Online-Shopping mit magischem Spiegel – Abschied von nerviger Umkleidekabine

Michael Povel hat auf meinen Aufruf zum Ideengewimmel für die Reduktion von Retouren im Online-Handel reagiert und auf seinen spannenden Beitrag „Spieglein, Spieglein an der Wand“ hingewiesen:

„Moderne 3D-Scanner nehmen alle relevanten individuellen Körpermaße und die Körperform für ein 100% passgenaues Kleidungsstück in Sekunden auf. So detailgetreu, dass man daraus mit Hilfe eines 3D-Druckers sogar ein originalgetreues Abbild als Gipsfigur erstellen kann“, schreibt Povel.

Es gebe aber auch kleinere, günstigere und genauso brauchbare Alternativen zum professionellen Großscanner, die schon jetzt massentauglich sind.

„Mit Hilfe der Webcam am heimischen Computer, einer CD/DVD und einer Bildverarbeitungssoftware können Sie sich selbst vermessen. Die CD wird vor den Bauchnabel gehalten und dient der Software zur Kalibrierung (Größe der CD bekannt) und Errechnung aller anderen Körpermess-Daten.“

Die so gewonnenen Daten eigenen sich zum Visualisieren im Online-Handel in Form „Rendering Models“ oder „Scanatars“. Dafür gibt unterschiedliche Lösungen: das eigene Smartphone, die Cloud beim Händler oder Programme bei Body-Scan-Dienstleistern. Letztere erfassen nicht nur die Daten, sondern gleichen sie auch mit den Konfektionsgrößen der verschiedenen Hersteller im Warenwirtschaftssystem ab.

Und dann folgt der Schritt, der in Richtung virtuelle Umkleidekabine geht:

„Unter dem Begriff ‚Magic Mirror‘ werden Lösungen diskutiert, bei denen das bewegte reale Spiegelbild des Kunden mit den verschiedensten virtuellen Kleidungsstücken angezogen wird. In der reinen Lehre geschieht dies in Echtzeit, mit entsprechenden Anforderungen an die IT des Händlers. Der Kunde kann auf Knopfdruck oder mit Gestik die Kleidungsstücke wechseln, alternative Farben ausprobieren, sich aus der 360 Grad-Perspektive betrachten und, der Clou, die Bilder mit den verschiedenen Kleidungsstücken über die sozialen Medien oder Email mit Freunden teilen.“

Die technologische Basis ist dafür vorhanden:

Hybrid Cloud, die Anbindung von mobilen Endgeräten, Mensch-Maschine-Interaktion mit Hilfe von Cognitive Computing und die Einbindung verschiedenster Gadgets aus dem Internet of Things.

Effekt:

„Im Online Handel: weniger Retouren! Das ist von grundsätzlicher wirtschaftlicher Bedeutung, da heute dort rund 30 Prozent Retouren anfallen, die weltweit jährlich rund 8 Milliarden Dollar Kosten verursachen“, resümiert Povel.

Habt Ihr weitere Ideen?

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