Was denn nun? German Angst, Made in Germany und German Powerhouse

Derzeit summieren sich die Deutschland und die Digitalisierung betreffenden Artikel in meinem Reader, gerade nach der Bundestagswahl 2017. Am gestrigen Tag habe ich Sascha Lobo zitiert, der einen digitalen Marschallplan mit einer Investition von 100 Milliarden Euro alleine in die Breitbandinfrastruktur für Deutschland fordert:

Ohne einen solchen massiven Förder- und Forderungsplan schafft dieses Land die Digitalisierung nicht. Jedenfalls nicht auf dem Niveau, das zur Erhaltung des gegenwärtigen Wohlstands notwendig wäre.

via Deutschland braucht einen digitalen Marshallplan – sofort! [Kolumne] – SPIEGEL ONLINE

Sascha listet in seinem Beitrag neben Breitband noch eine Reihe weiterer Initiativen auf, die für die digitale Fitness Deutschlands notwendig sind. Gunnar Sohn hat dann nachgelegt und eine Diskussion rund um die Notwendigkeit eines Digitalministeriums losgetreten, die auch kontrovers auf unserer Facebook-Seite geführt wurde. Braucht es ein eigenes Ministerium oder muss Digitalisierung nicht in jedem Ministerium verankert sein? Sicher ein kontroverses Thema.

Einig zu sein scheint man sich, dass in Deutschland etwas passieren muss. Auch Christian Rätsch mahnt in seinem Beitrag an, die „German Angst“ gerade im deutschen Mittelstand zu überwinden.

Die „German Angst“ geht im Mittelstand um. Viele Unternehmen beäugen die Digitalisierung hierzulande noch immer skeptisch: Sie fürchten Kontrollverlust, hohe Investitionen und mehr Komplexität.

via (99+) Macht „Made in Germany“ bei Digitalisierung halt? | LinkedIn

Und er betont einen aus meiner Sicht extrem wichtigen Punkt: Wir müssen (in seinem Kontext Mittelstand) die Belegschaft und generell die Bevölkerung beim Thema Digitalisierung – wie heisst es so unschön – mitnehmen, sonst wird es nicht funktionieren und zu Ergebnissen führen, wie wir sie im Zusammenhang der Wahl erlebt haben.

Die breite Mitarbeiterschaft ist strukturell in die Veränderung einzubeziehen. Dabei spielt die Dramatik der Veränderung eine erhebliche Rolle, da diese viele überrennt und überfordert. Wenn Routinen in Frage stehen, herrschen Unsicherheit und Ablehnung. Daher müssen die jüngsten Belege erfolgreicher Zusammenarbeit Berücksichtigung finden: Menschen müssen sich sicher fühlen, um die Veränderung anzunehmen und zur eigenen Sache zu machen. Denn gerade die „Digitalisierung“ ist nicht Sache des Chefs, sondern geht uns alle an.

via (99+) Macht „Made in Germany“ bei Digitalisierung halt? | LinkedIn

Und mir kommt der Beitrag von Verena Krebs in den Sinn, die die Studie des IBM Institute for Business Value über das wirtschaftliche Powerhouse Deutschland vorgestellt hat. Top in Technologie, aber Aufhol-Potenzial in Digitalisierung und Innovation – so das Ergebnis der Umfrage unter Führungskräften. Es müsste noch an einigen Stellschrauben gedreht werden, um das Powerhouse Deutschland unter Dampf zu halten. Neben der Digitalisierung sehen die deutschen Führungskräfte aber auch andere Aspekte für die Wettbewerbsfähigkeit von der Einwanderungsproblematik über Mitarbeiterqualifikation bis hin Innovationsfreundlichkeit im Unternehmen. Und genau das Thema haben wir im Grudne genommen auch bei Christian Raetsch gehört.

Das Thema Digitalisierung in Deutschland wird uns weiter beschäftigen.

(Stefan Pfeiffer)

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