Millenials müssen Marathon lernen – Offener Brief an die Selfie-Generation #VorDerSportschau #ZP17

Ein bisschen sehr plakativ, ein bisschen sehr über einen Kamm geschert dieser offene Brief an alle Millennials, Gen Y, End-Zwanziger bis Mitt-Dreißiger von Jakob Osman, aber manche Verhaltensweisen sind schon hier und dort zu beobachten. Job Hopping: Welcher CIO will schon latent die gerade ausgebildeteten Talente verlieren!? Die Selfie-Generation ist doch sehr auf sich fokussiert? OderKommentare und Feedback (sehr) erwünscht.

Auf einmal stehen da diese Kickertische, der vegane Joghurtshake am Morgen ist kostenlos und das Bio-Obst wurde durch kostenlose Yoga-Kurse ergänzt. Ihr habt eure perfekte Wohlfühl-Oase. Glücklich seid ihr trotzdem immer noch nicht. Was zur Hölle fehlt denn nur?

Denn in der realen Arbeitswelt merkt ihr, dass Meckern und Klagen eben kein Erfolg hat. Ihr merkt, dass eure Chefs auf einmal Leistung erwarten. Dachtet ihr ernsthaft, sie geben euch all das, weil ihr euch dann weiter beschweren könnt? Dachtet ihr, dass es weiterlaufen wird wie in der Schule oder im Studium? …

Glück ist ein Marathon. Erfolg im Job ist ein Marathon. …

Ihr habt den Anspruch, wirklich etwas zu bewegen. Doch ihr verzweifelt, wenn nach drei Monaten Trainee-Stelle in einem Dax-Unternehmen kein kompletter Kulturwandel einsetzt. Schließlich seid ihr doch da! …

Doch statt den Marathon anzunehmen, wechselt ihr lieber alle zwei Jahre den Job, weil die aktuelle Position eine „Einbahnstraße“ ist und euer Chef euch nicht genug würdigt. Ihr wechselt den Partner, weil es „kompliziert wird“ …

Fangt an zu kämpfen!

via Generation Y: Millennials sind überfordert und überschätzt – manager magazin

Sinnigerweise ist auch auf Enterprise Strategies ein Beitrag erschienen, der die Millenials „aufs Korn nimmt“: Millenials in the Workplace: Are the Steroetypes right? Natalie Eisele schreibt über drei Verhaltensmuster: Job Hopper, faule Arbeiter und Technologieverliebheit. Und sie verteidigt die Millenials, besonders deren Nutzung von Technologie am Arbeitsplatz.

Stereotypes exist for a reason. But like all stereotypes, they don’t define an entire generation. Millennials appreciate hard work and dedication in the workplace but also recognize that quality of life outside of work is important too. Millennials are the first generation to have grown up with technology, and they are successfully making strides toward navigating this technology in the workplace without letting it take over.

via Millennials in the Workplace: Are the Stereotypes True? –

Und ja, Stereotpye sind schwierig und wir müssen uns davor hüten, aber gewisse Muster sollten durchaus erkannt und benannt werden. Und wer sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen will, dem sei der Report Myths, exaggerations and uncomfortable truths – The real story behind Millennials in the workplace vom IBM Institute for Business Value empfohlen. Als Appetithappen diese Infografik:

GBL03032USEN

Vielleicht auch ein Thema für eines Deiner Gespräche auf der Zukunft Personal, lieber Mitkurator Gunnar Sohn?

(Stefan Pfeiffer)

 

2 Kommentare

  • „Fangt an zu kämpfen!“ Das kann ich nur unterschreiben. Auch den Marathon-Lauf, auch wenn ich ihn selbst nicht mehr vernünftig auf die Straße bringe (die 3 Stunden und 15 Minuten konnte ich Mitte der 80er noch packen beim Berlin Marathon). Es gibt kaum noch, sich zu organisieren, in Gewerkschaften mitzuarbeiten, Betriebsrat zu werden und ähnliches. Widerstände werden fast wehleidig kommentiert. Das ist allerdings nur meine sehr persönliche Beobachtung. Die ist natürlich nicht repräsentativ. Aber wahrlich ein interessantes Thema fürs StudioZ.

  • Auf XING hat Arne Bergmann, Chief Sales Officer (CSO) der panagenda GmbH, am 18.9 kommentiert:

    Arne Bergmann –
    Schwierige Thematik, gerade für größere Unternehmen, wohl aber nicht ausschließlich auf die Unternehmensgröße an sich zu beziehen. Vielmehr sind weitere entscheidende Punkte u. a. Unternehmenskultur, hierarchische Strukturen und die Risikobereitschaft auch jungen, noch unerfahrenen Mitarbeitern Verantwortung und somit Gestaltungsfreiraum in komplexeren evtl. sogar strategisch relevanten Projekten zu geben.
    Löschen

    Arne Bergmann –
    Gerade der letzte Punkt ist aus meiner Sicht sehr relevant für „Millenials“, da sie als (junge) Erwachsene den nachvollziehbaren Anspruch haben nicht länger wie Jugendliche / kleine Lehrlinge behandelt zu werden, die nur einfachste und „risikofreie“ Zuarbeiten bewältigen können. Dann nämlich „reissen“ sie nichts und haben im Fall des Scheiterns auch keine Möglichkeit zu lernen. Lernen und eigene Erfahrungen machen sind Keypoints für Millenials. Unternehmen, die nicht bereit sind das zu bieten werden ausgetauscht auf dem Weg des beruflichen Heranwachsens.

    Arne Bergmann –
    Wie kann ein Unternehmen damit umgehen? Wir haben zum Beispiel ein „Buddy Programm“ in welchem jeder Neuzugang über die ersten 12 Monate einen Mentor/Coach hat, der als ständiger Berater im Hintergrund zur Verfügung steht. Wohlbemerkt NICHT als Lehrmeister oder Mini-Chef, sondern reinrassig als Berater mit dem z.B. Handlungsoptionen besprochen werden können und dessen Erfahrung mit bestimmten Situationen genutzt wird.

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