Verlieren Elite-Unis ihre besten KI-Forscher? Fischzug der Firmen #CIODebatte #ZP17

Um zukunftsfähig zu sein, müssen CIOs sich neu erfinden, so das Credo des Harvey Nash-Analysten Mark Hayes im CIOKuratorTalk.

Technologische Kenntnisse seien die Basis. Dazu kommen neue Themen wie Data Science, Big Data, Open Source, Forschung und Entwicklung, digitale Expertise, Plattform-Strategien.

„Große Unternehmen legen eine digitale Strategie fest. Das allererste was sie machen: Sie tauschen die CIOs aus“, weiß Hayes.

Aber nicht nur das: Um geeignete Kandidaten zu finden, fischen Firmen an den Elite-Universitäten. Dabei geht es nicht nur um die Absolventen, sondern auch um das Forschungspersonal, wie die FAZ in einem Beitrag dokumentiert:

„Vor rund zwei Jahren warb der Fahrdienst Uber auf einen Schlag vier Dozenten und Dutzende Forschungsmitarbeiter der Carnegie Mellon University in Pittsburgh ab. Das Unternehmen holte sich damit Verstärkung für eine gerade gegründete Forschungseinheit, die an autonomen Fahrzeugtechnologien arbeiten sollte.“

Ziel der Einkaufstour waren die Stanford University im Silicon Valley und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie Carnegie Mellon als eine der besten akademischen Institutionen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI), das bei der Entwicklung selbstfahrender Autos eine große Rolle spielt.

Zwei Fragen wirft die FAZ auf:

„Müssen Spitzenuniversitäten auf Zukunftsfeldern wie KI ein Abwandern ihrer besten Kräfte in die Wirtschaft fürchten? Oder: Könnte darunter die Ausbildung der Studenten leiden? Und schließlich: Wie kann eine renommierte Universität als Arbeitgeber überhaupt mit finanzkräftigen Technologiegiganten konkurrieren?“

Eine Möglichkeit, damit umzugehen, sind Seitenwechsel: Beispiel Andrew Moore. Er wurde im Jahr 1993 Professor bei Carnegie Mellon, ging 2006 zum Internetkonzern Google und kam 2014 zurück an die Universität, um das Amt des Dekans anzunehmen. Diese Seitenwechsel sind für Unis und Unternehmen gut.

„Rückblickend sagt er, dass er mit allen seinen Karriereschritten zufrieden sei. Google habe ihm die Chance gegeben, zu verstehen, wie sich Forschung in kommerzielle Anwendungen übersetzen lässt. Es habe ihn dann aber auch wieder gereizt, in die akademische Welt zurückzukehren“, schreibt die FAZ.

Zweite Variante: Ruslan Salakhutdinov:

Der Dozent in der Abteilung für maschinelles Lernen an der Informatikfakultät ließ sich von Apple als Chef der KI-Forschung rekrutieren, behielt aber seinen Posten an der Universität.

„Er verbringt nach Angaben von Moore jetzt 20 Prozent seiner Zeit bei Apple und den Rest bei Carnegie Mellon“, so die FAZ.

Wie schaut das in Deutschland aus? Welche Erfahrungen machen Unis und wie gehen Unternehmen bei der Anwerbung von Fachpersonal vor? Eigentlich ein spannendes Debattenthema für die bevorstehende Kölner Fachmesse Zukunft Personal.

Im #StudioZ sollten wir das diskutieren. Man hört, sieht und streamt sich am 19. und 20. September in der Blogger Lounge und beim HR-Roundtable in Halle 3.1, Stand F27.

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