Was zeichnet einen Unternehmer wie Jeff Bezos aus? #ZP17

Amazon kümmert sich nicht um den Wettbewerb, schreibt Stefan Pfeiffer vom CIO-Kuratorium. Jeff Bezos konzentriert sich auf die Gewinnung neuer Kundenmärkte. Klingt jetzt nicht spektakulär, ist aber für deutsche Firmen keine Selbstverständlichkeit:

„Beim Aufsetzen von Effizienzprogrammen und bei inkrementellen Verbesserungen sind wir in Deutschland total gut. Darauf sind wir konditioniert. Da werden die letzten fünf Prozent an Effizienz herausgeschwitzt. Was Unternehmer wie Robert Bosch gut konnten, das haben wir verlernt“, sagt beispielsweise der Detecon-Analyst Marc Wagner im Interview zur Kölner Fachmesse Zukunft Personal

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Wir brauchen mehr Schöpfer, weniger Zerstörer und Effizienz-Co…

Wo sind nur die innovativen Unternehmer? Gespräch mit Marc Wagner zur Zukunft Personal 2017 #hr_roundtable #IBMLounge #ZP17 #StudioZ

Posted by Ichsagmal.com-Gespräche on Donnerstag, 17. August 2017

Was zeichnet einen Unternehmer wie Jeff Bezos konkret aus, der es vermag, die Wirtschaft in neue Bahnen zu lenken? Heute müsste man fragen, wer ist wirklich ein Homo Digitalis, der im 21. Jahrhundert Akzente setzen kann? Es geht dabei um das schöpferische Gestalten und nicht um das passive Konsequenzen ziehen.

Der Wissenschaftler Jesko Dahlmann ist in einer exzellenten Forschungsarbeit den Schumpeter-Kriterien für den schöpferischen Unternehmer gefolgt und hat neun Persönlichkeiten der zweiten industriellen Revolution ausführlich untersucht – alles deutsche Unternehmer. Seine Ergebnisse führen zu Überraschungen:

Siemens, Rathenau, Trolowitz, Oetker und Co. waren weitaus mehr Schöpfer als Zerstörer. Sie hatten höhere Ambitionen und starrten nicht einseitig auf Profite.

„Ihre Innovationen haben ihren Unternehmen den wenig aussichtsreichen Kampf erspart, stets kostengünstiger als die Konkurrenz sein zu müssen“, so Dahlmann.

Es waren eben rebellische Unternehmer, die sich nicht mit Effizienzinnovationen zufrieden gaben oder Gewinn-Exzesse über die Entlassung von Mitarbeitern betrieben. Sie starrten nicht auf utopische Renditen, sondern konzentrierten sich auf langfristige Wettbewerbsvorteile über neuartige und bessere Produkte und neue Produktionstechniken. Es waren Unternehmen, die sich durch Erfindungen einen Vorsprung verschafften und nicht durch Kartellabsprachen im Hinterzimmer. Ausführlich in meiner Netzpiloten-Kolumne nachzulesen.

Jeff Bezos scheint das zu wissen.

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