Wie wandelt man sich vom digitalen Saulus zum Paulus? Einsichten ins Personalmanagement im #StudioZ #ZP17

Das StudioZ rockte die Fachmesse Zukunft Personal und zeigte, wie man mit kleinem Equipment das Messegeschehen, Workshops, Vorträge und Fachdiskussionen zum Personalmanagement auch für Abwesende ins Bild rücken kann – live und direkt. Es gab in den Sessions von StudioZ Experimente mit Webinaren via Facebook Live, spontane Statements zu HR-Trends, Expertenmeinungen, Anwenderberichte, Branchen-Sichtweisen und sogar politische Bekenntnisse wie von Professor Tobias Kollmann. Er forderte eine radikale Veränderung der beruflichen Bildung zur Verbesserung der digitalen Kompetenzen und plädierte zur Bundestagswahl leidenschaftlich für die Schaffung eines eigenständigen Digitalministeriums (wird hier und vor allem auf Facebook heftig diskutiert):

Tanja Friederichs von der Puls GmbH skizzierte die Wandlungen ihres Unternehmens in den vergangenen drei Jahren vom digitalen Saulus zum Paulus. Dazu zählt nicht nur die Einführung eines Social Collaboration Tools, sondern die weltweite Umstellung der Organisation in der Zusammenarbeit, in transparenter Wissensvermittlung und der Kommunikation. Mit dem Private Active Network sollen die Mitarbeiter die Sprache der Digitalisierung erleben, sich austauschen und gemeinsam das digitale Profil ihrer Organisation entwickeln. Pulse ist für dieses Projekt mit dem dritten Platz des Deutschen Personalwirtschaftspreises ausgezeichnet worden. Hier die Glückwunsch-Runde mit Tanja Friedrichs:

Das erste Webinar-Experiment wagte Sebastian Berger von IBM:

Ob es in der HR-Branche eine Aufbruchstimmung gibt, ist für Sven Franke, CEO bei Equity Change Management, noch nicht wirklich klar. Viele Protagonisten des Personalmanagements seien noch in ihren alten Mustern gefangen.

„Arbeiten 4.0 haben sie verschlafen. Auch die die Frage nach der neuen Rolle der HR ist nicht beantwortet. Letztlich ist es die Frage nach der Sicherheit in der Unsicherheit, die in der digitalen Transformation beantwortet werden müsse.“

Jeder müsse wohl seinen eigenen Weg finden und Dinge ausprobieren. Es gebe Beispiele, wo Organisationen auf selbstorganisierte Teams umstellen. Das gehe nur Schritt für Schritt. Zehn goldene Regeln werde man nicht finden. Die Top-Themen von Sven Franke: Stärkere Sichtbarkeit von Frauen – also New Work Women – und New Pay.

„Es ist in den vergangenen Jahren viel über New Work diskutiert worden, aber das Thema der Bezahlung ist dabei umschifft worden“, bemängelt Franke:

Beim Stichwort #NewWorkWomen kam dann direkt Nadine Nobile (Vorstand von Augenhöhe) vor das Mikrofon. Sie hat die Initiative vor einigen Wochen auf Facebook und Xing gegründet. Entstanden ist das Projekt aus Frustration:

„Ich bin ständig zu neuen Arbeitswelten unterwegs, möchte mich informieren und austauschen. Auf den Podien sehe ich fast nur Männer, aber keine Frauen. Für neue Arbeitswelten brauchen wir einen breiten Blick und vielseitige Perspektiven. Das können wir nicht abdecken, wenn immer nur eine kleine Gruppe von Männern untereinander diskutiert. Deshalb habe ich New Work Women ins Leben gerufen und sofort eine große Resonanz geweckt.“

Hier kann man der Facebook-Gruppe beitreten.

Als Spürnase bei HR-Trends war der Blogger Sebastian Hollmann unterwegs. Analyse-Systeme, die zu einer besseren Wertschätzung von Mitarbeitern führen können, zählte zu den Themen, die wir im Interview erörterten.

