Die C-Suite und ihre Filterblase

Ein interessanter Beitrag von   zum Thema Zusammenarbeit und Kommunikation mit richtig knackigen Aussagen. Die Zeit offiziöser, massierter und zensierter Top-Down-Kommunikation ist demzufolge vorbei. Corporate Communications glaubt man eh nicht mehr als verlässlicher Quelle:

CIOs and internal communications leaders must understand this: the era of broadcasting heavily massaged and sanitized information to employees is over.

via 7 Employee Collaboration Lessons We Learned by Cutting Out the Middleman

Haben das Unternehmensführung und die Kommunikationsabteilung wirklich verstanden? Noch immer gibt es die traditionellen Massnahmen wie Newsletter, Intranet-Verlautbarungen oder die berühmten All-Hands-Meetings und -Calls, über die „kommuniziert“ wird. Laut Basham Young findet die wahre Kommunikation und Arbeit unterdessen direkt über informelle Netzwerke statt. Moderne (Social) Collaboration-Werkzeuge hätten Hierarchien niedergerissen und erlaubten es Mitarbeitern, sich unabhängig von formaler Position zu vernetzen.

Meine 2 Cents: Ich bin mir nicht sicher, ob Basham Young hier richtig liegt. Viele Mitarbeiter nutzen die neuen technischen Möglichkeiten nicht oder nur in sehr beschränktem Maße. Stattdessen leben sie weiterhin in ihrem Posteingang, horten dort Informationen und Wissen und tauschen sich darüber aus. Schade, aber doch wohl gelebte Realität vieler Mitarbeiter und in vielen Unternehmen.

Stark wiederum die Aussagen von Basham Young zur C-Suite, die in ihrer eigenen Welt, in einer Blase leben, weit weg von den Mitarbeitern.

1. The C-Suite Lives in a Bubble
Given their social position at the company, the deference of their subordinates and their executive assistants who clean up inboxes and find information on-demand, most senior leaders have no idea what it’s like to be an everyday employee.

We often hear that email “is just how we get things done here” and “it’s the only place where I can reach everybody.” Executives are coddled and highly protected from the collaboration overload that impacts the majority of their knowledge workforce.

via 7 Employee Collaboration Lessons We Learned by Cutting Out the Middleman

Meine 2 Cents: Es ist zu einfach, die Schuld allein auf E-Mail zu schieben. Nicht das Tool ist das primäre Problem. (Vielleicht ein sekundäres Problem.) Verlautbarungen und Offiziell-Sprech kann man auch in Blog-Beiträgen und in internen sozialen Netzwerken absondern, genau wie platte Lobhudeleien von Adlaten. Es geht vielmehr um die Kommunikations- und Führungskultur. Und Mitarbeiter messen auch das Management an Taten. Wer von Agile redet und die Paradigmen vertritt, muss sie auch als Führungskraft (vor)leben.

(Stefan Pfeiffer)

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