich eine Vollendung der durch den fossilen Irrweg des letzten Jahrhunderts unvollständig gebliebenen Elektrifizierung auf die Fahnen schreibt? Die mehr Automatisierung fordert, statt weniger“, fragt sich Timo Daum in seinem neuen Opus „Das Kapital sind wir – Zur Kritik der digitalen Ökonomie“, erschienen im Edition Nautilus-Verlag.

Ähnlich sieht es der CIO-Kurator Axel Oppermann:

„Was die meisten als Arbeitsplatz der Zukunft verstehen, ist eigentlich der Arbeitsplatz der Vergangenheit. Sehr viele Ressourcen werden in die falschen Themen investiert. Jeder CIO oder Geschäftsführer ist beseelt von der Idee des Digital Workplace. Man kauft irgendwelche Kollaborationslösungen, dann gibt es mal einen Kurs für agile Arbeit und Teamdynamik. Das führt zu nichts.“

New Work und ähnliche esoterische Denkansätze führen nach Meinung von Oppermann in die falsche Richtung.

„In den vergangenen zehn bis 15 Jahren haben es die Leute nicht geschafft, Kollaboration in der Breite hinzubekommen. Die Art und Weise, wie in der Vergangenheit gearbeitet wurde, werden in die neuen Konzepte übertragen. Es muss viel mehr auf Automatisierung und Standardisierung gesetzt werden.“

Da würde dann auch Design Thinking nicht greifen. Das werde von denen gepredigt, die mit Brainstorming gescheitert sind.

Wie man das Ganze politisch gestalten kann, sollte so langsam vorgedacht werden. Mehr dazu in meiner Netzpiloten-Kolumne, die am Freitag erscheint.

Das verlangt nach einer kontroversen Diskussion 🙂

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