„Generell gewinnt man den Eindruck, dass die Digitalisierung endlich im HR-Management angekommen ist. Man erkennt es an der stark wachsenden Zahl von Startups, die sich auf der Fachmesse gezeigt hat“, so Hollmann.

Über den Nutzen von Podcasting für die interne Kommunikation gab es wichtige Anregungen von Sebastian am Ende des Gesprächs:

Wie Chatbots nicht nur die Kommunikation mit Kunden bereichern, sondern auch als nützliche Assistenten für Call Center-Mitarbeiter fungieren können, schilderte der Call Center-Fachmann Walter Benedikt in zwei Video-Teilen (zwischendurch gab es mal wieder einen Netzausfall):

Das zweite Webinar-Experiment mit Karin Fuhry und Roger Haenggi von IBM:

Eine größere Runde kam durch die Initiative des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) zustande. Teilnehmer: Yvonne Balzer (Direktorin und Mitglied der Geschäftsleitung von Kienbaum), Marc Wagner (Managing Partner der Detecon) und Sven Semet (IBM Thought Leader HR bei IBM). Welche Chancen und Risiken bietet die Digitalisierung für HR? Was leistet KI im HR-Bereich, was (noch) nicht? Identifizierung und Beurteilung von Kandidaten? Rechtliche Hürden? Wie verändert Künstliche Intelligenz die (strategische) Rolle der HR im Unternehmen? Brauchen wir zukünftig überhaupt noch eine HR Abteilung oder übernehmen das die Maschinen? Wie ist es um die digitale Fitness von HR-Führungskräften bestellt? Spannende Fragen und spannende Antworten 🙂

Digital Leadership ist die Spezialität von Bettina Kahlau. Wie lernen Führungskräfte, in Eco-Systemen mit weniger Ego unterwegs zu sein? Wie gelangen mehr Frauen ins Top-Management? Wie gelingen Vorstandswechsel? Was müssen Aufsichtsräte an neuen Fertigkeiten mitbringen? An den Abrufzahlen des Videos kann man das Interesse an den Antworten gut ablesen. Läuft gut 🙂

Thomas Buck, der Initiator des HR-Roundtable – der Heimathafen von StudioZ auf der Zukunft Personal, lobte die Idee der Live-Talks. Das geht runter wie Öl:

Zur Idee von CIO-Kurator unterhielt ich mich mit dem Initiator Stefan Pfeiffer. Das Vorhaben ist ein Paradebeispiel, wie man Unternehmenskommunikation direkt, schnell und ohne Freigabeschleifen realisieren kann. Auf den offiziellen Websites der Firmenwelt sieht das anders aus. In der heutigen Zeit brauche man eine andere Schnelligkeit. Wenn Unternehmen sich zu Medienplattformen wandeln wollen, sollten sie sich von ihrer offiziösen Sprache und ihrer Abstimmungsbürokratie lösen. Man müsse völlig anders agieren, sagt CIO-Kurator Stefan Pfeiffer. Die Plattform-Community bekommt kuratierte Informationen zu CIO-Themen sowie exponierte Meinungen und kein offizielles Unternehmens-Sprech – das würde die Community zu Tode langweilen:

Mehr Gerechtigkeit durch Künstliche Intelligenz bei der Rekrutierung und Karriere von Mitarbeitern stand überraschenderweise auf der Agenda des Gesprächs mit Marc Wagner und Sven Semet:

Das knüpft nahtlos an die finale Session mit Robindro Ullah an. Tenor: Künstliche Intelligenz sorgt für Rebellentum in Organisationen.

Gerechtigkeit und Rebellentum durch KI? Das verlangt nach einem längeren Beitrag auf CIO-Kurator, den ich in den nächsten Tagen schreiben werde.

Mit rund 7000 Videoabrufen (Status 25. September, um 10:20) fanden und finden die StudioZ-Sessions auf der Zukunft Personal eine große Resonanz. Ein Ende ist nicht absehbar, weil ja noch einige Beiträge und fortlaufende Debatten angestoßen wurden.

Experiment gelungen 🙂

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