In 28 % der Unternehmen führt der CIO die digitale Transformation (und er kann es, wenn er auch das Geschäft versteht)

Irgendwie gehören sie doch zusammen, die digitale Transformation und der CIO mit seiner IT-Abteilung. Zwar wird immer wieder betont, dass digitale Transformation kein IT-Thema ist, so auch von Brain Solis von Alitmeter:

„it’s not about IT … Digital transformation is about competing differently as employee and customer behaviors, and everything else, evolve. It’s an enterprise-wide effort and the CIO is instrumental but so are other key stakeholders. Companies need to move in the right direction together and be aligned on vision and purpose and what success looks like along the way.“

via CIOs lead digital transformation projects, but companies still fail to innovate – TechRepublic

Aber dann kommt doch raus, dass der CIO und die IT-Abteilung gebraucht werden. Laut dem The 2017 State of Digital Transformation Report, einer Umfrage von Altimeter unter mehr als 500 Executives und Digitalstrategisten, führt der CIO in immerhin 28 Prozent der Unternehmen die Initiativen zur digitalen Transformation (wieder) an:

Aber seien wir mal ehrlich. Im Grunde ist es ziemlich egal, wer die Initiative anführt, solange Durchsetzungswille und -fähigkeit mit entsprechender Rückendeckung des „Boards“ da sind. Und dann kann natürlich auch ein CIO, der eben das Geschäft kennt und denkt (und nicht nur Technologe ist) durchaus erfolgreich im berühmten Driver Seat sitzen. Deshalb habe ich auch mit generalisierenden Aussagen wie der von Jeanne Ross meine Probleme.

Nicht gleich alle über einen Kamm scheren. In unserer Interviewserie haben und werden sich CIOs vorstellen, die sich natürlich mit dem Business auseinandersetzen und hier vorangehen und treiben. Holger Rieth von Stute Logistics ist ein Beispiel für die Logistik-Branche. In Kürze stellen wir weitere digitale CIOs vor. Wie wir sie dann nennen – ob wie Gartner Digital Builder oder Digital Pioneer -, ist mir im Grunde ziemlich egal. Sie verstehen das Geschäft (ihres Unternehmens). Sie wollen etwas bewegen, sie bewegen etwas und sie gehen voran. Und genau das braucht es.

Die eigentlichen Probleme liegen nicht in der Person des CIO oder in der IT-Abteilung begraben. Das hat auch die Altimeter-Umfrage ergeben. Demnach mangelt es vor allem an Expertise und Fachkräften, an der Wahrnehmung, dass digitale Transformation kein Cost Center sondern eine Investition ist, und an generellen kulturellen Faktoren im Unternehmen und drum herum.

Vor allem fehlt auch – so die Umfrage – das generelle Verständnis, dass die digitale Transformation Wertschöpfungsketten, ja ganz Industrien auf den Kopf stellen kann. Beispiele wie Uber oder Airbnb sind für mich nur der Anfang, wenn man an geschäftlichen Möglichkeiten denkt, die sich durch eine Technologie wie Blockchain eröffnen. Wir stehen (vermutlich) erst am Anfang. Und es braucht durchaus den CIO, der in der Lage ist, neue disruptive Technologien auf das Geschäft zu „mappen“ und so Unternehmen nicht nur fit für die Zukunft, ja überhaupt überlebensfähig zu machen.

(Stefan Pfeiffer)

 

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